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Düsseldorf: Mercure-Hotel wird Flüchtlingsheim – Bezirksregierung mit Details


Im bisherigen Mercure-Hotel
Bürger in Sorge wegen neuer Flüchtlingsunterkunft


Aktualisiert am 22.04.2024Lesedauer: 3 Min.
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Der Standort: Aus dem Mercure-Hotel soll eine Zentrale Unterbringungseinrichtung werden.Vergrößern des Bildes
Der Standort: Aus dem Mercure-Hotel soll eine Zentrale Unterbringungseinrichtung werden. (Quelle: Hendrik Gaasterland)

Die Bezirksregierung hat Details für die Errichtung einer Landeseinrichtung für Geflüchtete im Mercure-Hotel vorgestellt. Die AfD hatte zuvor Flyer verteilt.

Am Montagabend sind rund 60 interessierte Bürger in die Schützenhalle Eller gekommen, in der die Bezirksregierung die Details für die Errichtung einer neuen Landeseinrichtung für Geflüchtete im bisherigen Mercure-Hotel (Am Schönenkamp 9) in Hassels vorstellte.

Bereits vor der Informationsveranstaltung wurde bekanntgegeben, dass der Vertrag für eine Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) im Mai 2024 beginnt und dass dieser eine Laufzeit von zunächst zwei Jahren hat. In einem ersten Schritt werden 240 Plätze belegt, die Vorbereitungen zur Aufnahme weiterer 160 Menschen folgen, so die Bezirksregierung. Die AfD hatte zuletzt Flugblätter im Umfeld des alten Hotels in Briefkästen geworfen und versucht, Stimmung gegen die Unterkunft zu machen.

Platz für 400 Geflüchtete

In den rund zwei Stunden am Montagabend stellten sich für die Bezirksregierung Chris Patrick Kruse, Jan-Christoph Schaberick und Eva-Christine Bock sowie Düsseldorfs Beigeordnete Miriam Koch den Fragen der Bürger – und sie versuchten ihnen mit Fakten und Erklärungen Sorgen zu nehmen.

Alle 120 Zimmer des ehemaligen Hotels wurden angemietet, sodass Platz für 400 Geflüchtete sein wird. Das Gebäude wird dafür nicht umgebaut, sondern das Mobiliar wird herausgenommen, damit mit Stockbetten die Kapazität erreicht wird. Ein Zaun um das Hotel herum, der bereits steht, sowie ein Kinderspielplatz, der noch gebaut wird, werden laut Bock die größten Veränderungen sein.

Menschen kommen hauptsächlich aus Syrien

Die Bürger wollten wissen, aus welchen Ländern die Geflüchteten nach Hassels kommen. Es war ein leichtes Raunen im Schützensaal zu vernehmen, als nicht etwa Menschen aus der Ukraine, sondern aus anderen Länder genannt wurden. Kruse zählte auf: Bezogen wird die Unterkunft von Menschen aus Syrien, der Türkei, Afghanistan, dem Irak und Iran sowie aus Somalia.

Dass sich der Hotelbetreiber selbst bei der Bezirksregierung als Standort für eine ZUE ins Spiel brachte, darüber sei man froh, sagte Kruse. Man sei auf solche Angebote angewiesen, um Asylsuchende bestmöglich unterzubringen. Er erinnerte daran, dass im Jahr 2023 etwa 25.000 Geflüchtete mehr nach Nordrhein-Westfalen gekommen sind als im Jahr davor. Ein Plus von 57 Prozent, so Kruse.

Sicherheitsdienst ist rund um die Uhr vor Ort

Für die Bewohner der Unterkunft wird es eine Vollverpflegung mit drei Mahlzeiten am Tag geben. Für eine Tagesstruktur werden verschiedene Sport- und Freizeitangebote angeboten. Für die Kinder gibt es nicht nur einen Spielplatz, sondern auch eine Betreuung. Ein Sicherheitsdienst wird rund um die Uhr nicht nur für die Einlass- und Auslasskontrollen vor Ort sein. Er soll auch darauf achten, dass die Hausordnung eingehalten wird: Der Konsum und Besitz von Alkohol und Drogen ist untersagt. Die Polizei werde an der Unterkunft Präsenz zeigen, wurde ebenfalls angekündigt.

Die Frage nach dem Verzehr und Besitz von Alkohol und Drogen wurde von AfD-Ratsfrau Andrea Kraljic gestellt. Sie wollte auch wissen, ob die Bewohner Deutschkurse belegen müssen und ob sie Geld bekommen. Die Antworten: Die Kurse sind keine Pflicht, würden aber etwa in einer Unterkunft in Essen sehr gut besucht, die Nachfrage sei hoch, berichtete der dortige Einrichtungsleiter Schaberick. Zudem bestätigte er, dass jeder Asylsuchende ein Taschengeld von etwa 40 Euro pro Woche für Einkäufe im Kiosk innerhalb der Unterkunft oder in Läden außerhalb des Geländes erhalte.

Bürger: Später Info-Termin sei "beschämend"

Dass es Pläne für eine Unterkunft im ehemaligen Mercure-Hotel gibt, wurde erstmals Ende des vergangenen Jahres bekannt. Details wurden aber bis Montagabend nicht verraten, sodass der größte Applaus des Abends an einen Bürger ging, der es "beschämend" findet, dass die Anwohner erst jetzt informiert wurden. Auch Mitglieder aus der Bezirksvertretung hatten sich eine bessere Kommunikation gewünscht. Kruse erwiderte aber, dass sich die Vertragsverhandlungen bis Ende März hinausgezögert hätten und somit nichts spruchreif gewesen sei.

Verwendete Quellen
  • Reporter vor Ort
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