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Terrorgefahr an Karneval? Köln stellt Sicherheitskonzept vor


Brauchtum in Köln
Terrorgefahr an Karneval? Das sagt die Polizei

Von t-online, fe

Aktualisiert am 01.02.2024Lesedauer: 3 Min.
Polizisten beim Karneval in Köln: Die Veranstaltungen seien durch die Bluttat von Hanau, bei der mehrere Menschen erschossen wurden, derzeit nicht gefährdet, so die Polizei.Vergrößern des BildesPolizisten beim Karneval in Köln (Archivbild): Die Hotspots werden besonders überwacht. (Quelle: Wedel/Archivbild/imago-images-bilder)
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Am 8. Februar beginnt mit Weiberfastnacht der Straßenkarneval in Köln. Nun haben Stadt und Polizei ihr Sicherheitskonzept vorgestellt.

Am Donnerstag haben die Stadt Köln und die Polizei in einer Pressekonferenz ihr Sicherheitskonzept für die kommenden Karnevalstage präsentiert. "Die Stadt Köln hat ihre Aufgabe sehr ernst genommen, sicheres Feiern zu gewährleisten", erklärte zu Beginn Thomas Frenzke vom Kölner Ordnungsamt. Bereits am Mittwoch hatte die Stadt ein Sperrkonzept für das Kwartier Latäng rund um die Zülpicher Straße öffentlich gemacht, die seit Jahren als Party-Hotspot an den Karnevalstagen gilt. Laut Frenzke stünde dabei die Sicherheit der Feiernden im Vordergrund, doch sollen möglichst auch Probleme für die Anwohner vermieden werden.

So sieht das Sperrkonzept, wie auch in den vorherigen Jahren, vor, dass die Zugänge zur Zülpicher Straße bei Überlastung geschlossen werden. Die naheliegende Uniwiese soll auch in diesem Jahr als Ausweichfläche dienen, was Naturschützer kritisiert hatten. Auch am Aachener Weiher blieb in der Vergangenheit viel Abfall liegen, was in diesem Jahr durch Zäune um die Wiesenflächen und die den Weiher verhindert werden soll.

Synagoge soll wieder verstärkt geschützt werden

Martin Lotz, Direktionsleiter Gefahrenabwehr bei der Kölner Polizei erklärte, dass die Synagoge in der Roonstraße "aufgrund der derzeitigen Sicherheitslage" erneut durch Zäune geschützt werden solle. "Darauf liegt ein besonderes Augenmerk", sagte Lotz. Insgesamt wird die Polizei "in der Spitze" mit 1.500 Kräften im Einsatz sein, darunter viele Beamte der Bereitschaftspolizei.

Mit Blick auf die Anschlagspläne auf den Kölner Dom, die im Dezember aufgedeckt wurden, sagte Lotz, dass derzeit keine besonderen Sicherheitsmaßnahmen nötig seien. "Die abstrakte Gefahrenlage in Deutschland ist bekannt, man kann niemals etwas völlig ausschließen, aber bisher liegen keine sicherheitsrelevanten Hinweise" vor, so Lotz. Natürlich würde die Polizei jedoch alle Entwicklungen im Auge behalten und im Zweifelsfall die notwendigen Schritte einleiten.

Lotz rechnet indes mit weniger Besuchern als zum Sessionsauftakt am 11.11.2023, der auf einen Samstag fiel und auch viele tausend Menschen aus dem Umland anzog. Da Weiberfastnacht aber auch außerhalb Kölns gefeiert werde – anders als der 11.11. – sei am 8. Februar von weniger Feiernden von außerhalb auszugehen.

Feuerwehr und Rettungsdienst rechnen mit vielen Einsätzen

Die Kölner Feuerwehr geht dennoch davon aus, dass es an den Karnevalstagen zu mehr Einsätzen als im restlichen Jahr kommt. Zu Weiberfastnacht werde daher die Leitstelle personell aufgestockt, am Rautenstrauch-Joest-Museum am Neumarkt soll extra eine temporäre Rettungswache eingerichtet werden. Die Feuerwehr wird dabei von der Freiwilligen Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk (THW) unterstützt.

Erstmalig wird ein Notfallversorgungszentrum (NVZ) am Berufskolleg in der Humboldstraße eingerichtet, um die umliegenden Krankenhäuser zu entlasten. Medizinisches Fachpersonal soll hier alkoholisierte aber stabile Patienten überwachen und versorgen, bis sie selbstständig oder in Begleitung den Heimweg antreten können.

Event auf den Ringen ist "großes Pilotprojekt"

Neu wird in diesem Jahr eine Veranstaltung auf dem Hohenzollernring sein, die das Kwartier Latäng entlasten soll. Organisiert wird das Event von der Karnevalsgesellschaft "Die Große von 1823" unter Präsident Joachim Zöller. "Wir haben eine kleine Bühne und zwei Szeneplätze für DJs", so Zöller. Auch Toiletten und Gastronomiestände sollen aufgestellt werden. Über Weiberfastnacht verteilt rechnet Zöller mit 20.000 Besuchern des Events, das von Estella Mazur moderiert werden soll. Auftreten werden unter anderem der Jugendchor St. Stephan, die "Rhythmussportgruppe", "Kempest Feinest" sowie "Kuhl un de Gäng". Das Event soll um 9 Uhr starten und bis 17 Uhr laufen. Bei Überlastung könne die Veranstaltung abgebrochen werden.

Für das Event auf den Ringen hat die KG zusammen mit der Polizei ein umfassendes Sicherheitskonzept erstellt – schließlich ist die Eventfläche frei zugänglich. So seien 80 Sicherheitskräfte sowie Kameras vor Ort, bei Auslastung sollen die Besucherströme abgeleitet werden. Joachim Zöller bezeichnete die Veranstaltung als "großes Pilotprojekt". Anschließend müsse die Veranstaltung evaluiert und geprüft werden, ob sie eine für die Jugend attraktive Alternative zum Feiern auf der Zülpicher Straße werden kann. "Wir wollen die Stadt unterstützen und unserer historischen Verantwortung gerecht werden", so Zöller.

Die Wirtegemeinschaft der angrenzenden Schaafenstraße hatte Kritik an dem Event geäußert. Die Schaafenstraße ist ein Treffpunkt der LGBTQ-Szene in Köln, die Wirte fürchten eine Zunahme von trans- und homophoben Übergriffen. Laut Zöller sei man inzwischen in den Dialog getreten und habe viele Befürchtungen gemeinsam ausräumen können.

Verwendete Quellen
  • Reporter vor Ort
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