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Der Fall Guérot an der Uni Bonn: "Man kann sie nicht auf Studierende loslassen"


"Man kann Guérot nicht mehr auf Studierende loslassen"


Aktualisiert am 02.11.2022Lesedauer: 2 Min.
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Ulrike Guérot spricht auf der Frankfurter Buchmesse 2019 (Archivbild): Die Politikwissenschaftlerin hat ein Buch geschrieben, das unter Expertinnen und Experten Entsetzen auslöst.Vergrößern des Bildes
Ulrike Guérot spricht auf der Frankfurter Buchmesse 2019 (Archivbild): Die Politikwissenschaftlerin hat ein Buch geschrieben, das unter Expertinnen und Experten Entsetzen auslöst. (Quelle: Peter Hartenfelser/imago images)

Wann ist das Maß voll? Nach den Äußerungen der Bonner Professorin Ulrike Guérot zum Krieg in der Ukraine meinen Kollegen: jetzt.

Die Ukraine? Ein Vehikel US-amerikanischer Dominanzbestrebungen. Die russische Invasion des Nachbarlandes? Eigentlich gar keine solche – die Ukraine habe viel eher einen Krieg mit Russland begonnen, "stellvertretend für den Westen". Überhaupt: Wer den Krieg begonnen hat, müsse "neu erforscht werden".

Klingt wie eine Putin-Rede? Es ist tatsächlich keine. Diese Analysen stammen aus "Endspiel Europa", einem Ende Oktober 2022 veröffentlichten Buch über die Dreiecksbeziehung Europas, Russlands und der Vereinigten Staaten. Eine der zwei Autorinnen ist Ulrike Guérot, die an der Uni Bonn lehrt – zu Europapolitik.

"Es fehlt jede Basis"

Guérots Thesen sind unter ihren Fachkolleginnen und -kollegen schon länger mindestens umstritten. "Es gibt da eine (...) Vorgeschichte", schreibt etwa der Sozialhistoriker Philipp Ther, Professor für Geschichte Ostmitteleuropas an der Universität Wien.

Er wirft Guérot nicht nur vor, weder die russische noch die ukrainische Sprache zu beherrschen, auch mit der Nato habe sie sich nie befasst. "Es fehlt also jede Basis für eine fundierte Einschätzung."

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Keine guten Voraussetzungen für eine Professur an einer Universität, meint Ther: "Die Uni Bonn muss sich fragen, wie es zu dieser Berufung kommen konnte. Ich vermute wegen ihrer Reichweite in den Social Media und flacher, jedoch relativ gut verkaufter Bücher." Man könne sie nach ihren wiederholten Verstößen gegen wissenschaftliche Standards "nicht mehr auf Studierende loslassen".

"Die Kriegstreiber sitzen im Westen"? Guérot gefällt das

Andere sind ähnlicher Meinung. Die Universität müsse "Licht in dieses Berufungsverfahren" bringen, schreibt zum Beispiel der Göttinger Politikwissenschaftler Andreas Busch – "und darlegen, wie ein Prozess der 'Bestenauslese' zur Berufung von Frau Guérot führen konnte".

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Wie Guérot zu ihren Positionen kommt, lässt sich erahnen, wenn man sich ansieht, welche Tweets die Politikwissenschaftlerin mit einem "Like" markiert. Einer davon postuliert über den brutalen russischen Angriffskrieg: "Zu den schlimmsten Kriegstreibern gehören Journalisten." Ein anderer: "Die Kriegstreiber sitzen im Westen."

Ulrike Guérots Buch "Endspiel Europa" wird auch in der Literaturliste ihres Auftritts auf der Webseite der Uni Bonn aufgeführt. Weder die Universität selbst noch Guérot haben sich bisher auf Nachfrage von t-online geäußert. Im Juni hatte das Studierendenparlament die Professorin kritisiert: Guérot spreche der Ukraine ihr Selbstbestimmungsrecht ab. Die "unfundierten" Aussagen Guérots schadeten dem Ruf der Uni.

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