Sie sind hier: Home > Panorama > Kriminalität >

Nach Hochzeitskorso-Blockade auf A3: SEK durchsucht Wohnungen in NRW

Wohnungen durchsucht  

Razzia nach Hochzeits-Blockade auf A3

17.05.2019, 12:48 Uhr | ds, dpa

Nach Hochzeitskorso-Blockade auf A3: SEK durchsucht Wohnungen in NRW. Luxuskarossen auf der A3: Die Hochzeitsgesellschaft soll die Straße für ein Fotoshooting blockiert haben. (Quelle: Polizei Düsseldorf)

Luxuskarossen auf der A3: Die Hochzeitsgesellschaft soll die Straße für ein Fotoshooting blockiert haben. (Quelle: Polizei Düsseldorf)

Ende März blockiert eine Hochzeitsgesellschaft die A3 bei Ratingen. Jetzt durchsuchten Ermittler die Wohnungen der Beteiligten – und finden neben Speichermedien auch Präparate mit Testosteron.

Als Polizisten am 22. März auf der A3 eine Hochzeitsgesellschaft kontrollieren, die für ein Fotoshooting die Fahrbahn blockiert, geben sich die Beteiligten gelassen. Die Beamten müssten sich keine Sorgen machen, geben sie laut Polizeibericht zu Protokoll, man "kenne einen guten Anwalt". Genützt hat es offenbar wenig: Am Freitagmorgen stürmt die Polizei mit einem Spezialeinsatzkommando sieben Wohnungen von acht Verdächtigen im Raum Wesel. Die Ermittler beschlagnahmen Handys, Speichermedien und Computer. Die Fotos und Filme, die bei dem Vorfall auf der A3 bei Ratingen gemacht wurden, dürften damit nun im Besitz der Ermittlungskommission (EK) "Donut" sein.

In einem Fall hatte die Polizei Hinweise, dass der Bewohner im Besitz einer Waffe sein könnte – daher rückte dort das SEK mit an. Praktisch alle Verdächtigen sollen polizeibekannt sein, unter anderem wegen Verstößen gegen das Waffengesetz, Widerstand gegen die Staatsgewalt sowie wegen Gewaltdelikten. Bei den Durchsuchungen seien auch Marihuana und "illegale Medikamente" gefunden worden. Laut Polizei handelt es sich um Präparate mit Testosteron.

Polizei glaubte erst an einen Unfall

Man könnte meinen, davon hätten die Beteiligten am 22. März genug im Blut gehabt, als sie gegen 17 Uhr mit drei geliehenen Luxuswagen alle drei Spuren der Autobahn 3 Richtung Köln blockierten. Eine Zivilstreife wurde zufällig Zeuge, wie ein Mercedes-Benz E 350, ein Audi R8 und ein Porsche 911 zunächst mit Warnblinkanlage den Verkehr ausbremsten.

Luxuskarossen auf der A3: Die Hochzeitsgesellschaft soll die Straße für ein Fotoshooting blockiert haben. (Quelle: Polizei Düsseldorf)Luxuskarossen auf der A3: Die Hochzeitsgesellschaft soll die Straße für ein Fotoshooting blockiert haben. (Quelle: Polizei Düsseldorf)

Die Polizisten glaubten erst an einen Unfall. Doch dann sahen die Beamten, wie ein Ford Mustang vor der Sperre kreisrunde Beschleunigungsspuren ("Donuts") zog und der Beifahrer alles filmte. "Auf dem Pkw Audi R8 war auffälliger Blumenschmuck angebracht. Die Blumendekorationen auf und an den Fahrzeugen, die Äußerungen und Kleidung der Beteiligten sprachen dafür, dass es sich um eine Hochzeitsgesellschaft handelte", notierte das NRW-Innenministerium später in einem Bericht. Die Nationalitäten der Verdächtigen laut Ministerium: türkisch, deutsch-marokkanisch, marokkanisch, deutsch-polnisch, deutsch-kosovarisch und tunesisch.

Ob Zufall oder verstärkte Wahrnehmung des Phänomens: Plötzlich tauchten in ganz NRW vor allem türkische Hochzeitsgesellschaften auf, die Straßen blockierten, in die Luft schossen oder – wie in Köln – mit 50 Autos in zweiter Reihe parkten. Innenminister Herbert Reul (CDU) machte die Unsitte zur Chefsache und ließ ein Lagebild erstellen. Ergebnis: Zwischen dem 1. April und Mitte Mai rückte die Polizei 122 Mal wegen eskalierter Hochzeitsfeiern aus. "Autobahnen und Innenstädte sind keine privaten Festsäle", warnte Reul im April. Nach den Razzien am Freitag legte er nach: "Jeder, der meint, er könne auf Autobahnen und in Innenstädten machen, was er will, muss damit rechnen, dass er unter Umständen auch von Polizeibeamten aus dem Bett geholt wird."

 

 
 
Die EK "Donut" wertet nun die gefundenen Beweismittel aus. Die Ermittler hoffen, aus den Fotos und Videos zu erkennen, wer was auf der Autobahn gemacht hat. So könnte sich die Zahl der Verdächtigen auch noch erhöhen. Viel Arbeit für die Anwälte.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOhappy-size.detchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal