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"Alles auf null": Brisante Relegation mit FCK und Dresden

Von dpa
19.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Fans des 1.
Fans des 1. FC Kaiserslautern halten ein Transparent mit der Aufschrift "Unser Traum! Euer Ziel! Aufstieg 2022!" in die Höhe. (Quelle: Uwe Anspach/dpa./dpa)
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Kaiserslautern (dpa) - Der viermalige deutsche gegen den achtmaligen DDR-Fußball-Meister, ein Hochrisikospiel, ein frisch verpflichteter gegen einen angeschlagenen Trainer - und das alles "uffm Betze", wie die PfĂ€lzer sagen.

Fast 50.000 Fans werden am Freitag (20.30 Uhr/Sat.1 und Sky) zum hochbrisanten ersten Relegationsspiel zwischen dem Drittliga-Dritten 1. FC Kaiserslautern und dem Zweitliga-Drittletzten Dynamo Dresden erwartet.

Hochbrisantes Duell der Traditionsclubs

"Wir mĂŒssen cool bleiben und unser Hirn einschalten", warnte der neue FCK-Coach Dirk Schuster angesichts des Hexenkessels Fritz-Walter-Stadion auf dem legendĂ€ren Betzenberg. Die Partie ist mit 46.895 Zuschauern lĂ€ngst ausverkauft. Aufgrund einer Pufferzone auf der OsttribĂŒne zwischen beiden Fangruppen ist die KapazitĂ€t begrenzt. Die Polizei ist alarmiert und mit einem Großaufgebot unterwegs: 2013 hatte es bei einem Aufeinandertreffen beider Fußball-Clubs schwere Krawalle gegeben. Die Stadtverwaltung richtete eine "glasfreie Zone" ein und sprach ein Alkoholverbot aus. Aus Dresden werden rund 5000 Fans erwartet, das RĂŒckspiel steht am Dienstag an.

In Lautern ist das Fußballfieber nach - finanziell und sportlich - sehr schwierigen Jahren seit dem Abstieg aus dem Oberhaus 2012 wieder in die Höhe geschossen. Zuletzt spielten die Roten Teufel vor ĂŒber 45.000 Fans gegen den 1. FC SaarbrĂŒcken und gegen Borussia Dortmund II.

Zur großen EnttĂ€uschung des Anhangs aber vermasselte die Mannschaft unter Marco Antwerpen mit drei Niederlagen zum Saisonende den direkten Aufstieg und der Traditionsclub wechselte flugs noch den Trainer. Schuster kam nach einjĂ€hriger Auszeit seit seinem Abschied beim FC Erzgebirge Aue natĂŒrlich mit Begeisterung. Er vollbrachte 2014 mit Darmstadt 98 das KunststĂŒck, nach einem 1:3 im Relegationshinspiel gegen Arminia Bielefeld mit einem 4:2 im RĂŒckspiel in die 2. Liga aufzusteigen. Mit der Lilien marschierte der gebĂŒrtige Chemnitzer ein Jahr spĂ€ter sogar bis ins Oberhaus durch.

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"Er weiß, was auf uns zukommt. Mit Sicherheit kann uns das helfen, das kann ein paar Prozentpunkte ausmachen", sagt KapitĂ€n Jean Zimmer. "Aber wir sind auf dem Platz die Entscheider - und er hatte auch nur wenig Zeit."

Dresden hat 2022 noch kein Pflichtspiel gewonnen

Schusters Dresdner Kollege Guerino Capretti konnte seinen Job im Gegensatz zu Antwerpen noch in die Relegation retten: Seit seinem Start bei Dynamo Anfang MĂ€rz hat der Deutsch-Italiener keines seiner zehn Spiele gewonnen. In Dresden hatte man seine Verpflichtung als Nachfolger von Alexander Schmidt argwöhnisch betrachtet, fĂŒhrte der 40-JĂ€hrige zuvor doch nur unterklassige Vereine.

Schlimmer noch fĂŒr die Sachsen: Dynamo hat 2022 noch kein einziges Pflichtspiel mit einem Dreier beendet. Und die Dresdner sind der erste Verein, der diese Relegation zum dritten Mal bestreitet. 2011 setzte sich Dynamo als Drittligist gegen den VfL OsnabrĂŒck durch, zwei Jahre spĂ€ter dann als Zweitligist gegen den gleichen Gegner.

FCK-Routinier Zimmer sieht die ganzen BegleitumstĂ€nde pragmatisch: "Alles auf null! Das ist genau der Charme dieser Partien." Chris Löwe weiß, wie es ist, wenn der Betze brennt. "Ich habe ihn ĂŒber Jahre als HeimstĂ€tte kennengelernt. Mit allem, was dazugehört, ist es der schwerste Gegner, den wir bekommen konnten", sagt der Ex-Lauterer im Dresden-Dress. Dynamo-Sportchef Ralf Becker spielt die Bedeutung der Relegation erst gar nicht herunter. "In den nĂ€chsten sieben Tagen finden die beiden wichtigsten Spiele der letzten fĂŒnf bis zehn Jahre statt", sagt der Ex-Profi.

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