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Waldbrände in Kalifornien: "Perfekte Zutaten für ein explosives Brandwachstum"

Waldbrände in Kalifornien  

"Perfekte Zutaten für ein explosives Brandwachstum"

14.11.2018, 09:08 Uhr | dpa

Noch immer mehr als 220 Vermisste bei Waldbränden in Kalifornien (Quelle: Screenshot Reuters)
Kleinstadt in Kalifornien fast vollständig zerstört

Sechs Tage nach dem Ausbruch der Waldbrände im US-Bundesstaat Kalifornien suchen Forensiker in der Kleinstadt Paradise nach menschlichen Überresten. (Quelle: Reuters)

Über 200 Vermisste bei Waldbränden: Die Kleinstadt Paradise in Kalifornien ist fast vollständig zerstört. (Quelle: Reuters)


In Kalifornien ist ein Ende der Brandkatastrophe nicht abzusehen. Während Helfer immer mehr Leichen entdecken, warnen die Behörden die Menschen vor einer langen und tödlichen Feuersaison.

Die Zahl der Toten bei den verheerendsten Waldbränden in der Geschichte Kaliforniens steigt weiter an. Am Dienstag (Ortszeit) seien sechs weitere Leichen in Häusern in dem Ort Paradise gefunden worden, teilte Sheriff Kory Honea bei einer Pressekonferenz mit.

Damit sei die Gesamtzahl der bislang entdeckten Toten bei dem "Camp"-Feuer auf 48 gestiegen – mehr als je zuvor durch ein Feuer in Kalifornien seit Beginn der Aufzeichnungen. Nahe Malibu, wo das "Woolsey"-Feuer wütet, waren bislang zwei Leichen entdeckt worden. Dutzende Menschen werden weiter vermisst. Beide Feuer sind bislang nur zu je etwa einem Drittel eingedämmt.

Wind und Trockenheiten bereiten Sorge

Paradise gleicht unterdessen einer Geisterstadt. Bewohner werden noch nicht wieder in den Ort nördlich von Los Angeles zurückgelassen, während die Such- und Aufräumarbeiten voranschreiten. Der Ort sei massiv zerstört, berichtet eine dpa-Reporterin, an vielen Stellen qualme es noch. Die Luft sei komplett verraucht, es rieche beißend, alle Menschen trügen Schutzmasken. Die Schutzunterkünfte rund um den Ort herum seien voller Bedürftiger, massenhaft würden Spenden abgegeben.

Einsatzkräfte gehen davon aus, dass starke Winde und die knochentrockene Landschaft, in die sich die Feuer zunehmend fressen, die Lage verschärfen dürften. Die leicht entflammbare Vegetation, fehlender Niederschlag und eine geringe Luftfeuchtigkeit seien die "perfekten Zutaten für ein explosives dynamisches Brandwachstum", sagte Chris Anthony von der kalifornischen Brandschutzbehörde der "Los Angeles Times".

Hunderttausende auf der Flucht

Die Kalifornier sollten sich auf eine "lange und potenziell tödliche" Feuersaison einstellen. Es werde schlimmer, als es sich die Bevölkerung jemals habe vorstellen können.

Die Brände, die vorigen Donnerstag im Norden und im Süden des Staates ausgebrochen waren, zerstörten bereits Hunderte Quadratkilometer Wald und Tausende Häuser. Hunderttausende Menschen mussten sich in Sicherheit bringen. Mehrere Tausend Feuerwehrleute sind im Einsatz, um die Flammen zu bekämpfen.

Auch die Villen mehrerer Stars in der hügeligen Gegend um Malibu brannten ab – darunter die Häuser von Moderator Thomas Gottschalk, Popstar Miley Cyrus und Schauspieler Gerard Butler. Der US-Rapper Kanye West und seine Frau Kim Kardashian hatten Medienberichten zufolge ihr Anwesen in Hidden Hills mit privaten Feuerwehrleuten vor dem "Woolsey"-Feuer schützen können.

Empörung über Trump

US-Präsident Donald Trump sprach am Dienstag (Ortszeit) von verheerenden Bränden, wie es sie noch nicht gegeben habe. "Wir trauern um jene, die ihr Leben verloren haben", sagte er im Weißen Haus in Washington. "Wir beten für die Opfer." Trump dankte Feuerwehrleuten, Katastrophenschützern und Rettungskräften für ihren Einsatz in Kalifornien. Man werde alles Erdenkliche tun, um die Betroffenen in der Region zu schützen. "Es ist eine sehr schwierige Situation."

Am Wochenende hatte Trump mit einem Kommentar zu den Bränden in Kalifornien Empörung ausgelöst und sich viel Kritik eingehandelt. Er hatte Behörden Versäumnisse und Fehler beim Forstmanagement vorgeworfen und mit dem Entzug von Bundesmitteln gedroht – während die Einsatzkräfte gegen die Flammen kämpften und Bewohner um ihr Leben bangten.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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