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Wann war die letzte Sonnenfinsternis?

Rückblick  

Wann war die letzte Sonnenfinsternis?

06.03.2015, 14:33 Uhr | anni, dpa

Dieses Jahr ist es wieder soweit: Am 20. März werden wir in Mitteleuropa eine partielle Sonnenfinsternis erleben. Das bedeutet, dass der Mond die Sonne nicht vollständig, aber zum Großteil bedecken wird. Wann die letzte totale Sonnenfinsternis in Deutschland war und was man wo sehen konnte – ein Rückblick.

Nicht verpassen: Die Sonnenfinsternis 2015

Am Freitag, den 20. März 2015 erwartet uns über dem Nordatlantik und Europa ein faszinierendes Naturspektakel: Die Sonnenfinsternis. Ungefähr in der Zeit zwischen 9:30 Uhr und 12 Uhr werden wir im deutschsprachigen Raum eine partielle Sonnenfinsternis beobachten können.

Partiell bedeutet, dass der Mond sich nicht vollständig, sondern bis zu rund 80 Prozent vor die Sonne schiebt. Wer an diesem Tag Zeuge der totalen Sonnenfinsternis werden möchte, sollte nach Norwegen reisen: Von der dortigen Inselgruppe Spitzbergen und den dänischen Färöer-Inseln wird das Spektakel am besten zu beobachten sein.

Wann war die letzte Sonnenfinsternis?

Die meisten Erwachsenen erinnern sich wahrscheinlich noch gut an die letzte totale Sonnenfinsternis in Mitteleuropa. Das Ereignis liegt nun beinahe 16 Jahre zurück: Am 11. August 1999 wurde es in Deutschland gegen 12:30 Uhr für kurze Zeit dunkel.

Leider spielte das Wetter nicht mit: Vielerorts zogen bereits am Vorabend dunkle Wolken auf und versperrten so den Blick auf die Sonne. Mancherorts regnete es sogar in Strömen. Die totale Finsternis dauerte ungefähr zweieinhalb Minuten. Für viele war es ein magischer Moment – manch einer vergleicht die Finsternis 1999 mit Medienspektakeln wie der Mondlandung 1969 oder dem Mauerfall 1989.

"Sofi" 1999: Unglaubliches Medienspektakel

Die öffentliche Begeisterung kam damals nicht von ungefähr: Die Medien hatten das Thema bereits Monate zuvor aufgebauscht und übertrugen am 11. August Live-Bilder vom "Jahrhundertschatten" aus Orten wie Stuttgart, Augsburg und München – im Süden Deutschlands war die Verdunklung besonders gut zu beobachten.

Würde sich die "Sofi" – wie man die totale Finsternis 1999 kurz nannte – in der heutigen Zeit sozialer Netzwerke ereignen, bekäme sie höchstwahrscheinlich den Hashtag #sofi und hätte mehr Follower als Kim Kardashian.

Plastikbrillen, Reklame und Aberglaube

So drängelten sich am 11. August vielerorts Menschen mit Spezialbrillen aus Folie und Pappe und starrten erwartungsvoll in den Himmel. Einem Bericht des "Spiegel" zufolge waren diese Brillen, mit denen man die Finsternis besser sehen sollte, in vielen Geschäften ausverkauft.

Universitäten organisierten Vortragsreihen zum Thema Sonne, Unternehmen und Parteien setzten die Finsternis für einfallsreiche Werbespots ein, Künstler widmeten der Sonnenfinsternis ganze Filme und Kompositionen. Was den Hype vor 16 Jahren vermutlich zusätzlich verstärkte, war die bevorstehende Jahrtausendwende. So warnte man vor schrecklichen Dingen wie einer Invasionen aus dem All und verrücktspielenden Tieren – manche befürchteten gar den Weltuntergang.

Werden wir die nächste Eklipse erleben?

Dass die "Sofi" 1999 so hohe Wellen schlug, dürfte auch daran gelegen haben, dass eine totale Sonnenfinsternis äußerst selten vorkommt. Im Durchschnitt lässt sich das Spektakel nur alle 375 Jahre von einem bestimmten Ort aus beobachten.

Über die nächste totale Finsternis in Deutschland dürfen sich unsere Enkelkinder freuen: Im September 2081 wird man in Mitteleuropa wieder verfolgen können wie der Mond die Sonne verdeckt – dann hoffentlich bei klarem Himmel!

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