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Prozess in Traunstein: Afghane soll Frau wegen Glaubens erstochen haben

Prozess um Mord am Chiemsee  

Afghane soll Frau wegen Glaubens erstochen haben

23.01.2018, 18:41 Uhr | as, dpa

Prozess in Traunstein: Afghane soll Frau wegen Glaubens erstochen haben. Rechtsanwalt Harald Baumgärtl (l.) mit dem Angeklagten in einem Gerichtssaal vom Landgericht in Traunstein (Bayern): Afghane soll Frau erstochen haben. (Quelle: dpa/Matthias Balk)

Rechtsanwalt Harald Baumgärtl (l.) mit dem Angeklagten in einem Gerichtssaal vom Landgericht in Traunstein (Bayern): Afghane soll Frau erstochen haben. (Quelle: Matthias Balk/dpa)

Sie sprach ihn vor einem Supermarkt an, ob er zum Christentum konvertieren wolle. Daraufhin soll er der vierfachen Mutter aufgelauert und sie erstochen haben. Jetzt steht der Muslim vor Gericht.

Weil er eine vierfache Mutter aus religiösen Gründen erstochen haben soll, muss sich seit Dienstag ein aus Afghanistan stammender Mann vor dem Landgericht Traunstein verantworten. Die Staatsanwaltschaft nannte das Motiv des wegen Mordes angeklagten 30-Jährigen laut Anklageschrift "besonders verachtenswert und auf tiefster Stufe stehend".

Demnach tötete der muslimische Mann die ebenfalls aus Afghanistan stammende und zum Christentum konvertierte Frau im April vergangenen Jahres vor einem Supermarkt in Prien am Chiemsee, weil sie ihn gefragt habe, ob er auch konvertieren wolle. Dies habe den Angeklagten schwer belastet, "weil es mit seinem Glauben als Muslim nicht vereinbar war", so die Staatsanwaltschaft.

Vor den Augen der Kinder

Der Anklage zufolge lauerte der Angeklagte seinem Opfer am Abend des 29. April vor dem Supermarkt auf. Demnach hatte er zuvor gesehen, wie die 38-Jährige mit zwei ihrer Kinder zum Einkaufen ging und habe daraufhin aus seiner Asylbewerberunterkunft ein Messer geholt. Mit dem Messer mit einer fast 20 Zentimeter langen Klinge soll er seinem Opfer vor den Augen der fünf und elf Jahre alten Kindern 16 Stiche zugefügt und sie so tödlich verletzt haben.

Der Fall sorgte in der oberbayerischen Gemeinde und darüber hinaus für Entsetzen. Auch das Einschreiten mehrerer Zeugen, die den Mann mit einem geworfenen Einkaufwagen und einem zur Abwehr eingesetzten Bauzaun stoppen wollten, konnte den Angreifer laut Anklage nicht abhalten.

In dem auf vier Verhandlungstage angesetzten Prozess wird es vor allem darum gehen, ob sich das von der Staatsanwaltschaft vorgeworfene religiöse Motiv erhärten lässt. Nach seiner Festnahme hatte der Mann angegeben, aus Frust über seine bevorstehende Abschiebung gehandelt zu haben. Der Angreifer war nach der Tat zunächst für gut drei Monate in einer psychiatrischen Klinik untergebracht worden. Danach saß er bis zur Verhandlung in Untersuchungshaft.

Quelle:
- dpa

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