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Drama in der Tiefsee: Hightech-Tauchroboter "Nereus" zerstört

Drama am Meeresgrund  

Hightech-Tauchboot bei Tiefsee-Einsatz zerstört

11.05.2014, 15:59 Uhr | Christoph Seidler, Spiegel Online

Drama in der Tiefsee: Hightech-Tauchroboter "Nereus" zerstört. Der Tiefseeroboter "Nereus" kostete acht Millionen Dollar (Quelle: Advanced Imaging and Visualization Lab /Woods Hole Oceanographic Institution)

Der Tiefseeroboter "Nereus" kostete acht Millionen Dollar (Quelle: Advanced Imaging and Visualization Lab /Woods Hole Oceanographic Institution)

"Nereus" war einer der modernsten Tiefseeroboter der Welt - und ist nun unwiederbringlich verloren. Bei einem Einsatz vor Neuseeland ist das Tauchboot in knapp zehn Kilometer Wassertiefe zerstört worden. Der genaue Grund ist noch unklar.

Wie mörderisch der Druck der Tiefsee sein kann, das wussten die Betreiber der "Nereus" sehr wohl. Schließlich hatte der US-Forschungsroboter als erst drittes menschengemachtes Objekt die tiefste Stelle der Weltmeere erreicht. Am 31. Mai 2009 war das fast drei Tonnen schwere Forschungsgerät im Challengertief des Marianengrabens bis auf 10.902 Meter Tiefe hinabgesunken. Dort lastete weit mehr als eine Tonne auf jedem Quadratzentimeter der Keramikhülle des Tauchboots.

Nun sind die mörderischen Kräfte tief unten in den Ozeanen der erst 2008 gebauten "Nereus" offenbar zum Verhängnis geworden. Die Woods Hole Oceanographic Institution erklärte, der Tauchroboter, der seinen Namen einem griechischen Meeresgott verdankt, sei am Freitag im südwestlichen Pazifik bei einer Tauchfahrt zerstört worden. Das Ganze sei bei Forschungsarbeiten im Kermadecgraben vor Neuseeland passiert, in knapp zehn Kilometern Wassertiefe.

In dem Gebiet stoßen die Australische Platte und die Pazifikplatte zusammen. Die "Nereus" sollte das Areal kartieren. Der acht Millionen Dollar teure Tauchroboter konnte das bei Bedarf sogar vollautomatisch tun. Bis zu 20 Stunden lang konnte das vier Meter lange Gerät dank kräftiger Akkus an Bord selbstständig den Ozeanboden erkunden, immer entlang einer vorher festgelegten Route.

40 Kilometer langes Glasfaserkabel

Die "Nereus" konnte von Forschern aber auch an einem bis zu 40 Kilometer langen Glasfaserkabel ferngesteuert werden, unter anderem zum Sammeln von Gesteins- und Sedimentproben vom Meeresgrund. Auch Proben von Lebewesen konnten an die Oberfläche gebracht werden.

Die "Nereus" operierte auf ihrer letzten Fahrt von Bord des US-Forschungsschiffs "Thomas G. Thompson". Das Unglück ereignete sich am 30. von 40 Einsatztagen. Leiter der Expedition war der Biologe Timothy Shank, der das Tauchboot einst mitentwickelt hatte. "'Nereus' hat uns dabei geholfen, Plätze zu erkunden, die wir nie zuvor gesehen hatten und Fragen zu stellen, an die wir nie vorher gedacht hatten", sagte Shank nach dem Verlust des Roboters.

Erst Kontaktabbruch, dann tauchen Trümmerteile auf

Das Problem war nach sieben Stunden eines insgesamt neunstündigen Einsatzes aufgetreten. Was genau passierte, wissen die Forscher noch nicht. Klar ist: Die Crew an Bord der "Thomas G. Thompson" verlor zunächst den Kontakt zum Tauchboot. Auch die schnell eingeleiteten Notfallprozeduren für ein kontrolliertes Auftauchen brachten nichts.

Später entdeckten die Wissenschaftler Trümmerteile an der Wasseroberfläche. Sie seien als Teile der "Nereus" identifiziert worden - und sollen nun geborgen werden. So soll auch der Grund der fatalen Implosion des Bootes ermittelt werden. Damit die "Nereus", oder was von ihr übrig blieb, der Wissenschaft einen letzten Dienst erweise kann.

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