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Tegernsee: Luxus-Autos von Oligarchen sichergestellt – Sprecher äußert sich


Luxusautos sichergestellt
Razzia in Villa am Tegernsee: Anwalt spricht von "Hexenjagd"

Von dpa, t-online
Aktualisiert am 05.10.2023Lesedauer: 3 Min.
urn:newsml:dpa.com:20090101:231005-921-005047Vergrößern des BildesDie sichergestellten Fahrzeuge stehen auf einem vom Zoll bewachten Parkplatz und werden von hier aus an einen geheimen Ort gebracht. (Quelle: Christoph Reichwein)
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Bei einer Razzia am Tegernsee werden am Morgen mehrere Luxusautos sichergestellt. Sie sollen in Verbindung mit einem Oligarchen stehen. Jetzt äußerte sich ein Sprecher.

Zoll und Polizei haben am Donnerstagmorgen bei einer Razzia in einer Villa am Tegernsee Vermögenswerte sichergestellt. Unter anderem wurden aus der Villa am See in Rottach-Egern mehrere hochwertige Fahrzeuge der Luxusklasse abtransportiert, wie Reporter der Deutschen Presse-Agentur berichteten. Vor Ort waren demnach rund 30 Fahnder. Ein Sprecher des Beschuldigten kritisierte am Nachmittag die Aktion der Behörden scharf.

Nach Informationen des "Spiegel" soll es sich bei dem durchsuchten Anwesen um eine Villa handeln, die in Verbindung mit dem russischen Oligarchen Alischer Usmanow steht. Dieser steht auf der EU-Sanktionsliste. Als Reaktion auf den Angriffskrieg gegen die Ukraine hatte die EU massive Sanktionen gegen russische Oligarchen und Unternehmen verhängt und deren Vermögenswerte eingefroren.

Sprecher von Usmanow: Verdacht ist "unbegründet"

Das Vorgehen der deutschen Ermittlungsbehörden gegen Alischer Usmanow löse große Verwunderung und Beschämung aus, teilte Anwalt Joachim Steinhöfel, Sprecher von Alischer Usmanow, am Donnerstagnachmittag mit. Der Verdacht gegen Herrn Usmanow sei unbegründet.

Er habe freiwillig und gesetzeskonform sein gesamtes Vermögen deklariert, habe zudem erklärt, mit welchen Mitteln er es erworben habe und ob und in welchem Umfang dies auf Stiftungen übertragen wurde. Diese Informationen würden den Ermittlungsbehörden seit langem vorliegen. Usmanow sei seit langem nicht mehr Begünstigter der Stiftungen und habe weder Kenntnis noch Einfluss auf deren Vermögensverfügungen, seien es Immobilien oder andere Wertgegenstände.

Die erneuten Durchsuchungen stellten laut des Sprechers von Usmanow offenbar den Versuch dar, "neue absurde Anschuldigungen" gegen Herrn Usmanow zu formulieren und ein neues Kapitel in der "Hexenjagd" aufzuschlagen, deren Opfer er sei. "Ein ähnliches Spektakel haben wir vor einem Jahr erlebt, als Hunderte von Beamten mit großem Getöse leerstehende Häuser stürmten", wird Steinhöfel weiter zitiert.

Auf dem Anwesen am Tegernsee hatte es bereits im vergangenen September eine Razzia im Rahmen von Ermittlungen wegen Geldwäsche gegeben. Auch der Verdacht der Steuerhinterziehung sowie des Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsgesetz standen seinerzeit im Raum. Zudem wurde der 70-Jährige verdächtigt, als Strohmann von Russlands Präsident Wladimir Putin zu fungieren. Vorwürfe, welche ein Sprecher des Oligarchen gegenüber t-online entschieden zurückwies: "Die Ermittlungen sind absurd."

Im Mai dieses Jahres erklärte das Landgericht Frankfurt am Main die Durchsuchungen der Villa in Rottach-Egern sowie weiterer Wohnungen im Taunus und einer Jacht in Bremen als rechtswidrig. Die Münchner Anwaltskanzlei Gauweiler & Sauter hatte sich im Auftrag der usbekischen Botschaft erfolgreich für die Belange des Usbeken Usmanow eingesetzt. Die beiden Rechtsanwälte Peter Gauweiler und Thomas Fischer teilten damals mit, dass das Gericht keinen Anfangsverdacht der Geldwäsche gegen ihren Mandanten gesehen habe.

Sonderkommission soll weiteres Anwesen durchsucht haben

Die Sonderkommission der Zentralstelle für Sanktionsdurchsetzung (ZfS), welche nach den ineinander schachtelbaren russischen Puppen "Matrjoschka" benannt ist, soll zudem am Donnerstag zu mindestens einem weiteren Anwesen im Großraum München ausgerückt sein. An der Aktion am Tegernsee waren einem ZfS-Sprecher zufolge auch das Bundeskriminalamt, die Steuerfahndung Düsseldorf, die Bundespolizei und das Zollfahndungsamt München beteiligt. Die Aktion basiere auf entsprechenden gerichtlichen Durchsuchungsbeschlüssen.

Die ZfS ist seit dem 1. Januar 2023 im Geschäftsbereich des Bundesfinanzministeriums eingerichtet und für die administrative Vermögensermittlung zu gelisteten Personen und Entitäten zuständig. Darüber hinaus koordiniert sie die Sanktionsdurchsetzung in diesem Bereich der Finanzsanktionen.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
  • spiegel.de: "Zoll durchsucht Anwesen von Oligarch Usmanow am Tegernsee"
  • bundestag.de: "Zentralstelle für Sanktionsdurchsetzung"
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