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Darknet-Betreibern von "Wall Street Market" drohen 15 Jahre Haft

Umschlagplatz für Pässe und Drogen  

Deutsche Polizei schließt zweitgrößten Darknet-Marktplatz

03.05.2019, 13:18 Uhr | dpa, t-online.de, jmt

 (Quelle: Reuters)
Weltweit zweitgrößter Darknet-Marktplatz in Deutschland ausgehoben

Bei Durchsuchungen der Wohnungen von Tatverdächtigen in Deutschland wurden unter anderem mehr als eine halben Million Euro Bargeld und Beweismittel wie Computer und Datenträger sichergestellt.

Umschlagplatz für Pässe und Drogen: Die deutsche Polizei hat den zweitgrößten Darknet-Marktplatz ausgehoben. (Quelle: Reuters)


"Wall Street Market" gilt als zweitgrößter illegaler Marktplatz im sogenannten Darknet. Nun melden Ermittler einen entscheidenden Schlag gegen die Hintermänner. Denen drohen lange Haftstrafen.

Behörden aus Europa und den USA ist gemeinsam ein Schlag gegen den Handel mit illegalen Waren im Internet gelungen. Die Ermittler hoben den nach ihren Angaben weltweit zweitgrößten illegalen Marktplatz im sogenannten Darknet aus. Auf der Plattform "Wall Street Market" seien gestohlene Daten, gefälschte Dokumente und vor allem Drogen angeboten worden, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt. Zuletzt habe es über 63.000 Verkaufsangebote und über 1,1 Millionen Kundenkonten gegeben.

550.000 Euro Bargeld und Kryptowährungen sicher gestellt

Die drei mutmaßlichen Betreiber sitzen nach umfangreichen verdeckten Ermittlungen in Haft. Sie sollen jeweils 2 bis 6 Prozent des Verkaufswertes als Provision erhalten haben. Bei den Durchsuchungen in Deutschland stellten Polizeibeamte 550.000 Euro Bargeld sowie Kryptowährungen in sechsstelliger Höhe sicher. Auch die Server des illegalen Online-Marktplatzes wurden beschlagnahmt. Im US-amerikanischen Los Angeles wurden derweil zwei der umsatzstärksten Anbieter identifiziert und festgenommen – dort fanden die Ermittler viele illegale Waffen und Bargeld in Millionenhöhe.  

Den mutmaßlichen Betreibern des Portals drohen in Deutschland bis zu 15 Jahre Haft. Das sagte der Sprecher der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT), Georg Ungefuk, in Wiesbaden. Den drei festgenommenen Männern werde die gewerbsmäßige Verschaffung einer Gelegenheit zur unbefugten Abgabe von Betäubungsmitteln vorgeworfen, was eine Form der Beihilfe sei. Es gebe in Deutschland derzeit keinen eigenen Straftatbestand für das Betreiben illegaler Handelsplattformen im Internet.

Drei deutsche Verdächtige

Beim Darknet handelt es sich um einen abgeschirmten Teil des Internets, der nur über das TOR-Netzwerk erreichbar ist. Die Käufer bezahlten für die auf "Wallstreet Market" angebotenen Waren mit Kryptowährungen.
 

 
Bei den Männern soll es sich um einen 31-Jährigen aus Bad Vilbel (Hessen), einen 22-Jährigen aus Kleve (Nordrhein-Westfalen) und einen 29-Jährigen aus dem Landkreis Esslingen (Baden-Württemberg) handeln. Bei dem 22-Jährigen wurde auch eine Schusswaffe gefunden.

Verwendete Quellen:

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