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Alles andere als keimfrei: Mikroben der Raumstation ISS untersucht

Alles andere als keimfrei  

Mikroben der Raumstation ISS untersucht

08.04.2019, 07:16 Uhr | dpa

Alles andere als keimfrei: Mikroben der Raumstation ISS untersucht. Alexander Gerst, Astronaut und Kommandant der ISS.

Alexander Gerst, Astronaut und Kommandant der ISS. Foto: Alexander Gerst/ESA/NASA/Archiv. (Quelle: dpa)

Washington (dpa) - Die Raumstation ISS mag weit von der Erde entfernt sein - frei von Mikroben ist sie nicht. Wissenschaftler haben nun die Bakterien und Pilze katalogisiert, die auf den Oberflächen in der Station siedeln.

Zu finden seien vor allem Mikroorganismen, die mit Menschen in Verbindung gebracht werden können, berichtet das Team im Fachjournal "Microbiome". Wichtig sind solche Ergebnisse auch für künftige Langzeitmissionen ins All, bei denen Keime eine immense Gefahr darstellen könnten - weil sich das Immunsystem von Raumfahrern im All verändert und medizinische Hilfe nur eingeschränkt möglich ist.

Die ISS kreist seit dem Jahr 2000 dauerhaft bewohnt von wechselnden Besatzungen in rund 400 Kilometern Höhe um die Erde. Mehr als 200 Menschen waren bereits dort. Die Forscher um Checinska Sielaff von der Washington State University hatten 24 Proben untersucht, die innerhalb von 14 Monaten von drei verschiedenen Besatzungen genommen wurden. Acht Orte wie Esstisch, Schlafkabine, Toilette, Wände und Fenster wurden berücksichtigt.

Anzahl und Zusammensetzung der gefundenen Pilze blieben stabil, die der Bakterien veränderte sich - wohl aufgrund der verschiedenen Raumfahrer an Bord. Ob die gefundenen Mikroorganismen den Menschen auf der Raumstation oder auch der ISS selbst gefährlich werden könnten, müsse noch untersucht werden, erklärte Sielaff. Die am häufigsten vorkommenden Mikroben waren Staphylokokken (26 Prozent) und bestimmte Enterobakterien (23 Prozent). Weitere elf Prozent gehörten zur Gruppe Bacillus.

Unter anderem wurde das Bakterium Staphylococcus aureus gefunden, das meist harmlos auf menschlicher Haut und Schleimhaut lebt, aber auch gefährliche Infektionen verursachen kann. Zudem wurden Bakterien der Gruppe Enterobacter nachgewiesen, die im menschlichen Darm vorkommen und zu Krankheiten führen können.

Auf der Erde kämen solche Bakterien oft in Fitnessstudios, Büros und Krankenhäusern vor, sagte Sielaff. "Ob diese Bakterien die Astronauten krank machen können, wissen wir nicht. Das hängt von mehreren Faktoren ab - dem Gesundheitszustand jedes einzelnen Astronauten und davon, wie sich diese Organismen im Weltraum verhalten." Auch mögliche Auswirkungen auf die ISS sind noch unklar. Einige der nachgewiesenen Mikroorganismen trügen auf der Erde zur Zersetzung von Materialien bei, erklärte Mitautorin Camilla Urbaniak.

Forscher um Nitin Singh vom California Institute of Technology in Pasadena hatten auf der Raumstation bei einer vorangegangenen Analyse Bakterien-Stämme nachgewiesen, die gegen etliche Antibiotika resistent sind. Die Proben waren im Jahr 2015 vor allem von einer ISS-Toilette, aber auch aus dem Fitness-Bereich genommen worden. Das Team berichtete, dass manche Bedingungen im Weltall wie die Schwerelosigkeit zur Entstehung von Resistenzen beitragen können. Auch bei dieser Studie blieb das konkrete Gefährdungspotenzial der gefundenen Erreger unklar.

Weitere Forschung sei notwendig, um die Gesundheit der Astronauten und die Funktionsfähigkeit der ISS dauerhaft sicherzustellen, sagte Kasthuri Venkateswaran von der US-Raumfahrtagentur Nasa, Mitautor der aktuellen Analyse. "Angesichts möglicher zukünftiger Langzeit-Missionen ist es wichtig, die Arten von Mikroorganismen zu identifizieren, die sich in ungewöhnlichen, abgeschlossenen Raumfahrt-Umgebungen ansammeln können."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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