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Bayern hofft auf baldige Corona-Lockerungen

Von dpa
17.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Kabinettssitzung in Bayern
Markus Söder (CSU), MinisterprÀsident von Bayern, sitzt vor Beginn einer Kabinettssitzung im Videoraum der Staatskanzlei. (Quelle: Sven Hoppe/dpa/dpa-bilder)
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Die Bayerische Staatsregierung hat den BĂŒrgern fĂŒr nĂ€chste Woche mögliche Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen in Aussicht gestellt. "Wir sind optimistisch", sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) nach einer Videoschalte des Kabinetts am Montag. Vieles deute darauf hin, dass die nun auch in Bayern mit 75 Prozent vorherrschende Omikron-Variante zu weniger Belastung in den KrankenhĂ€usern fĂŒhre als die Delta-Variante, sagte Herrmann.

Die Entwicklung mĂŒsse aber noch beobachtet werden, die zur VerfĂŒgung stehenden Daten seien noch nicht klar genug. Deswegen habe die Staatsregierung zunĂ€chst auf Änderungen beim Infektionsschutz verzichtet. Ungeachtet der zum Teil drastisch steigenden Fallzahlen bleibe die regionale Hotspot-Regelung, die bis vergangene Woche zu regional begrenzten Lockdowns bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 1000 fĂŒhren konnte, ausgesetzt. Ein Ansteigen einer Inzidenz ĂŒber die Schwelle von 1000 hat demnach also derzeit keinerlei zusĂ€tzliche Konsequenzen.

FĂŒr die nĂ€chste Woche gebe es in einigen Bereichen eine "klare Perspektive", wenn sich die Lage nicht verschlechtere, sagte Herrmann. Als Beispiele fĂŒr denkbare Lockerungen nannte Herrmann erleichterte Zugangsregelungen in der Jugendarbeit und KapazitĂ€tserweiterungen bei den Zuschauerzahlen in Kultur und Sport. Etwa sei eine Anhebung der Maximalauslastung von derzeit 25 Prozent auf 50 Prozent denkbar.

Herausfordernd bleibt die Situation in Schulen und KindergĂ€rten: Die Inzidenzen bei bayerischen Kindern und Jugendlichen sind in der Woche seit Ende der Weihnachtsferien in die Höhe geschossen. In der Altersgruppe der Sechs- bis ElfjĂ€hrigen ist der Wert binnen sieben Tagen um mehr als 164 Prozent gestiegen, wie aus Daten des Landesamts fĂŒr Gesundheit und Lebensmittelsicherheit vom Montag hervorgeht. Vor einer Woche hatte das LGL fĂŒr die Gruppe noch 372 FĂ€lle pro Woche und 100.000 Einwohnern gemeldet, jetzt sind es 985.

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Noch höher fiel die Inzidenz bei den 16- bis 19-JĂ€hrigen aus. 1305 ist der höchste Wert, den das LGL je fĂŒr eine Altersgruppe ermittelt hat. Der relative Anstieg fiel mit 79 Prozent allerdings etwas geringer aus.

Die dritthöchste Inzidenz wird mit 982 fĂŒr die 12- bis 15-JĂ€hrigen ausgewiesen. Auch hier gab es mehr als eine Verdoppelung binnen sieben Tagen. Dahinter folgen die 20- bis 34-JĂ€hrigen mit 882 - hier fĂ€llt der Anstieg wie auch bei anderen Ă€lteren Gruppen allerdings deutlich geringer aus.

Stark angezogen hat auch die Inzidenz bei Kindern bis fĂŒnf Jahren. Hier gab es mehr als eine Verdoppelung von 177, die vergangenen Montag gemeldet wurden, auf 376. Zum starken Anstieg dĂŒrfte dabei auch die Testpflicht fĂŒr Kindergartenkinder beigetragen haben. Wie in den Schulen sorgen die verpflichtenden Tests dafĂŒr, dass Infektionen hĂ€ufiger entdeckt werden.

An einigen Schulen gehen die Lehrer inzwischen dazu ĂŒber, die Schulaufgaben in einer engeren Taktung zu stellen, um eine bei der Notenvergabe fĂŒr den Fall von UnterrichtsausfĂ€llen nicht in Zeitnöte zu geraten. Kultusminister Michael Piazolo (Freie WĂ€hler) rief dazu auf, Augenmaß walten zu lassen. "Auf der einen Seite will man natĂŒrlich Leistungserhebungen, auf der anderen Seite wollen wir in diesen Zeiten die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler nicht ĂŒberfordern", sagte er.

Eine Woche nach Wiederbeginn des Schulunterrichtes in Bayern sprach der Kultusminister aber von einer insgesamt positiven Bilanz. Der Schulstart sei Piazolo zufolge "relativ reibungslos gelaufen". Den Daten zufolge waren nur 3,2 Prozent der Pooltests am ersten Tag nach den Ferien positiv. Das sei weniger als nach den Allerheiligen-Ferien (4,4 Prozent), betonte Piazolo.

Zudem habe man auch bei den QuarantĂ€ne-Regeln nachgesteuert: SchĂŒler können sich nun bereits nach dem fĂŒnften Tag freitesten. Trotz weiterer QuarantĂ€ne-FĂ€lle schicke man inzwischen tendenziell keine ganzen Klassen mehr in die QuarantĂ€ne. "Andere Maßnahmen werden nur ergriffen, wenn mehrere FĂ€lle in einer Klasse auch auftauchen", sagte Piazolo. Derzeit herrsche ein Betrieb von deutlich ĂŒber 97 Prozent aller Klassen.

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