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Experten: Psychische Auswirkungen von Corona ernst nehmen

Von dpa
Aktualisiert am 28.07.2021Lesedauer: 2 Min.
Fröhlich rennen SchĂŒler der Robert-Schumann-Grundschule in der großen Pause auf den Schulhof.
Fröhlich rennen SchĂŒler der Robert-Schumann-Grundschule in der großen Pause auf den Schulhof. (Quelle: Arne Dedert/dpa./dpa)
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Wiesbaden (dpa) - Familienforscher warnen davor, die psychischen Belastungen durch die Corona-Pandemie auf SchĂŒlerinnen und SchĂŒler zu unterschĂ€tzen.

"Die Auswirkungen von Schulschließungen auf die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen sind offensichtlich gravierender als bisher angenommen", erklĂ€rte der stellvertretende Direktor des Bundesinstituts fĂŒr Bevölkerungsforschung (BiB), Martin Bujard, am Mittwoch in Wiesbaden. Davon seien speziell jugendliche MĂ€dchen und junge Menschen mit Migrationshintergrund betroffen.

Bujard sagte: "Das Offenhalten der Schulen sollte hohe PrioritĂ€t haben, damit sich psychische Belastung und LernrĂŒckstĂ€nde nicht noch weiter verstĂ€rken können." Hochrechnungen hĂ€tten ergeben, dass nach dem ersten Lockdown 2020 rund 477.000 Jugendliche im Alter von 16 bis 19 Jahren in einer SelbsteinschĂ€tzung Symptome einer Depression zeigten. Dies entsprĂ€che etwa 25 Prozent dieser Bevölkerungsgruppe - im Vergleich zu 10 Prozent bei einer Befragung im Jahr vor der Pandemie.

Der Blick auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen muss daher nach EinschĂ€tzung des Experten ebenso wichtig sein wie das Schließen von BildungslĂŒcken. "Kontakte mit Gleichaltrigen, Lebensfreude und altersgerechte Erlebnisse in Sport, Freizeit oder Reisen sind daher zukĂŒnftig zentral, nicht nur Nachhilfeangebote", heißt es in der BiB-Publikation.

Psychisch gesunde und selbstsichere Kinder könnten mögliche LernrĂŒckstĂ€nde deutlich schneller und leichter aufholen, erklĂ€rten die Experten. Hilfreich seien beispielsweise Programme, die Kindern aus sozial schwachen Familien die Teilnahme an AusflĂŒgen und Schulfahrten finanzierten.

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"Wenn Kinder und Jugendliche wieder Zeit fĂŒr AktivitĂ€ten mit Gleichaltrigen bekommen und Lebensfreude zurĂŒckgewinnen und das schulische Aufholen ohne zu viel Druck und Verunsicherung gestaltet wird, wird sich auch die psychische Belastung der Jugendlichen verringern können", heißt es in der Studie. Werde aber schulischer Druck ausgeĂŒbt und die SchĂŒler verunsichert, drohten ernsthafte psychische Erkrankungen.

Nach den Worten von Bujard ist es jedoch nicht gerechtfertigt, pauschal von einer "verlorenen Generation" zu sprechen. "Rund zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen sind trotz mancher Schwierigkeiten relativ gut durch die bisherigen pandemiebedingten EinschrÀnkungen gekommen", erklÀrte er.

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