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München: Sir Simon Rattle wird Chefdirigent des BR-Symphonieorchesters

Neue Aufgabe in München  

Rattle wird Chefdirigent des BR-Symphonieorchesters

11.01.2021, 11:36 Uhr | dpa

München: Sir Simon Rattle wird Chefdirigent des BR-Symphonieorchesters. Sir Simon Rattle wird Chefdirigent des BR-Symphonieorchesters. (Quelle: dpa/Doug Peters)

Sir Simon Rattle wird Chefdirigent des BR-Symphonieorchesters. Foto: Doug Peters/PA/AP/dpa. (Quelle: Doug Peters/dpa)

Es ist eine Spitzenpersonalie in der Welt der klassischen Musik: Sir Simon Rattle wird Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks und wird damit in München wirken.

Eine Legende kommt nach München: Sir Simon Rattle wird Chefdirigent des Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Momentan ist der 65-Jährige noch Musikdirektor des London Symphony Orchestra. Sein Amt in München als Leiter des renommierten Orchesters samt Chor werde er zur Spielzeit 2023/2024 antreten, teilte der Bayerische Rundfunk (BR) am Montag in München mit. Der Vertrag läuft zunächst über fünf Jahre.

"Mit seiner Leidenschaft, mit seiner künstlerischen Vielseitigkeit und mit seinem einnehmenden Charisma wird er ein überaus würdiger Nachfolger von Mariss Janons sein", sagte BR-Intendant Ulrich Wilhelm. Wie kein anderer stehe er für neue Wege, Menschen für Musik zu begeistern. Dies sei ein wichtiges Signal, gerade in einer Zeit, in der die Kunst mit Einschränkungen durch die Pandemie zu kämpfen habe.

Rattle war bereits in Berlin tätig

Der Brite hat viel Erfahrung mit deutschen Top-Orchestern, nicht nur weil er beim BRSO schon des Öfteren am Dirigentenpult stand. Von 2002 bis 2018 war er bereits Chefdirigent und künstlerischer Leiter der Berliner Philharmoniker. 2017 übernahm er dann den Posten in London.

Nun wird er also Nachfolger von Mariss Jansons, der seit 2003 an der Spitze des Ensembles gestanden hatte und am 1. Dezember 2019 überraschend im Alter von 76 Jahren gestorben war. Eine Ehre, wie es Rattle am Montag nannte. "Ich bin begeistert", erklärte er.

Rattle bei einem Konzert des Czech Philharmonic Orchestra (Archivbild): Der 65-Jährige war auch der Wunschkandidat in München. (Quelle: imago images/CTK Photo)Rattle bei einem Konzert des Czech Philharmonic Orchestra (Archivbild): Der 65-Jährige war auch der Wunschkandidat in München. (Quelle: CTK Photo/imago images)

Die Entscheidung für Rattle kommt nicht überraschend. Dem Vernehmen nach soll er der Wunschkandidat von Jansons gewesen sein. Als nach dessen Tod die Nachfragedebatte aufkam, wurde Rattle schon recht bald als Anwärter gehandelt, ebenso wie der 45-jährige Kanadier Yannick Nézet-Séguin, derzeit unter anderem Musikchef der New Yorker Metropolitan Opera. Ins Spiel gebracht wurde in Medienberichten zudem der Österreicher Franz Welser-Möst (60), seit 2002 Musikdirektor des Cleveland Orchestra.

Rattle war Wunschkandidat

Dass es nun nach gut einem Jahr einen namhaften Nachfolger für Jansons gibt, war vor allem ein Anliegen von BR-Intendant Ulrich Wilhelm. Noch vor dem Ende seiner Amtszeit zum 31. Januar wollte er eine Entscheidung, allerdings nicht über das Orchester hinweg. Es gebe eine sehr enge Abstimmung mit den Mitgliedern des Symphonieorchesters, hatte Wilhelm immer betont. Allerdings hatte die Corona-Pandemie die Entscheidung verzögert. Reisebeschränkungen und der Ausfall von Konzerten erschwerten die Suche und die Gespräche mit Kandidaten.

Ein wichtiger Aspekt dürfte für einen künftigen Chefdirigenten auch das geplante neue Münchner Konzerthaus als Heimat des Orchesters sein. Jansons hatte sich stets dafür starkgemacht. Doch aus dem geplanten Baubeginn im Frühjahr 2018 wurde nichts. Seitdem wird immer noch geplant und angesichts der Corona-Krise auch nach Möglichkeiten gesucht, das Vorhaben billiger zu gestalten. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bekennt sich jedoch weiter zu dem Prestigeprojekt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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