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Getötete Joggerin in Endingen bei Freiburg: Polizei sucht Serienmörder

Getötete Joggerin in Endingen  

Winzige DNA-Spuren deuten auf Serienmörder hin

26.01.2017, 17:25 Uhr | Jürgen Ruf, dpa

Getötete Joggerin in Endingen bei Freiburg: Polizei sucht Serienmörder. Mit diesem Phantombild sucht die Polizei den mutmaßlichen Mörder der 27-jährigen Carolin G. (Quelle: dpa)

Mit diesem Phantombild sucht die Polizei den mutmaßlichen Mörder der 27-jährigen Carolin G. (Quelle: dpa)

In Kufstein wird eine junge Frau vergewaltigt und ermordet. Knapp drei Jahre später schlägt der Täter wieder zu - im rund 400 Kilometer entfernten Endingen bei Freiburg. DNA-Spuren bringen die Ermittler ein entscheidendes Stück voran - aber noch nicht ans Ziel.

Rund 2000 Hinweisen sind die Ermittler in Endingen bei Freiburg nachgegangen, seit dort vor knapp drei Monaten eine junge Frau ermordet wurde. Doch keine von ihnen führte zum Erfolg. Erst Spezialisten im Labor haben nun eine entscheidende Spur gefunden. Sie führt nach Österreich - und zu einem Mehrfachtäter.

Der Unbekannte, der in Endingen die Joggerin ermordete, hat eine ähnliche Tat bereits vor drei Jahren in Tirol begangen. Die Polizei geht damit am Donnerstag an die Öffentlichkeit. Wer der Mann ist, wissen die Ermittler aber nicht. Gesucht wird er mit einem Phantombild.

Überraschende Wendung

"Das Ergebnis lässt keinen vernünftigen Zweifel zu, dass es sich nicht um dieselbe Person handelt", sagt Hansjörg Mayr, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Innsbruck, als er vor die Presse tritt. Der ungeklärte Sexualmord im rund 400 Kilometer entfernten Endingen, der die Ermittler beschäftigt, nimmt damit eine entscheidende und überraschende Wendung.

In einem kleinen Waldstück in den Weinbergen des 9000 Einwohner zählenden Ortes unweit von Freiburg wurde Anfang November die Leiche einer 27-Jährigen gefunden. Die junge Frau war vergewaltigt und ermordet worden. Sie war vor der Tat alleine zum Joggen aufgebrochen.

"Die Parallelen sind eindeutig"

Eindeutige DNA-Spuren fanden sich in Endingen nicht. Doch kleine Teile von Körperspuren reichten, um im Labor nun eine Verbindung herzustellen. Das Ergebnis: Die Spuren sind identisch mit jenen, die nach einem ähnlichen Mord 2014 in Kufstein gefunden worden waren.

"Die Parallelen sind eindeutig", sagt Polizeisprecher Walter Roth in Freiburg. Der Unbekannte, den die Ermittler nun im Visier haben, hat demnach in Kufstein im Januar 2014 eine 20 Jahre alte französische Studentin angegriffen und mit einer Eisenstange erschlagen. Die 20-Jährige war alleine unterwegs und wurde, wie auch das Opfer in Endingen, Opfer eines Sexualverbrechens.

Täter hat "schwere psychische Störung"

Auch in Endingen war vermutlich eine Eisenstange die Tatwaffe. Beide Morde, sagen die Ermittler, seien durch eine große Brutalität gekennzeichnet. Die junge Frau in Innsbruck, eine französische Austausch-Studentin aus Lyon, starb den Angaben zufolge durch heftige Schläge auf den Kopf. Auch in Endingen schlug der Täter brutal zu. In beiden Fällen verging er sich sexuell an den Frauen.

Die an den Tatorten sichergestellten DNA-Spuren waren von schlechter Qualität, sagt in Innsbruck der Leiter des Landeskriminalamtes, Walter Pupp. Dennoch gelang es, sie eingehender zu analysieren und hochzurechnen, wie es heißt. So brachten sie die Ermittler auf die entscheidende Spur. Deutsche und österreichische Behörden arbeiten nun eng zusammen. "Es handelt sich zweifelsohne um einen sehr gefährlichen Täter", sagt Chefermittler Pupp, mit einer "schweren psychischen Störung". Dies zeige der Ablauf beider Taten.

Ein Schwerpunkt der Ermittlungen könnte jetzt die Speditions- und Fernfahrerbranche sein, sagt Pupp. Der Grund: Bei der Tat in Österreich benutzte der Täter als Tatwaffe eine Eisenstange, die bei hydraulischen Hebesystemen zum Einsatz kommt, zum Beispiel bei Hubwagen oder zum Abkippen von Lkw-Führerkabinen. Auch in Endingen wurde mit einem schweren Gegenstand, laut Polizei vermutlich einer Eisenstange, zugeschlagen.

Keine Verbindung zu Freiburger Mordfall

Dass selbst kleinste DNA-Spuren auch Wochen nach einem Verbrechen zum Erfolg führen, hatte zuletzt ein Fall in Freiburg gezeigt. Dort war Mitte Oktober vergangenen Jahres eine 19 Jahre alte Studentin vergewaltigt und getötet worden, der Täter entkam unerkannt. Doch in einem Dornenbusch unweit des Tatorts fand sich Wochen nach der Tat im Labor ein winziges markantes Haar. Mit ihm kamen die Ermittler dem Tatverdächtigen schließlich auf die Spur.

Er sitzt in Untersuchungshaft - mit den Fällen in Kufstein und Endingen hat er nichts zu tun, versichert die Polizei. Ohne seine DNA-Spuren am Tatort, sagen die Ermittler, wären sie ihm in dem Freiburger Fall vermutlich nicht auf die Schliche gekommen.

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