Sie sind hier: Home > Panorama > Tiere >

Dutzende tote Schweinswale an Nordseeküste angespült

In den Niederlanden  

Dutzende tote Schweinswale an Nordseeküste angespült

01.09.2021, 17:42 Uhr | dpa

Dutzende tote Schweinswale an Nordseeküste angespült. Tote Schweinswale: Die Kadaver waren schon stark verwest. (Quelle: dpa/Rob Knoeff/RTZ)

Tote Schweinswale: Die Kadaver waren schon stark verwest. (Quelle: Rob Knoeff/RTZ/dpa)

Spaziergängern auf den niederländischen Nordseeinseln bot sich in den vergangenen Tagen ein erschreckendes Bild: Dutzende tote und stark verweste Schweinswale wurden an den Strand gespült. Tierschützer haben einen Verdacht. 

Dutzende tote Schweinswale sind auf den niederländischen Watteninseln angespült worden und versetzen Umweltschützer in Sorge. Die hohe Zahl toter Wale sei sehr ungewöhnlich und die Ursache noch nicht bekannt, teilte die niederländische Naturschutzorganisation "Natuurmonumenten" mit. Einige der Wale seien zur Untersuchung zur Universität Utrecht gebracht worden, wo unter anderem der Gesundheitszustand und der Mageninhalt der Tiere untersucht werde.

Über die Ursache werde viel spekuliert, sagte Naturaufseherin Cynthia Borras. Es könne sich um eine Epidemie unter den Schweinswalen handeln. Andererseits werde gerade im Wattenmeer an einem Windturbinenpark gearbeitet und es habe vor kurzem eine internationale Aktion der Marine zur Beseitigung alter Munition im Wattenmeer begonnen. Beides könnte das Leben der Wale demnach beeinträchtigen. "Ich wohne schon seit 15 Jahren auf Schiermonnikoog, aber so etwas habe ich noch nicht mitgemacht", sagte Borras. "Man findet mal einen toten Seehund oder toten Schweinswal am Strand, aber so viele Tiere auf einmal, das ist außergewöhnlich und besorgniserregend."

Wale waren bereits stark verwest

Wie die Naturexpertin sagte, handelt es sich um ausgewachsene Wale mit einer Länge von 1,40 bis 1,70 Metern, die bereits stark verwest seien. Wahrscheinlich seien die toten Tiere bereits länger im Meer gewesen und dann von starkem Wind ans Ufer getrieben worden.

In Deutschland sorgt sich die Vorsitzende des Vereins Schweinswale, Denise Wenger, um die Ursachen des Walsterbens. "Etliche Wale auf den Fotos wiesen Hämatome und für Fraßspuren untypische Hautdefekte auf. So war mein erster Gedanke, dass das eine Folge von Altmunitionssprengung sein könnte." Die hohe Zahl verendeter Wale spreche dafür, dass bei den aktuellen Minensprengungen keine Maßnahmen zum Schutz der Tiere vor dem tödlichen Schalldruck getroffen wurden.

Behörden sprechen von normalem Umfang

Seit Jahren gibt es Bemühungen, die große Menge an Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg, die noch in der Nordsee liegen, unschädlich zu machen. Alleine im niedersächsischen Teil der Nordsee wurden im vergangenen Jahr rund 7,35 Tonnen Weltkriegsmunition beseitigt. Nach offiziellen Schätzungen liegen allein in der deutschen Nordsee rund 1,3 Millionen Tonnen Munition aus Weltkriegszeiten.

Entlang der niedersächsischen Küste wurde bislang keine Häufung von Funden toter Schweinswale festgestellt. Totfunde, meist von Jungtieren, gebe es gerade im Sommer immer wieder, berichtete Christian Abel, zuständig für Meeressäuger bei der niedersächsischen Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven. Dann gehe die Aufzuchtphase der Tiere zu Ende. Zudem seien dann auch mehr Menschen an den Stränden unterwegs, die Funde melden. Bis zu 80 tote Schweinswale würden im Schnitt pro Jahr entlang der Küste gefunden, sagte der Experte. Bislang sei das Aufkommen dieses Jahr im "normalen Umfang".

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Madeleinetchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: