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Prozess in Merseburg: Mann wollte 3.100 Jahre alten Schatz versteigern


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Mann wollte 3.100 Jahre alten Schatz versteigern

Von dpa
Aktualisiert am 12.08.2020Lesedauer: 2 Min.
Justitia: Ein Raubgräber muss sich für die Unterschlagung eines Schatzes vor Gericht verantworten. (Symbolfoto)
Justitia: Ein Raubgräber muss sich für die Unterschlagung eines Schatzes vor Gericht verantworten. (Symbolfoto) (Quelle: David-Wolfgang Ebener/dpa-bilder)
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Er wollte eine 3.100 Jahre alte Bronzetasse und weitere wertvolle Fundstücke im Internet versteigern, nur durch Zufall wurde er erwischt. Nun muss sich ein 37-Jähriger dafür vor Gesicht verantworten.

Weil er einen rund 3.100 Jahre alten Bronzeschatz illegal ausgegraben und zum Verkauf angeboten haben soll, muss sich ein Mann aus Sachsen-Anhalt vor Gericht verantworten. Am Amtsgericht Merseburg (Saalekreis) ist am 25. August die Verhandlung anberaumt worden, wie ein Sprecher am Mittwoch auf dpa-Anfrage mitteilte. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Unterschlagung von Artefakten vor. Den Angaben nach handelt es sich um einen archäologischen Fund von unschätzbarem Wert. Die überdimensional große Tasse mit Verzierungen aus Bronze sei ein Opferfund, erklärte ein Sprecher des Landesmuseums für Archäologie in Halle. Die Menschen hätten damals Stücke vergraben, um damit ihren Göttern zu huldigen.

Erwischt wurde der Mann vor zwei Jahren. Er hatte laut Anklage den Fund im Internet zum Kauf angeboten. Ein ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger sei darauf aufmerksam geworden und habe das Landesmuseum informiert. Bei der Durchsuchung der Wohnung des damals 37-Jährigen stellte die Polizei in Querfurt (Saalekreis) die Jahrtausende alte Tasse und weitere Fundstücke sicher.

Berühmte "Himmelsscheibe von Nebra" war auch Raubfund

Raubgräber sorgen bei Archäologen immer wieder für Entsetzen. Sie zerstörten mit willkürlichen Grabungen teils zusammenhängende Fundstellen und damit für die Wissenschaft unwiederbringliche Erkenntnisse, erklärte der Museumssprecher. Die weltweit bekannte, rund 3.600 Jahre alte "Himmelsscheibe von Nebra" sei ein Beispiel dafür. Zwei sogenannte Raubgräber hatten diese als Teil eines Bronzeschatzes 1999 mit Metallsuchgeräten bei Nebra (Burgenlandkreis) gefunden, aus der Erde geholt und zum Verkauf angeboten.

Nach einer spektakulären internationalen Suchaktion mit Hilfe von Archäologen stellte die Schweizer Polizei die Bronzescheibe 2002 in einem Hotel sicher. Seit 2008 befindet sie sich in der Dauerausstellung des Landesmuseums. Archäologen fanden heraus, dass die Himmelsscheibe mit einem Durchmesser von rund 30 Zentimetern einst als kombinierter Sonne- und Mondkalender benutzt wurde. Sie gehört heute zum Unesco-Weltdokumentenerbe und gilt als die älteste bisher bekannte konkrete Darstellung des Kosmos.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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