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Bluttat in Würzburg: Sie hörten die Schreie – und schritten ein


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Sie hörten die Schreie in Würzburg – und schritten ein

Von dpa
Aktualisiert am 27.06.2021Lesedauer: 2 Min.
Helmuth Andrew (l) und Olaf Velker, Kellner in einer Weinstube neben dem Tatort am Würzburger Barbarossaplatz: Auch nach der Tat mussten sie weiterarbeiten – das Restaurant war trotzdem gut besucht.
Helmuth Andrew (l) und Olaf Velker, Kellner in einer Weinstube neben dem Tatort am Würzburger Barbarossaplatz: Auch nach der Tat mussten sie weiterarbeiten – das Restaurant war trotzdem gut besucht. (Quelle: Carolin Gißibl/dpa/dpa-bilder)
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Erst dachte er, ein Junggesellenabschied stürme in sein Restaurant. Nur wenig später drängte er den Täter von Würzburg mit einem Stuhl zurück. Wie zwei Kellner die Tatnacht erlebten.

Nach der Gewalttat von Würzburg haben Bürger, die sich dem Angreifer mutig in den Weg stellten, dramatische Szenen zu verkraften. "Plötzlich kamen Menschen reingestürmt", sagte Helmuth Andrew, Kellner in einer Weinstube neben dem Tatort am Würzburger Barbarossaplatz, der Deutschen Presse-Agentur.

Der 50-Jährige dachte zunächst an einen Junggesellenabschied. "Mir kam es so vor, als ob Teenager einen über den Durst getrunken hätten, und jetzt machen sie Halligalli." Dann habe er Schreie gehört – und einen Mann mit dem Ruf: "Der sticht sie draußen alle tot!"

Der Kellner schnappte sich nach eigenen Worten einen Stuhl und versuchte, zusammen mit anderen Menschen den Angreifer einzukesseln und zurückzudrängen. Videos dieser Szenen kursierten nach dem Angriff im Internet. "Das war ein ganz beeindruckendes Engagement", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Samstag.

Der Blick des Täters

Der Täter, barfuß und mit einem Messer bewaffnet, habe "einen starren Blick gehabt", mit weit aufgerissenen Augen, erzählte Andrew. "So hat er die ganze Zeit die Leute angeguckt, ohne eine Mimik."

Sein Kollege Olaf Velker erlebte das Geschehen nach eigenen Worten in einer nahen Bank mit, wo er eine verletzte Frau vorgefunden habe. Diese sei "vom Scheitel bis zur Sohle vollkommen blutüberlaufen" gewesen. "Es sah sehr, sehr schlimm aus."

"Mir sind dann auch mal die Tränen gekommen"

Bei der Attacke am Freitagnachmittag tötete der Somalier laut Polizei drei Frauen im Alter von 24, 49 und 82 Jahren. Unter den Opfern ist die Mutter einer Elfjährigen, die lebensgefährlich verletzt worden war. Zudem wurden ein Jugendlicher und drei Frauen lebensgefährlich sowie ein Mann und eine Frau leicht verletzt.

Die Kellner hatten nach der Tat ihre Schicht fortgesetzt und auch am Folgetag bis in die Nacht gearbeitet. "Wir hatten trotzdem Gäste gehabt und hatten zu tun", sagte Andrew. "Mir sind dann auch mal die Tränen gekommen – wenn ich drüber nachdenke, dass da drei Menschen gestorben sind."

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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