Menü Icont-online - Nachrichten für Deutschland

HomePanoramaKriminalität

"Kidnapping-Krise" in Südafrika: Überfälle nehmen zu


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild für einen TextInflation: Händler erhöhen PreiseSymbolbild für einen TextUkraine: Wirtschaft am BodenSymbolbild für einen TextF1: Mercedes holt PublikumslieblingSymbolbild für einen TextErzbistum reagiert auf Woelki-EklatSymbolbild für einen TextSebastian Fitzek hat wieder geheiratetSymbolbild für einen TextAbtreibung: US-Politiker unter DruckSymbolbild für einen TextLängere Frist für Steuererklärung kommtSymbolbild für einen TextWeitere Bundesliga-Trainer mit CoronaSymbolbild für einen TextMegastar geht ins britische DschungelcampSymbolbild für einen TextCharlène stylisch unterwegs in ParisSymbolbild für einen TextEinsatz-Abbruch: RTW mit Eiern beworfenSymbolbild für einen Watson TeaserGottschalk: Böse Vorwürfe von BohlenSymbolbild für einen TextKaum zu glauben: Dieses Casino ist gratis

Südafrika leidet unter einer "Kidnapping-Krise"

Von dpa
Aktualisiert am 07.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Einsatz von Polizei und Militär in einem Johannesburger Township: Mit mehr als 2.500 Fällen gilt die Metropolregion als Hotspot der Entführungswelle.
Einsatz von Polizei und Militär in einem Johannesburger Township: Mit mehr als 2.500 Fällen gilt die Metropolregion als Hotspot der Entführungswelle. (Quelle: Yeshiel/imago-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Die Zahl der Entführungen in Südafrika ist dramatisch gestiegen: 2021 um 60 Prozent. Auch Berichte über blutige Überfälle mehren sich. Die Regierung ruft Bevölkerung und Touristen zu Vorsicht auf.

Das Auto der Südafrikanerin Melani de Beer sieht in einem Facebook-Post aus, als käme es aus einem Kriegsgebiet. Zerfetzte Reifen, Einschusslöcher in der Frontscheibe, der Wagentür, in Sitzen und der Kühlerhaube. "Die Polizei spricht von zwölf Schüssen", berichtete sie in dem Facebook-Beitrag.

Am Ende eines erholsamen Jahresausklangs im Kruger-Nationalpark war sie mit ihren beiden Kindern auf dem Weg nach Hause, als sie überfallen wurden. Nach dem Verlassen des Numbi-Einganges war sie nach eigenen Worten mit ihrem Camping-Anhänger im Schlepptau auf der Landstraße unterwegs, als 20 Kilometer vom Ort White River entfernt zwei bewaffnete Männer neben ihrem Wagen auftauchten, schreibt sie.

Kugel trifft Tochter am Bein

Der Ort bei dem Dorf Mganduzweni war offenbar gut gewählt, da dort wegen eines nahen Taxenstands eine quer über die Straße montierte Schwelle Autos zum Abbremsen zwingt. Die 39-Jährige gab Gas, konnte aber ein regelrechtes Durchlöchern ihres Wagens nicht verhindern. "Sie begannen zu schießen", berichtete sie später.

Eine der Kugeln traf ihre Tochter am Bein. Die Fahndung nach den Tätern blieb zunächst erfolglos. Die zweifache Mutter und ihre Kinder – die schwer geschockt mit dem Leben davon kamen – sind kein Einzelfall. Jüngster Fall war ein elfjähriges Mädchen, das im November vor ihrer Schule in Johannesburgs Stadtteil Mayfair verschleppt worden war. Sie sei am Mittwoch lebend in einem Park gefunden worden, teilte die Polizei ohne weitere Angaben zu einer möglichen Lösegeldzahlung mit.

Anzeigen
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Lichtsäulen über russischen Städten: Das Phänomen gibt Rätsel auf.
Symbolbild für ein Video
Seltsame Lichtsäulen erscheinen über russischen Städten
Der Kruger-Nationalpark: Nach einem gescheiterten Entführungsversuch am Rande des Parks richtete dessen Leiter eine Warnung an Besucher.
Der Kruger-Nationalpark: Nach einem gescheiterten Entführungsversuch am Rande des Parks richtete dessen Leiter eine Warnung an Besucher. (Quelle: Philipp Laage/dpa-bilder)

Kidnapping-Fälle um 60 Prozent gestiegen

Von einer regelrechten "Kidnapping-Krise" sprach die auflagenstarke Zeitung "City Press" im vergangenen Monat und schrieb mit Blick auf das zu Ende gehende Jahr 2021: "Eine Kriminalitätsstudie hat enthüllt, dass die Fälle von Kidnapping in Südafrika dieses Jahr um 60 Prozent gestiegen sind." Es zitierte Vorwürfe, wonach Mitarbeiter der Polizei sowie privater Wachdienste verwickelt sein sollen in diese Kriminalität, die vor allem auf Kinder und Jugendliche zielt.

Der Großraum um die Millionenmetropole Johannesburg und die Hauptstadt Pretoria (Gauteng-Provinz) gilt mit mehr als 2.500 Fällen als Schwerpunktregion. Doch auch andere Regionen wie die Mpumalanga-Provinz sind betroffen, in denen der Überfall am Kruger-Nationalpark stattfand. Die Polizei reagierte an einigen besonders riskanten Plätzen bereits mit dem Aufstellen von Warnhinweisen auf sogenannte "Hijacking hotspots", in denen von einem Stopp am Wegesrand dringend abgeraten wird.

Listen gefährdeter Straßen veröffentlicht

Gerade in Corona-Zeiten mit ihren vielen Job-Verlusten mehren sich dennoch Berichte über oft blutige Kidnapping-Überfälle. "Wir haben Syndikate und auch einige kleinere Gruppen, die jetzt sowohl die Reicheren wie auch die Durchschnittsbürger ins Visier nehmen", bestätigte Polizeisprecher Vish Naidoo vor Journalisten.

Die Sicherheitsfirma Tracker, die sich über die Installation von satellitengestützten Überwachungsgeräten in den Fahrzeugen finanziert, veröffentlicht sogar Listen gefährdeter Straßen, in denen Autofahrer regelmäßig mit Überfällen rechnen müssen. Auch die Polizeistatistik spricht eine deutliche Sprache. Demnach stieg die Zahl derartiger Überfälle landesweit trotz Corona-Restriktionen im öffentlichen Bereich auf knapp 5.000 an – nur im Zeitraum zwischen Juli und September vergangenen Jahres.

Südafrikanischer Tourismussektor am Boden

Die Behörden reagieren mit Aufrufen zu erhöhter Vorsicht – wie auch die für den Kruger-Nationalpark zuständige Verwaltung. Der Tochter von Melani de Beer wünsche man eine schnelle Genesung, hieß es in einer Mitteilung. Die Verwaltung rief zudem die Sicherheitsbehörden zu verstärkten Kontrollen in der Region auf und verwies auf die Bedeutung des Tourismus für den Arbeitsmarkt.

Denn nach rund zweijährigen Corona-Restriktionen liegt der einst blühende Tourismussektor am Boden. Hoffnungsträger sind die nun wieder anziehenden Urlauberzahlen, nachdem der Kap-Staat den Höhepunkt seiner von Omikron getriebenen vierten Infektionswelle gerade hinter sich gelassen und die meisten Beschränkungen wieder aufgehoben hat.

Zu diesen Hoffnungsträgern zählt auch eine deutsche TV-Realityshow: Das RTL-Dschungelcamp, das Mitte Januar seine Zelte in der Nähe des knapp 20.000 Quadratkilometer großen Kruger-Nationalparks aufschlagen will.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
FacebookMilitärPolizeiReifenSüdafrika
Justiz & Kriminalität




t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagramYouTubeSpotify

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website