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Hagen: Vereitelter Anschlag auf Synagoge – Verdächtiger in Untersuchungshaft

Dringender Tatverdacht  

Vereitelter Anschlag auf Synagoge – Verdächtiger in Untersuchungshaft

17.09.2021, 19:25 Uhr | dpa

Hagen: Vereitelter Anschlag auf Synagoge – Verdächtiger in Untersuchungshaft. Ein Polizist bewacht die Synagoge in Hagen: Der 16-Jährige Tatverdächtige wird nun dem Haftrichter vorgeführt. (Quelle: dpa/Roberto Pfeil)

Ein Polizist bewacht die Synagoge in Hagen: Der 16-Jährige Tatverdächtige wird nun dem Haftrichter vorgeführt. (Quelle: Roberto Pfeil/dpa)

Bombenteile wurden bei dem Hauptverdächtigen nicht gefunden. Doch Ermittler haben den dringenden Verdacht, der 16-Jährige habe einen Anschlag geplant. Nun kommt er in Untersuchungshaft.

Im Fall der mutmaßlichen Anschlagspläne auf die Hagener Synagoge muss der festgenommene 16-Jährige in Untersuchungshaft. Ein Richter bestätigte am Freitagabend in Hagen, dass gegen den Jugendlichen ein dringender Tatverdacht besteht. Das hat die Generalstaatsanwaltschaft in Düsseldorf mitgeteilt.

Der wegen mutmaßlicher Anschlagspläne auf die Hagener Synagoge festgenommene Jugendliche war zuvor einem Haftrichter vorgeführt worden. Er hatte zugegeben, über den Messengerdienst "Telegram" Kontakt zu einem Bombenbau-Experten unterhalten zu haben, Anschlagsabsichten auf die Synagoge aber bestritten. Er war auch am Freitagmorgen noch in Polizeigewahrsam. Der Tatvorwurf: Vorbereitung einer staatsgefährdenden Gewalttat.

Kontakt zum IS

Aus Sicherheitskreisen hieß es, es habe gute Gründe gegeben für den schnellen Zugriff der Polizei: Bei dem Kontaktmann des Jugendlichen soll es sich um einen Angehörigen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) handeln.

Der Anwalt des 16-Jährigen, Ihsan Tanyolu, hatte allerdings zuvor mit der baldigen Freilassung seines Mandanten gerechnet und ging nicht vom Erlass eines Haftbefehls aus. "Es hat sich kein Tatvorwurf erhärtet, der das rechtfertigen würde", sagte der Hagener Strafrechtler zuvor der Deutschen Presse-Agentur. Zu Einlassungen des 16-Jährigen in dessen Vernehmung wollte er sich nicht äußern.

Keine Bombenteile gefunden

Mit Durchsuchungen und Festnahmen war die Polizei einem "sehr ernstzunehmenden und konkreten Hinweis" nachgegangen, dass zum höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur ein Anschlag auf die Hagener Synagoge gedroht habe, hatte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag berichtet. Der Hinweis lasse auf eine "islamistisch motivierte Bedrohungslage" schließen.

Der Syrer war am Donnerstag wegen des Verdachts der Vorbereitung eines Terroranschlags festgenommen worden. Durchsuchungen bei dem 16-Jährigen hatten keine Bombenbauteile zutage gefördert. Die Synagoge war bereits am Mittwochabend abgeriegelt worden. Auch dort fanden sich keine verdächtigen Gegenstände. Der Vater des 16-Jährigen war Sicherheitskreisen zufolge 2014 nach Deutschland gekommen und als Flüchtling anerkannt worden.

Es wurden elektronische Medien wie Handys und Speichermedien sichergestellt, die noch ausgewertet werden müssen. Der Vater und zwei Brüder des 16-Jährigen, die die Polizei zunächst ebenfalls in Gewahrsam genommen hatte, waren bereits am Donnerstagabend wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Der Hinweis soll von einem ausländischen Geheimdienst an den Bundesnachrichtendienst (BND) gegangen sein.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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