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Arzt hörte Schreie in Krankenzimmer

Von dpa
Aktualisiert am 27.01.2022Lesedauer: 1 Min.
Der mutmaßliche Folterarzt Alaa M. im Gericht: Er konnte die Schreie der Patienten im MilitĂ€rkrankenhaus in Damaskus hören.
Der mutmaßliche Folterarzt Alaa M. im Gericht: Er konnte die Schreie der Patienten im MilitĂ€rkrankenhaus in Damaskus hören. (Quelle: Boris Roessler/dpa-bilder)
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In Frankfurt steht Alaa M. vor dem Oberlandesgericht. Er soll Gefangene in einem MilitĂ€rkrankenhaus in Damaskus gefoltert haben. Gegen die VorwĂŒrfe verteidigt er sich.

Im Prozess gegen einen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagten syrischen Arzt hat der 36-JĂ€hrige seine Einlassung vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt fortgesetzt.

Alaa M. berichtete am Donnerstag von seinem Dienst in einem MilitĂ€rkrankenhaus in Damaskus. In seiner Abteilung habe sich ein Zimmer befunden, in dem fĂŒnf bis sechs Betten fĂŒr inhaftierte Patienten waren, sagte er.

Angeklagter in Frankfurt: "Ich hatte Angst. Ich hÀtte nichts Àndern können"

Manchmal habe er aus diesem Zimmer auch Schreie gehört. Er habe aber nichts getan oder sich nach den Patienten erkundigt, die mit Augenbinden versehen und an die Betten gefesselt waren. "Ich hatte Angst. Ich hÀtte nichts Àndern können", sagte er.

Vor dem Raum, der stets abgeschlossen gewesen sei und den er nur bei der Visite mit dem Chefarzt betreten durfte, hÀtten Wachen des MilitÀrgeheimdienstes gestanden.

Geheimdienstmitarbeiter schlugen Gefangene

Beim Dienst in der Notaufnahme habe er gesehen, dass Geheimdienstmitarbeiter die Gefangenen schlugen, die etwa mit Schussverletzungen und Prellungen eingeliefert worden waren, sagte der Arzt, der bestritten hat, selbst gefoltert zu haben.

Die Anklage wirft Alaa M. vor, zwischen April 2011 und Ende 2012 in Syrien im MilitĂ€rkrankenhaus in Homs sowie im GefĂ€ngnis der Geheimpolizei Teilnehmer von Protesten gegen die syrische Regierung gefoltert und ihnen schwere körperliche sowie seelische SchĂ€den zugefĂŒgt zu haben. In einem Fall wird ihm vorgeworfen, einen Gefangenen mit einer Injektion getötet zu haben.

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