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19-JĂ€hriger nach Messerattacke vor Gericht: Motiv Blutrache?

Von dpa
20.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Prozess um mutmaßlichen Racheakt
Der Angeklagte wird vor Beginn eines Prozesses in den Sitzungssaal im StrafjustizgebÀude begleitet. (Quelle: Christian Charisius/dpa/dpa-bilder)
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Im Prozess um eine beinahe tödliche Messerattacke nach einem Badeunfall an der Elbe hat der Beschuldigte die Tat zu einem großen Teil eingerĂ€umt. "Ich war sauer und wollte ihn bisschen verletzen", sagte der 19-JĂ€hrige am Donnerstag zu Verhandlungsbeginn vor dem Hamburger Landgericht. Er habe aber nicht versucht, den Jugendlichen zu töten. "Ich könnte viele Methoden finden, um ihn tot zu machen. Das wollte ich aber nicht."

Der 15 Jahre alte Bruder des Beschuldigten war der Staatsanwaltschaft zufolge am 18. Juni vergangenen Jahres beim Baden in Blankenese von der Strömung mitgerissen worden. Am Tag darauf soll der Beschuldigte den besten Freund des 15-JĂ€hrigen im Stadtteil Harburg angesprochen haben. Dann habe er ihn ohne Vorwarnung an der Schulter gepackt und mit einem Klappenmesser viermal in den RĂŒcken gestochen. Dabei habe er heimtĂŒckisch und aus niederen BeweggrĂŒnden gehandelt. Die Leiche des ertrunkenen Bruders wurde erst zwei Tage nach der Tat gefunden.

Das Opfer erlitt lebensgefÀhrliche innere Verletzungen und musste notoperiert werden. Polizisten nahmen den RumÀnen wenige Stunden spÀter zuhause fest. Danach kam er in Untersuchungshaft. Im weiteren Verlauf stellte sich aber heraus, dass er bereits in der Vergangenheit in psychiatrischer Behandlung gewesen war.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann versuchten Mord vor. Zugleich geht sie aber davon aus, dass er schuldunfĂ€hig war. Daher strebt sie eine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik an. Ein Gutachten attestiert dem Beschuldigten Schizophrenie. Er bestreitet dies aber. "Ich habe keine Stimmen im Kopf. Ich will nicht in ein Krankenhaus und andauernd ĂŒber meine Probleme reden", sagte er am Donnerstag. Vielmehr wolle er eine Strafe und ins GefĂ€ngnis.

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Auch zum Motiv Ă€ußerte sich der 19-JĂ€hrige: "Ich dachte, er hatte die Möglichkeit, meinen Bruder zu retten, und das nicht getan. Daher war ich wĂŒtend." Auf die Frage des Vorsitzenden Richters, ob es Rache gewesen sei, sagte er: Bereits seit seiner Kindheit wisse er, dass man sich rĂ€che, wenn etwas passiere. Es gebe aber verschiedene Arten der Blutrache: "Wenn jemand meinen Bruder mit einer Pistole umbringt, darf ich ihn töten." Bei einem Unfall dĂŒrfe er ihn nur ein bisschen verletzen. In der Haft habe er "gemerkt, dass das nicht gut war. Und es tat mir auch leid."

Zu Beginn des sogenannten Sicherungsverfahrens hatten die Verteidiger des 19-JĂ€hrigen zweimal beantragt, die Öffentlichkeit auszuschließen. Sie begrĂŒndeten den Schritt damit, dass wĂ€hrend der Beweisaufnahme höchstpersönliche Belange erörtert werden. Die Kammer lehnte das aber ab. Das Informationsinteresse der Öffentlichkeit ĂŒberwiege in diesem Fall die Persönlichkeitsrechte des Beschuldigten.

FĂŒr das Verfahren sind bis Ende MĂ€rz sieben weitere Verhandlungstage angesetzt.

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