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Hamburg | Mutter wollte Angreifer schon früher einweisen – ohne Erfolg


Nach dem Hammer-Vorfall in Hamburg
Mutter wollte Angreifer einweisen lassen – ohne Erfolg

Von t-online
Aktualisiert am 18.06.2024Lesedauer: 2 Min.
Die Polizei sperrt nach einem Einsatz einen Bereich nahe der Reeperbahn ab. Nahe der Reeperbahn in Hamburg-St. Pauli hat die Polizei einen mit einem Schieferhammer bewaffneten Mann angeschossen.Vergrößern des BildesNahe der Reeperbahn in Hamburg-St. Pauli hat die Polizei vor zwei Tagen einen mit einem Schieferhammer bewaffneten Mann angeschossen. (Quelle: Steven Hutchings/dpa)
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Der Mann, der auf dem Reeperbahn-Kiez niedergeschossen wurde, weil er Menschen bedrohte, hatte seit Jahren psychische Probleme – berichtet seine Mutter. Trotz zahlreicher Delikte kam er immer wieder auf freien Fuß.

Der 39-jährige Mann, der die Polizei in Hamburg mit einem Hammer und einem Molotow-Cocktail bedroht hatte und daraufhin angeschossen wurde, ist nun vorerst in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Die Entscheidung gab Oberstaatsanwältin Liddy Oechtering am Dienstag bekannt.

Nach Angaben seiner 69-jährigen Mutter leidet der Mann seit etwa 20 Jahren an Suchtproblemen. Er habe Alkohol, Drogen und Psychopharmaka exzessiv konsumiert und eine Berufsausbildung als Dachdecker abgebrochen, sagte sie der "Bild".

Familie bat Behörden um Unterbringung – ohne Erfolg

Die Familie habe auch bereits zuvor geahnt, dass der Mann gefährlich sein könnte: "Es ist schlimm, dass so etwas passieren musste und die Behörden erst jetzt sehen, wie gefährlich mein Sohn ist." Sie fügte hinzu, dass sie und andere Familienmitglieder kürzlich das zuständige Amt per Brief gebeten hatten, ihren Sohn in einer Wohngruppe zu platzieren – jedoch ohne Erfolg.

Die Mutter berichtete auch von den psychischen Ausnahmezuständen ihres Sohnes, die für sie und ihre Familie zunehmend beängstigender wurden. "Leider kam mein Sohn immer nur für maximal sechs Wochen in die psychiatrische Klinik nach Lüneburg." Doch sobald diese Zeit vorbei war, hätten sich die Probleme fortgesetzt.

Auch gegen die eigene Familie gewalttätig

Dies habe sie selbst immer wieder in eine schwierige Lage versetzt: "Ich verstehe nicht, wie die studierten Ärzte zu der Entscheidung kommen konnten, meinen Sohn einfach wieder zu mir nach Hause zurückzuschicken. Auch die Richter und die Behörde haben aus meiner Sicht falsch gehandelt."

Denn der 39-Jährige agierte auch im Familienkreis bedrohlich. Vor zwei Wochen habe er die Scheibe eines Radladers eines Verwandten zerschossen. Im Januar zerstörte er mit dem Schieferhammer eine Toilette in Buchholz. Manchmal sei er nackt mit einer Axt vors Haus gelaufen. Auch habe er seinen Bruder bedroht und beim Eintreffen der Polizei eine Waffe auf die Polizisten gerichtet.

Nach sechs Wochen kam er immer wieder aus der Psychiatrie frei

Durch die Jahre hatte der 39-jährige mehrere Konfrontationen mit dem Gesetz, darunter Körperverletzung und Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen. Trotz mehrerer Anordnungen zur Unterbringung in einer Psychiatrie war er jeweils nach sechs Wochen wieder auf freiem Fuß.

Das zuständige Amtsgericht Tostedt hat gegenüber "Bild" bestätigt, dass es keine offenen Verfahren gegen den Mann gibt. Laut Gerichtsdirektorin Astrid Hillebrenner hat André G. eine Betreuerin, die gemeinsam mit dem Gericht immer wieder erwirkt habe, dass er die Psychiatrie wieder verlassen durfte.

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