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Kalifornien: 40.000 Menschen auf der Flucht vor Waldbränden

40.000 Menschen betroffen  

Verheerende Waldbrände wüten in Kalifornien

25.10.2019, 19:19 Uhr | dpa

 (Quelle: Reuters)
Waldbrände: Feuerwehr in Kalifornien im Dauereinsatz

Die Feuerwehr im Großraum Los Angeles fährt von einem Einsatz zum nächsten. In der Region sind mehrere Waldbrände ausgebrochen. Rund 50.000 Menschen waren gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. (Quelle: Reuters)

Riesige Waldbrände in Kalifornien: Während die Feuerwehr im Dauereinsatz ist, mussten bereits 50.000 Menschen ihre Häuser verlassen. (Quelle: Reuters)


Im US-Bundesstaat Kalifornien wüten erneut verheerende Waldbrände. Zehntausende Menschen verließen ihre Häuser – Energieversorger schalteten vorsorglich den Strom ab. 

Gefährliche Waldbrände haben im US-Bundesstaat Kalifornien Zehntausende Menschen in die Flucht getrieben. Hunderte Feuerwehrleute kämpften im Weinbaugebiet Sonoma County und bei Santa Clarita nahe Los Angeles gegen die beiden größten Feuer an, wie die Brandschutzbehörden mitteilten. Um die Gefahr weiterer Brände durch beschädigte Leitungen zu bannen, schalteten Energieversorger mancherorts den Strom ab. Betroffen waren rund 200.000 Haushalte. Der Wetterdienst warnte am Freitag, starke Winde könnten manche Feuer am Wochenende weiter anfachen.

Das sogenannte "Tick"-Feuer, rund 50 Kilometer nördlich von Los Angeles, bedrohte nach Angaben der Behörden in Südkalifornien eine dicht besiedelte Region mit rund 10.000 Gebäuden. Rund 40.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Die Flammen breiteten sich demnach bislang auf einer Fläche von knapp 18 Quadratkilometern aus.

Hunderte Feuerwehrleute im Einsatz

Am Freitagmorgen (Ortszeit) waren dort knapp 600 Brandbekämpfer im Einsatz. "Die erratischen Winde heute sind eine Herausforderung für unsere Feuerwehrleute, weil sie die Richtung wechseln und zunehmen könnten", erklärte die Feuerwehr in Los Angeles. Das könne ein größeres Risiko für die Häuser in dem Gebiet bedeuten. Die Ursache des Brandes war zunächst nicht bekannt.

Der Versorger Southern California Edison (SCE) schnitt nach eigenen Angaben gut 20.000 Kunden vom Strom ab. Damit soll verhindert werden, dass der Wind Leitungen abreißt oder herabfallende Äste diese beschädigen und dadurch Brände verursachen. Wegen erhöhter Waldbrandgefahr hatte auch der Energieversorger Pacific Gas & Electric (PG&E) seit Mittwoch in Teilen Nordkaliforniens den Strom abgeschaltet, auch im Bezirk Sonoma. Bis zu 179.000 Kunden waren zeitweise von den Blackouts betroffen. Nach Angaben des Unternehmens sollte bis Freitagabend die Versorgung wieder hergestellt werden.

Waldbrand in Sonoma County: Hunderte Feuerwehrleute sind im Einsatz gegen die Flammen. (Quelle: dpa)Waldbrand in Sonoma County: Hunderte Feuerwehrleute sind im Einsatz gegen die Flammen. (Quelle: dpa)

In Sonoma County hätten sich die Flammen auf einer Fläche von mehr als 64 Quadratkilometern ausgebreitet, teilte die Feuerwehr mit. Mindestens 49 Gebäude wurden zerstört. Mehrere Hundert Feuerwehrleute und Lösch-Hubschrauber waren im Einsatz. Das Feuer hatte sich wegen starker Winde von bis zu 96 Stundenkilometern rasch ausgebreitet.

Der Brand tobte in der Nähe des Ortes Geyserville, eines beliebten Ausflugsziels rund 120 Kilometer nördlich von San Francisco. In dem Sonoma-Bezirk, bekannt vor allem als Weinanbaugebiet, hatte die Polizei rund 2.000 Einwohner aufgefordert, die Gefahrenzone rasch zu verlassen. Berichte über Verletzte, Tote oder vermisste Anwohner gab es zunächst nicht. Warum es brannte, war bisher unklar.

Schlimme Waldbrände in den letzten Jahren

Bei warmen Temperaturen und extremer Trockenheit fraß sich das sogenannte "Kincade"-Feuer durch hügeliges, schwer zugängliches Hinterland. Es bedrohte aber auch die Ortschaft Geyserville und andere Siedlungen, darunter viele Weingüter. Die Besitzerin der Kellerei "Jackson Family Wines" habe ihr Haus verloren, berichtete die Zeitung "San Francisco Chronicle". Der US-Regisseur und Weingutbetreiber Francis Ford Coppola teilte mit, sein Weingut in Geyserville sei nicht akut gefährdet.

Waldbrand im kalifornischen Geyserville: Zum zweiten Mal in diesem Monat schaltet der US-Energieversorger Pacific Gas & Electric (PG&E) in Teilen Nordkaliforniens den Strom ab. (Quelle: dpa)Waldbrand im kalifornischen Geyserville: Zum zweiten Mal in diesem Monat schaltet der US-Energieversorger Pacific Gas & Electric (PG&E) in Teilen Nordkaliforniens den Strom ab. (Quelle: dpa)

"Das ist die neue Normalität, in der wir leben", beklagte der Bürgermeister der nahe gelegenen Ortschaft Healdsburg, David Hagele, mit Blick auf die schweren Brände der vergangenen Jahre in der Gegend. "Es ist entmutigend und für viele Menschen beängstigend, weil es viele Erinnerungen an die Ereignisse vor ein paar Jahren weckt."
 

 
Der Waldbrand in der nordkalifornischen Ortschaft Paradise, der im November vergangenen Jahres 85 Menschen in den Tod riss, soll durch defekte Stromleitungen ausgelöst worden sein. Starker Wind und eine trockene Vegetation trugen dazu bei, dass sich das Feuer extrem schnell ausbreitete. Auch 2017 war für Nordkalifornien wegen andauernder Trockenheit ein besonders schlimmes Waldbrandjahr gewesen. In den Weinregionen um Sonoma und Napa hatten damals fast 6.000 Gebäude zerstört. 44 Menschen starben, zeitweise waren 100.000 Anwohner vor den Flammen auf der Flucht.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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