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Polizei nimmt mutmaßlichen Kokain-Händler "RVL" in Nordmazedonien fest

Kokain-Razzia der deutschen Polizei  

Mutmaßlicher Drogenschmuggler "RVL" in Ferienort gefasst

26.08.2019, 18:33 Uhr
Polizei nimmt mutmaßlichen Kokain-Händler "RVL" in Nordmazedonien fest. Sichergestellte Beweismittel der nordmazedonischen Polizei: In einem dortigen Ferienort wurde der Deutsche festgenommen. (Quelle: Innenministerium Nodmazedonien)

Sichergestellte Beweismittel der nordmazedonischen Polizei: In einem dortigen Ferienort wurde der Deutsche festgenommen. (Quelle: Innenministerium Nodmazedonien)

Seit Monaten hat sich ein mutmaßlicher Drogenhändler aus Deutschland in einem nordmazedonischen Ferienort versteckt. Nun schlugen Ermittler zu – nach dem Fund von 700 Kilogramm Kokain in Hamburg.

In der Pressemitteilung der nordmazedonischen Polizei heißt er nur "RVL", doch Ermittlern in Deutschland ist er seit Jahrzehnten als Figur der Organisierten Kriminalität in Hamburg bekannt. Nach dem Fund von 700 Kilogramm Kokain im Hamburger Hafen hat die Polizei den 54-jährigen Deutschen und sechs weitere Verdächtige festgenommen – "RVL" versteckte sich offenbar seit Monaten im Ferienort Popova Sapka. Die übrigen mutmaßlichen Drogenschmuggler seien in Deutschland festgenommen worden, teilte die Polizei mit.

Ermittler überwachten den Container

In einem Container mit Bananenkartons hatten die Hamburger Fahnder von Polizei und Zoll zuvor 700 Kilogramm Kokain entdeckt. Ein Hinweis hatte die Beamten auf die Spur des Frachters aus dem südamerikanischen Ecuador geführt – er kam am 6. April in Hamburg an. Die Ermittler stellten die Drogen sicher und brachten den Container wieder in Umlauf. Doch aus den Augen ließen sie ihn nicht. Denn die Hintermänner waren noch unklar.

Kokain in Bananenkisten: Die Drogen wurden sichergestellt – dann folgten Ermittler dem Container. (Quelle: Polizei Hamburg)Kokain in Bananenkisten: Die Drogen wurden sichergestellt – dann folgten Ermittler dem Container. (Quelle: Polizei Hamburg)

Die Geduld wurde belohnt. Zwei Tage später beobachteten die Ermittler, dass Verdächtige den Container mit einem Lkw aus dem Hafen transportierten – anders als in den Frachtpapieren angegeben. In einer Lagerhalle sollten die Drogen dann offenbar verladen werden. Dort stand ein Kühlcontainer bereit, ebenfalls eine Palette mit 25 Kartons mit Bananen. Sie sollten nach dem Verladen offenbar in den Container geladen werden – damit der Transport des Kokains keine verdächtige Lücke hinterlassen würde.

Acht Festnahmen – doch "RVL" fehlte

Bereits in der Halle wurden drei Verdächtige festgenommen: ein 36-jähriger Türke, ein 44-jähriger Albaner und ein 48-jähriger Kosovare. Alle sitzen seitdem in Untersuchungshaft. In der Wohnung des verdächtigen Albaners wurden 244.000 Euro sowie 100 Gramm Gold sichergestellt. Die weiteren Ermittlungen führten außerdem zu dem 32-jährigen deutschen Lkw-Fahrer, der die Ware aus dem Hamburger Hafen geschleust hatte. Auch gegen ihn erging Haftbefehl. Zudem wurden drei Hafenarbeiter und ein weiterer 42-jähriger Deutscher als Komplizen identifiziert.

Doch ein Verdächtiger fehlte zunächst: "RVL". Er hatte laut Erkenntnissen der Ermittler den Kühlcontainer erworben und stand im engen Kontakt mit den mutmaßlichen Tätern. Hamburger Drogenfahndern zufolge ist er seit Jahrzehnten Bestandteil der Organisierten Kriminalität in der Hansestadt. Interpol wurde eingeschaltet, Zielfahnder machten sich auf die Suche.

Fündig wurden sie in einem nordmazedonischen Ferienort nahe Tetovo. Dorthin hatte "RVL" sich offenbar abgesetzt – der nordmazedonischen Polizei zufolge mithilfe einer falschen Identität. Als die Ermittler den Deutschen schließlich in seinem Versteck aufspürten und festnahmen, fanden sie unter anderem seinen falschen Pass, Kokain und Marihuana, aber auch fünf Mobiltelefone. Auch er sitzt nun in Untersuchungshaft. Bald soll er nach Deutschland ausgeliefert werden.


Erst Anfang August hatte der Hamburger Zoll Rekordfunde an Kokain vermeldet: zunächst 4,5 Tonnen, dann 1,5 Tonnen. Ob die Kokainlieferungen etwas miteinander zu tun haben, konnte ein Sprecher des Zollfahndungsamts nicht sagen. Für den Fund im April hatten die Täter ein Schiff von Ecuador über Kolumbien genutzt. Es fuhr unter deutscher Flagge.

Verwendete Quellen:

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