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Forscher entdecken vermeintlich ausgestorbene Tierart

Von dpa
Aktualisiert am 22.01.2016Lesedauer: 2 Min.
New Delhi, Indien: Wissenschaftler machen es möglich: Die Rückkehr einer längst ausgestorbenen Froschgattung
New Delhi, Indien: Wissenschaftler machen es möglich: Die Rückkehr einer längst ausgestorbenen Froschgattung (Quelle: Altaf Qadri/ap-bilder)
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In Indien haben Forscher einen Frosch wiederentdeckt, der bereits als ausgestorben galt. 1870 war die kuriose Art das letzte Mal gesichtet worden - seitdem lebte sie offenbar undercover.

Von der Baumfroschart waren bislang nur zwei Exemplare bekannt - sie liegen in einem Museum in London. Als die Wissenschaftler den Frosch nun wiederentdeckten, fanden sie ein ungewöhnliches Brutverhalten.


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So sieht der Baumfrosch aus, wenn er ausgewachsen ist.
So sieht der Baumfrosch aus, wenn er ausgewachsen ist.

Das Tier stelle sogar nicht nur eine eigene Art, sondern eine eigene Gattung dar, erklärte der indische Biologe Sathyabhama Das Biju. Das hätten genetische Analysen gezeigt.

Biju benannte das Tier, das er und seine Kollegen zufällig im Nordosten Indiens fanden, daher neu und zwar auf den Namen Frankixalus jerdonii. Im Fachblatt "PLOS ONE" berichten die Forscher von dem Fund.

Frosch lebt in luftiger Höhe

Frankixalus jerdonii ist mit 37 bis 47 Millimetern ziemlich groß, hat vorgewölbte Augen, ein abgestumpftes Maul und lebt in Baumlöchern bis zu sechs Metern über dem Boden.

"Ungewöhnlich an dem Tier ist nicht nur die Höhe, sondern auch, dass die Mutter eine erstaunliche elterliche Fürsorge an den Tag legt. Weil es in den Baumhöhlen nur unzureichend Nahrung gibt, füttert sie die Kaulquappen mit unbefruchteten Eiern", sagte Biju. Die Kaulquappen haben keine Zähne, sondern saugen die Eier ein und verdauen sie dann.

Die Kaulquappen des Baumfroschs werden in ihrer Baumhöhle gehegt und gepflegt.
Die Kaulquappen des Baumfroschs werden in ihrer Baumhöhle gehegt und gepflegt.

Zuerst entdeckt und wissenschaftlich untersucht wurde der Frosch 1870 von dem britischen Naturforscher Thomas C. Jerdon. Er brachte zwei Exemplare aus dem indischen Darjeeling mit nach Großbritannien und konservierte sie im Natural History Museum in London.

Danach sei kein Fund des Frosches mehr von Experten beschrieben worden, und er habe als ausgestorben gegolten, schreibt die Universität von Neu Delhi, an der Biju lehrt.

"Froschmann" geht mit DNA-Analyse auf Nummer sicher

Erst 2007 - also 137 Jahre später - sei er zufällig auf den Frosch gestoßen, sagte Biju, der häufig als "Froschmann von Indien" bezeichnet wird, weil er zahlreiche von Indiens Frösche gefunden und klassifiziert hat.

"Es war Nacht, als unser Team laute, ungewöhnliche Rufe von den Bäumen im Dschungel hörte", erzählte er. "Als wir am nächsten Morgen an die Stelle zurückkehrten, fanden wir Frösche, die im Regenwasser in Baumhöhlen brüteten."

Gut getarnt ist Frankixalus jerdonii 137 Jahre lang nicht gesichtet worden.
Gut getarnt ist Frankixalus jerdonii 137 Jahre lang nicht gesichtet worden.

Für die Publikation hätten er und Wissenschaftler aus dem indischen Pune, Belgien, Sri Lanka und den USA fast zehn Jahre gebraucht, weil sie per DNA-Analyse sichergehen wollten, wie der Frosch einzuordnen sei, sagte Biju.

Sie hätten ihn in den indischen Bundesstaaten Meghalaya, Nagaland und Manipur gefunden. Insgesamt gebe es in Indien mehr als 110 bekannte Arten von Baumfröschen.

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