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Corona vs. Affenpocken: Zwei sehr unterschiedliche Erreger

Von dpa
27.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Im Laufe des Mais haben weltweit immer mehr LĂ€nder erste FĂ€lle von Affenpocken gemeldet.
Im Laufe des Mais haben weltweit immer mehr LĂ€nder erste FĂ€lle von Affenpocken gemeldet. (Quelle: Cynthia S. Goldsmith/Russell Regner/CDC/AP/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Gerade erst scheint Corona im Griff, da taucht schon der nĂ€chste Erreger in Deutschland auf. Die Sorge vor den Affenpocken geht um. Auch diese Krankheit wird durch Viren ĂŒbertragen.

Doch das war es dann auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Deshalb sind Experten bislang vergleichsweise gelassen. Die beiden Erreger im Vergleich:

Aktuelle Lage

Im Laufe des Mai haben immer mehr LĂ€nder FĂ€lle von Affenpocken gemeldet. Insgesamt hat die WHO bislang aber nur einige hundert Infektionen im Rahmen dieses Ausbruchs registriert. In Deutschland waren laut Robert Koch-Institut (RKI) zuletzt (Stand 25.5.) rund zehn FĂ€lle bekannt. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte kĂŒrzlich, er sehe nicht den "Vorabend einer neuen Pandemie". Durch Nachverfolgung von Kontakten und Vorsicht könne man die Situation in den Griff kriegen.

Das Coronavirus Sars-CoV-2 hat sich hingegen in den allermeisten LĂ€ndern der Welt bereits dauerhaft festgesetzt. Es gab mehr als eine halbe Milliarde registrierter Infektionen - und noch wesentlich mehr unter dem Radar. Viele Millionen Menschen sind gestorben. In Staaten wie Deutschland hat mittlerweile der ĂŒberwiegende Teil der Bevölkerung durch Impfung und/oder Infektion einen gewissen Schutz.

Ansteckung

Affenpocken werden nach bisherigem Kenntnisstand hauptsĂ€chlich durch engen Körperkontakt von Mensch zu Mensch ĂŒbertragen, unter anderem ĂŒber BlĂ€scheninhalt und Schorf. Das schrĂ€nkt die Verbreitung stark ein. Dass momentan vor allem FĂ€lle bei schwulen MĂ€nnern bekannt sind, könnte unter anderem mit mehreren internationalen Events zusammenhĂ€ngen, bei denen es zu Ansteckungen kam. Das RKI betont: "Das Risiko, sich mit Affenpocken zu infizieren, ist nicht auf sexuell aktive Menschen oder MĂ€nner, die Sex mit MĂ€nnern haben, beschrĂ€nkt. Jeder, der engen körperlichen Kontakt mit einer ansteckenden Person hat, kann sich infizieren." Momentan geht das RKI davon aus, dass der Ausbruch begrenzt werden kann.

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Corona-Infizierte geben das Virus Sars-CoV-2 hauptsĂ€chlich durch virushaltige Partikel weiter, die unter anderem beim Atmen, Husten und Sprechen entstehen. Dabei können Aerosole mit Viruspartikeln auch ĂŒber lĂ€ngere Zeit in der Luft bleiben. Da fĂŒr eine Ansteckung kein enger Kontakt nötig ist, kann sich das Virus schnell verbreiten.

Krankheitsbild

Erste Symptome der Affenpocken sind laut RKI Fieber, Kopf-, Muskel- und RĂŒckenschmerzen sowie geschwollene Lymphknoten. Einige Tage nach dem Auftreten von Fieber entwickeln sich HautverĂ€nderungen, die letztlich verkrusten und abfallen. In den typischen PockenlĂ€sionen ist dabei die Viruskonzentration besonders hoch. Der Ausschlag konzentriert sich in der Regel auf Gesicht, HandflĂ€chen und Fußsohlen, aber auch auf Mund und Genitalien. Auch schwere VerlĂ€ufe und TodesfĂ€lle sind möglich.

Bei Corona gehören Husten, Fieber, Schnupfen sowie Geruchs- und Geschmacksverlust zu den hĂ€ufigsten Symptomen. "Der Krankheitsverlauf variiert stark in Symptomatik und Schwere, es können symptomlose Infektionen bis hin zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod auftreten",heißt es beim RKI.

Medikamente und Impfung

Bereits vor Auftauchen der Affenpocken in Europa gab es einen Impfstoff dagegen. Imvanex ist zwar hierzulande bislang nur gegen Menschenpocken zugelassen, Experten gehen aber auch von einer guten Wirksamkeit bei Affenpocken aus. Deutschland hat bis zu 40.000 Dosen davon bestellt. Mit Impfungen im Bereich bekannter Infektionscluster könnte das Ausbruchsgeschehen wahrscheinlich deutlich eingegrenzt werden, sagt Ralf Bartenschlager vom UniversitÀtsklinikum Heidelberg. Zudem gibt es ein in der EU zugelassenes Medikament.

Gegen das vor mehr als zwei Jahren neu aufgetretene Coronavirus gab es zunĂ€chst weder Medikamente noch Impfstoffe. Das machte eine EindĂ€mmung zunĂ€chst schwieriger. Mittlerweile sind in Deutschland mehrere Impfstoffe sowie verschiedene Arzneimittel verfĂŒgbar.

Herkunft

Affenpocken sind eigentlich eine Krankheit bei Nagetieren in West- und Zentralafrika. Vereinzelt springen sie dort auf Affen und auch auf den Menschen ĂŒber, letzteres ist laut RKI seit 1970 bekannt. Dass sich das Virus in Europa von Mensch zu Mensch ausbreitet, ist neu. Die GrĂŒnde dafĂŒr sind unklar.

Das Corona-Virus Sars-CoV-2 wurde erstmals vor etwa zweieinhalb Jahren entdeckt. Es wird angenommen, dass sich die ersten Menschen auf einem Tiermarkt der chinesischen Stadt Wuhan angesteckt haben. Eine weit verbreitete Theorie ist, dass der Erreger ursprĂŒnglich von FledermĂ€usen stammt.

Mutationen

Der Affenpocken-Erreger ist ein sogenanntes DNA-Virus. Das Erbgut dieser Viren gilt als recht stabil im Vergleich zu RNA-Viren wie dem Coronavirus. Das bedeutet: Mutationen treten seltener auf.

Das Coronavirus hat sich in den vergangenen zwei Jahren hingegen weiterentwickelt. Das Virus wurde dadurch wesentlich leichter ĂŒbertragbar, zum Teil wirkten Impfstoffe schlechter. Die aktuell in Deutschland vorherrschende Variante Omikron fĂŒhrt aber in der Regel zu einem leichteren Krankheitsverlauf als frĂŒhere Varianten.

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