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1. FC Nürnberg: So tickt der neue Sportdirektor Olaf Rebbe


So tickt Nürnbergs Olaf Rebbe

Von Michael Bächle

Aktualisiert am 08.03.2021Lesedauer: 4 Min.
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Olaf Rebbe in seiner Zeit bei PAOK Saloniki. Jetzt soll er dem 1. FC Nürnberg als Sportdirektor auf die Sprünge helfen.
Olaf Rebbe in seiner Zeit bei PAOK Saloniki. Jetzt soll er dem 1. FC Nürnberg als Sportdirektor auf die Sprünge helfen. (Quelle: ANE Edition/imago-images-bilder)
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Die Suche ist vorbei: Der neue Sportdirektor des 1. FC Nürnberg heißt Olaf Rebbe. Der 42-Jährige verkaufte einst Julian Draxler als erste Amtshandlung

Nicht einmal einen eigenen Wikipedia-Eintrag hat er bislang. Dabei gibt es doch ziemlich viel zu schreiben über Olaf Rebbe. Denn der neue Sportdirektor des 1. FC Nürnberg ist einer, der einen eher ungewöhnlichen Weg ins Rampenlicht hinter sich hat.

Anders als die meisten anderen Macher deutscher Profiklubs hat Rebbe nie selbst professionell Fußball gespielt – nicht mal ansatzweise. Über die Bezirksoberliga kommt er nie hinaus. In einem Alter, in dem die Zorcs und Eberls, selbst die Azzouzis der deutschen Profi-Landschaft als Fußball-Profi ihr Geld verdienen, hat Rebbe die Schuhe schon längst an den Nagel gehängt. Mit 20 Jahren zwingt ihn ein Kreuzbandriss zum Aufhören. Danach spielt er nicht mehr Fußball, er denkt nur noch Fußball.

Rebbe war einst an Heckings Entlassung beteiligt

Für einen Mann ohne Profi-Hintergrund und die daraus resultierenden Vorzüge ist es umso erstaunlicher, wie schnell sich Rebbe nach oben gearbeitet hat. Im Alter von 42 Jahren hat er nun schon Manager-Posten in der Bundesliga, in der Premier League und in der griechischen Super League vorzuweisen - und jetzt eben die Position beim 1. FC Nürnberg ergattert, die sein neuer Vorgesetzter Dieter Hecking eigentlich schon seit dem Amtsantritt im vergangenen Sommer besetzen wollte.

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Die neue Konstellation von Hecking und Rebbe ist durchaus kurios. Schließlich haben beide bereits von 2013 bis 2016 beim VfL Wolfsburg zusammengearbeitet – aber in einer gänzlich anderen Rollenverteilung. Hecking war damals Cheftrainer der Niedersachsen, Rebbe der Sportliche Leiter und damit auch an Heckings Entlassung im Herbst 2016 beteiligt. Trotzdem hat Hecking als Sportvorstand des FCN jetzt Rebbe eingestellt, um den Lizenzspieler- und Scouting-Bereich zu verantworten, also Aufgabenfelder, die Hecking bislang selbst bearbeitet hatte.

Rebbe verkaufte Draxler in Wolfsburg

Für Neuverpflichtungen und Abgänge beim Club wird nun also hauptsächlich Rebbe zuständig sein. "Diese Art von Arbeit war immer mein Traum", sagte er mal dem "Sportbuzzer". Dass er nun tatsächlich in dieser Position gelandet ist, hat er auch der Tatsache zu verdanken, dass er alles dafür getan hat: Schülerpraktikum bei Borussia Dortmund, Hospitanzen beim FC Arsenal und bei Celtic Glasgow, schließlich, nach dem Studium ein Trainee bei Werder Bremen. Nicht mal eine Festanstellung bekommt er dort am Anfang. Doch Rebbe ist hartnäckig. Er steigt zum Marketing-Chef bei Werder auf, mischt irgendwann auch im Kerngeschäft des damaligen Managers Klaus Allofs mit.

Als der 2012 nach Wolfsburg wechselt, dauert es nicht lange, bis bei Rebbe das Telefon klingelt. Er wird Allofs‘ leitender Assistent, steigt dann zum Sportlichen Leiter auf. Schließlich, als Allofs 2016 kurz nach Heckings Entlassung selbst gehen muss, übernimmt Rebbe die Position seines Ziehvaters. Im Alter von nur 38 Jahren verantwortet er die Geschicke bei einem der finanzstärksten Klubs Deutschlands – und verkauft quasi als erste Amtshandlung mal eben den deutschen Nationalspieler Julian Draxler für 36 Millionen Euro zu Paris St. Germain.

Misserfolg in Wolfsburg und Huddersfield

Derartige Beträge wird Rebbe nun in Nürnberg nicht mehr bewegen. Dass er in der 2. Liga wieder Fuß fassen will, liegt auch daran, dass seine Zeit als Verantwortlicher in Wolfsburg alles andere als glücklich verlaufen ist. In knapp eineinhalb Jahren tätigt er zahlreiche Spielertransfers, entlässt drei Trainer. Trotz eines millionenschweren Kaders mit vielen großen Namen entrinnt der VfL in beiden Saisons unter Rebbes Ägide nur hauchdünn dem Abstieg, im Mai 2018 muss er gehen.

Auch bei seiner folgenden Station beim Premier-League-Außenseiter Huddersfield Town bleibt der Erfolg aus. Nach nur sieben Monaten ist wieder Schluss, die von ihm zusammengestellte Mannschaft steigt sang- und klanglos als Tabellenletzter ab.

Der Misserfolg hinterlässt seine Spuren, erst Mitte 2020 bekommt Rebbe wieder einen Job – in Griechenland, bei PAOK Saloniki. Dort sorgt er durchaus für Schlagzeilen, leiht unter anderem den Ex-Fürther Abdul Rahman Baba aus und verpflichtet im Januar den ehemaligen Dortmund-Star Shinji Kagawa.

Rebbe: Für den FCN eine Patrone, die zünden sollte

Jetzt lässt er das Projekt PAOK aber hinter sich - laut der Nürnberger Vereinsmitteilung auch der Familie zuliebe. "Als wir erfahren haben, dass Olaf aus familiären Gründen nach Deutschland zurück möchte, sind wir direkt mit ihm in Kontakt getreten", wird Hecking zitiert.

Für den Verein ist Rebbe eine Patrone, die nach zwei Jahren Abstiegskampf in der 2. Liga möglichst zünden sollte – zumal erstaunlich lange gewartet wurde, ehe die Position mit ihm besetzt wurde.

Mindestens genauso heikel ist die Ausgangslage jedoch für Rebbe selbst. Der neue Sportdirektor selbst könnte seine einst so steile Karriere wieder ins Rollen bringen, wenn er den FCN aus dem Schlamassel der vergangenen Jahre führt. Aber was, wenn auch sein zweiter Sportdirektor-Job in Deutschland im Misserfolg endet wie in Wolfsburg? Dann könnte sein Traum von der Manager-Karriere auf höchster Profi-Ebene auch bald wieder ausgeträumt sein.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherchen
  • Interview Sportbuzzer
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