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Prozess um Tod von Sqeezer-Sänger beginnt

Mord in Berliner Hostel  

Prozess um Tod von Sqeezer-Sänger beginnt

12.09.2017, 17:57 Uhr | dpa

Prozess um Tod von Sqeezer-Sänger beginnt. Der Musiker Jim Reeves steht am 2001 in Berlin bei einem Auftritt seiner Band Sqeezer auf der Bühne.  (Quelle: dpa/Kalaene Jens/Zentralbild)

Der Musiker Jim Reeves steht am 2001 in Berlin bei einem Auftritt seiner Band Sqeezer auf der Bühne. (Quelle: Kalaene Jens/Zentralbild/dpa)

Jim Reeves war ein erfolgreicher Musiker der 90er Jahre. Jedoch starb er qualvoll in einem Berliner Hostel. Spuren führen zu zwei Männern, mit denen er ein Sechs-Bett-Zimmer teilte. Nun beginnt ein Prozess wegen Mordes. Ein mutmaßliches Motiv: Hass auf Schwule.

In einem Hostel in Berlin kommt es im Februar 2016 zu einer verhängnisvollen Begegnung. Der Musiker Jim Reeves wird in einem Sechs-Bett-Zimmer gequält und getötet. Rund eineinhalb Jahre später beginnt am Mittwoch (9.30 Uhr) der Prozess wegen Mordes - angeklagt sind zwei Männer im Alter von 23 und 30 Jahren. Sie sollen den 47-jährigen Sänger und Musikproduzenten aus niedrigen Beweggründen grausam umgebracht haben.

Januar 2016 in Hostel aufgefunden

Reeves, der in den 90ern mit blond gefärbten Rastazöpfen mit seiner Band Sqeezer erfolgreich war, hatte im Januar 2016 in einem Hostel im Ortsteil Charlottenburg eingecheckt. Davor soll er bei seiner Lebensgefährtin in Berlin gewohnt haben. Im Hostel schlief er in einem Sechs-Bett-Zimmer - dort soll er den mutmaßlichen Mördern begegnet sein. Seine Leiche wurde am Morgen des 1. Februar 2016 in dem Zimmer entdeckt.

Den Ermittlungen und dem Obduktionsergebnis zufolge wurde Reeves in der Nacht gefoltert - und unter anderem mit einem länglichen Gegenstand vergewaltigt. Der Musiker starb qualvoll an inneren Verletzungen. So massive Grausamkeit erlebe man selten, hieß es aus der Justiz zu dem Fall. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die mutmaßlichen Täter aus schwulenfeindlichen Motiven gehandelt haben. Die Angeklagten behaupteten demnach, sie hätten sich durch eine angebliche Anmache gestört gefühlt.

Fahndung nach den Verdächtigen

Rund zwei Wochen nach dem Verbrechen fasste die Polizei einen der beiden polnischen Verdächtigen in Polen – beide sollen zur Tatzeit als Bauarbeiter in Berlin auf der Durchreise gewesen sein. Nach Verbüßung einer Gefängnisstrafe in seiner Heimat wegen anderer Delikte wurde er im Frühjahr 2017 nach Deutschland ausgeliefert, heißt es.

Nach dem zweiten mutmaßlichen Täter wurde länger gesucht. Schließlich fassten Fahnder den 30-Jährigen im spanischen Lleida westlich von Barcelona. Bei seiner Festnahme leistete der Verdächtige laut Polizei starken Widerstand. Bei sich hatte er damals zwei gefälschte Ausweise, einen Elektroschocker, drei Handys und 7000 Euro Bargeld.

An dem Prozess vor einer Schwurgerichtskammer werden nach Angaben einer Gerichtssprecherin zwei Schwestern von Reeves, der auch als Model, Schauspieler und Moderator tätig war, als Nebenklägerinnen teilnehmen. Für die Verhandlung sind zehn Tage geplant.

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