Sie sind hier: Home > Panorama > Kriminalität >

Gedenken in Neuseeland: Viele Frauen tragen aus Solidarität ein Kopftuch

Schweigeminuten in Neuseeland  

Ein Land, in Trauer vereint

22.03.2019, 12:27 Uhr | dpa

Gedenken in Neuseeland: Viele Frauen tragen aus Solidarität ein Kopftuch. Ein muslimischer Mann nimmt an den Freitagsgebeten teil: Bei einem rassistisch motivierten Doppelanschlag auf zwei Moscheen kamen am 15.03.2019 im neuseeländischen Christchurch mindestens 50 Menschen ums Leben. (Quelle: AP/dpa/Vincent Thian)

Ein muslimischer Mann nimmt an den Freitagsgebeten teil: Bei einem rassistisch motivierten Doppelanschlag auf zwei Moscheen kamen am 15.03.2019 im neuseeländischen Christchurch mindestens 50 Menschen ums Leben. (Quelle: Vincent Thian/AP/dpa)

Eine Woche nach dem rassistisch motivierten Massaker in Christchurch gedenkt Neuseeland der Toten. Der Imam der Al-Nur-Moschee macht auch anti-muslimische Parolen von Politikern verantwortlich.

Mit zwei Schweigeminuten hat Neuseeland am Freitag der 50 Todesopfer des Anschlags auf zwei Moscheen in der Stadt Christchurch gedacht. In weiten Teilen des Landes stand von 13.32 Uhr bis 13.34 Uhr Ortszeit (1.32 bis 1.34 Uhr MEZ) das Leben still. In Christchurch selbst nahmen Tausende an einer Zeremonie in der Nähe der Al-Nur-Moschee teil. Allein dort starben 42 Menschen. Als mutmaßlicher Täter sitzt ein 28 Jahre alter Rechtsextremist aus Australien in Untersuchungshaft. Ihm droht lebenslange Haft.

Viele Neuseeländerinnen trugen als Zeichen der Solidarität mit den muslimischen Gemeinden ein Kopftuch. In vielen Innenstädten blieben Menschen einige Minuten lang schweigend stehen. Die Zeremonie wurde vom Fernsehen im ganzen Land übertragen. Rund um verschiedene Moscheen gab es Menschenketten. Von den knapp fünf Millionen Einwohnern des Pazifikstaats sind etwa 50.000 muslimischen Glaubens.

Muslime beten während der Freitagsgebete: In Christchurch herrscht nach dem tödlichen Attentat große Trauer. (Quelle: dpa)Muslime beten während der Freitagsgebete: In Christchurch herrscht nach dem tödlichen Attentat große Trauer. (Quelle: dpa)

Zu den Trauergästen in Christchurch gehörte Premierministerin Jacinda Ardern, die sich ebenfalls wieder ein schwarzes Tuch um den Kopf geschlungen hatte. Sie sagte an die Adresse der Muslime: "Neuseeland trauert mit Euch. Wir sind eins." Der islamische Geistliche Gamal Fouda bedankte sich bei der Regierungschefin mit den Worten: "Danke für Ihre Worte und für Ihre Tränen. Danke dafür, wie sie uns mit einem einfachen Tuch die Ehre erweisen."

Jacinda Ardern winkt während sie die Freitagsgebete verlässt: Mit zwei Schweigeminuten hat Neuseeland am Freitag der 50 Todesopfer des rassistisch motivierten Anschlags auf zwei Moscheen in der Stadt Christchurch gedacht.  (Quelle: AP/dpa/Vincent Thian)Jacinda Ardern winkt während sie die Freitagsgebete verlässt: Mit zwei Schweigeminuten hat Neuseeland am Freitag der 50 Todesopfer des rassistisch motivierten Anschlags auf zwei Moscheen in der Stadt Christchurch gedacht. (Quelle: Vincent Thian/AP/dpa)

Großes Polizeiaufgebot zum Schutz der Trauernden

Zum Schutz der Trauernden war die Polizei in Christchurch mit Hunderten von teils schwer bewaffneten Beamten im Einsatz. Die Zeremonie fand in einem Park gegenüber der Al-Nur-Moschee statt. Dort hatte das Massaker, das der Täter mit einer Helmkamera live ins Internet übertrug, vor einer Woche begonnen. Er fuhr dann mit dem Auto noch in eine andere Moschee, wo er weitere acht Menschen umbrachte. Kurz darauf wurde er auf der Flucht von der Polizei überwältigt. Von den mehreren Dutzend Verletzten liegen noch mehr als 20 im Krankenhaus.

Die Trauerzeremonie in Christchurch hatte mit dem traditionellen Ruf zum Gebet begonnen. Der Imam der Al-Nur-Moschee, Gamal Fouda, mahnte, das Massaker sei "nicht über Nacht gekommen". "Das war das Ergebnis von antimuslimischer Rhetorik von einigen politischen Führern, von Medienagenturen und von anderen", sagte der Geistliche. Die rassistische Theorie einer "weißen Überlegenheit" sei eine große Gefahr für die gesamte Menschheit. "Das muss beendet werden."




Nächste Woche soll es auch eine nationale Trauerfeier geben. Inzwischen wurden viele Opfer beigesetzt. Allein auf den Friedhöfen in Christchurch standen am Freitag 26 Beerdigungen an. Manche Familien wollen ihre Toten aber auch in ihrer eigentlichen Heimat beerdigen. Infolge des Anschlags hat Neuseeland am Donnerstag seine Waffengesetze verschärft. Halbautomatische Waffen - wie sie der Täter benutzt hatte - sind nun verboten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Prepaid Tarif aktivieren & 10 GB Daten geschenkt bekommen
schnell zugreifen bei congstar
Gerry Weberbonprix.deOTTOCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe