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Proxima b: Nasa hält Leben auf Zwillingsplanet der Erde für möglich

Verblüffende Nasa-Simulation  

Auf dem Erdzwilling Proxima b ist Leben möglich

Von Ulrich Weih

07.09.2016, 19:27 Uhr
Proxima b: Nasa hält Leben auf Zwillingsplanet der Erde für möglich. Noch war keine Sonde auf Proxima b - aber so oder so ähnlich könnte es auf dem Exoplaneten vielleicht aussehen.  (Quelle: ESO / C. Kornmesser)

Noch war keine Sonde auf Proxima b - aber so oder so ähnlich könnte es auf dem Exoplaneten vielleicht aussehen. (Quelle: ESO / C. Kornmesser)

Seit Ende August wissen wir: Die Erde hat einen Zwilling - Proxima b. Die spannende Frage lautet: Ist Leben auf diesem Planeten möglich? Die Nasa hat die Bedingungen auf Proxima b in Modellrechnungen simuliert und findet erste Antworten.

Die Ausgangslage für Leben ist eigentlich optimal: Proxima b umkreist den roten Zwergstern Proxima Centauri, den nächsten Nachbarn unserer Sonne. Weil der Zwergstern deutlich weniger Hitze abstrahlt als unsere Sonne, befindet sich Proxima b in der sogenannten habitablen Zone, in der Wasser auf der Planetenoberfläche in flüssiger Form vorkommen kann - eine unabdingbare Bedingung für Leben.

Planet wohl auf einer stabilen Umlaufbahn

Die Nasa hat aus den derzeit bekannten Fakten über Proxima b und seine Sonne verschiedene Modelle zur Bewohnbarkeit des Planeten entwickelt. Dazu wurden Teilaspekte wie Umlaufbahn, Rotation oder Beschaffenheit der Atmosphäre durchgerechnet, berichtet das Magazin "Technology Review". Das Ergebnis: Unter günstigen Umständen wäre tatsächlich Leben auf Proxima b möglich.

Das betrifft etwa die Umlaufbahn des Planeten. Gleichungen mit 10.000 denkbaren Parametern für den Bahnverlauf mussten die Hochleistungsrechner der Nasa durchspielen. In nur 15 Prozent dieser Simulationen ergab sich eine instabile Umlaufbahn. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat Proxima b also eine konstante Umlaufbahn - eine erste wichtige Voraussetzung für die Bewohnbarkeit des Planeten ist damit erfüllt.

Unerträgliche Hitze - tödliche Kälte?

Auch zur Rotation und damit zu den Temperaturen auf Proxima b lieferten die Nasa-Rechner interessante Hinweise: Die derzeitige Entfernung des Planeten zu seiner Sonne deutet darauf hin, dass er gebunden rotiert. Das heißt, dass er immer dieselbe Seite der Sonne zuwendet - genauso, wie es auch bei Mond und Erde der Fall ist. Dadurch müsste es auf der der Sonne zugewandten Seite kochend heiß sein, auf der abgewandten Seite dagegen lebensfeindlich kalt.

Doch das muss nicht unbedingt so sein - und damit kamen die Forscher schon zu ihrer nächsten wichtigen Simulation: Die Temperaturen könnten auch durch eine entsprechend dichte Atmosphäre reguliert werden. Wie aber könnte eine Atmosphäre auf Proxima b beschaffen sein?

Atmosphäre bedeutet Leben

Entscheidend ist dafür, wie viel Wasser es auf Proxima b gegeben hat oder noch gibt. Ein Großteil davon dürfte sich gespalten haben und der Wasserstoff ins All verschwunden sein. Die kritische Menge wäre der zehnfache Wassergehalt der Erde. Wäre weniger Wasser vorhanden, hätte der Magma-Ozean im Planeteninneren den Erdzwilling wahrscheinlich schon ausgetrocknet.

Doch die Berechnungen zeigen auch: Genauso gut könnte sich auch eine Hülle aus dem aufgestiegenen Wasserstoff gebildet haben. Dann wäre der Planet heute bewohnbar.

Sehr große Bandbreite an Möglichkeiten

Spitzt man die Simulationen der Nasa zu, so sind zwei sehr unterschiedliche Extreme denkbar: Geht man von den ungünstigsten Parametern aus, wäre Leben auf Proxima b wohl kaum vorstellbar. Der Planet könnte demnach der Venus ähneln und wäre trocken, heiß und lebensfeindlich, schreibt "Technology Review". Sollte es eine Hülle aus Wasserstoff geben, wäre er eher wie Neptun - viel zu heiß für Lebensformen. Und schließlich könnte Proxima b auch so sauerstoffreich sein, dass dort Leben ausgeschlossen ist. Das wäre das worst-case-Szenario.

Doch die Parameter können auch günstig ausfallen. In diesem Fall belegen die Modellberechnungen der Nasa, dass durchaus Leben auf Proxima b möglich ist. Wir müssen also die Hoffnung auf Leben im All keineswegs aufgeben.

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