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Europa League gegen Inter Mailand: Warum Eintracht Frankfurt so begeistert

MEINUNGEuropa League gegen Inter Mailand  

Fünf Gründe, warum Eintracht Frankfurt begeistert

Von Noah Platschko

07.03.2019, 15:57 Uhr
Europa League gegen Inter Mailand: Warum Eintracht Frankfurt so begeistert. Jovic, Rebic, Haller: Drei, die sich gefunden haben.  (Quelle: imago images/Jan Huebner)

Jovic, Rebic, Haller: drei, die sich gefunden haben. (Quelle: Jan Huebner/imago images)

Eintracht Frankfurt hat die beste Vorrunde einer deutschen Mannschaft aller Zeiten gespielt – und gegen Inter Mailand gute Chancen aufs Viertelfinale. Doch es gibt noch mehr Gründe, die SGE zu loben.

Noch vor einem Jahr standen etliche Bundesligisten in der Kritik. Ihr Fußball sei träge, uninspiriert und zu durchsichtig. Die Mannschaften in der Bundesliga würden hauptsächlich defensiv orientiert spielen, hieß es. 

Kein Jahr später hat sich das geändert. In der oberen Tabellenhälfte finden sich fast nur Teams, die durch ihren Offensivfußball begeistern. Ob Dortmund unter Favre, Leverkusen unter Bosz, Hoffenheim unter Nagelsmann – oder Frankfurt unter Adi Hütter.

Hütter galt als Entlassungskandidat Nummer eins

Insbesondere Frankfurt wurde nach dem Pokalsieg im Frühling sowie nach den Abgängen von Trainer Niko Kovac und diverser Leistungsträger wie Kevin-Prince Boateng, Lukas Hradecky, Omar Mascarell oder Marius Wolf eine schwierige Saison prognostiziert. Und nach dem Pokal-Aus in der ersten Runde gegen Ulm galt der neue Trainer Adi Hütter schon als Entlassungskandidat Nummer eins. Doch es kam anders.

Seit Oktober wirbelt Eintracht Frankfurt nun durch die Liga und beeindruckt selbst neutrales Publikum. Fünf Gründe, weshalb die Hessen derzeit so begeistern.   

Der Sturm:

Jovic, Rebic, Haller: Der Dreiersturm, auch "Büffelherde" genannt, ergänzt sich perfekt. Der Franzose Haller, zweitbester Scorer der Liga (zwölf Tore, zehn Vorlagen), kann den Ball behaupten wie kaum ein anderer. Dazu glänzt der bis in die Haarspitzen motivierte Ante Rebic, Vizeweltmeister mit Koatien, in Florenz und bei RB Leipzig verkannt.

Der Dritte im Bunde ist Luka Jovic, der für eine lächerliche Leihgebühr über 200.000 Euro von Benfica Lissabon zur Eintracht geholt wurde. Mit 15 Treffern führt der Serbe die Torjägerliste an und sorgt immer wieder für Kreativmomente im Sechzehner, wie bei seinem spektakulären Treffer gegen Fortuna Düsseldorf.

Trafen alle drei beim 3:1 gegen den SC Freiburg am 19. Januar: Luka Jovic (li.), Ante Rebic (mi.) und Sébastien Haller.  (Quelle: imago images/Jan Huebner)Trafen alle drei beim 3:1 gegen den SC Freiburg am 19. Januar: Luka Jovic (li.), Ante Rebic (mi.) und Sébastien Haller. (Quelle: Jan Huebner/imago images)

Beim 7:1 gegen die Fortuna traf der erst 21-Jährige gleich fünf Mal – und schrieb damit Geschichte. 

Spaßmacher Danny Da Costa:

Nicht nur durch seine gewitzten Interviews beeindruckt Frankfurts Rechtsverteidiger Danny da Costa. Genauso wie sein Pendant auf der linken Seite Filip Kostic beackert er die komplette rechte Spielhälfte von vorne bis hinten.

Eigentlich als Back-Up für Timothy Chandler geholt, etablierte sich da Costa im Frankfurter System und absolviert seit nun fast einem Jahr jedes Spiel – und das zumeist über 90 Minuten.

Selten so ernst wie auf diesem Bild: Frankfurts Danny da Costa.  (Quelle: imago images/Revierfoto)Selten so ernst wie auf diesem Bild: Frankfurts Danny da Costa. (Quelle: Revierfoto/imago images)

Doch wie fast jedem Frankfurt-Spieler scheint auch dem ehemaligen Leverkusener und Ingolstädter die Doppelbelastung nichts auszumachen. Da Costa läuft und läuft und läuft – und trifft sogar, wie beispielsweise beim 4:1 im Europa-League-Rückspiel gegen Schachtjor Donezk.

Der Trainer:

Der 49-Jährige Voralberger Adi Hütter galt nach dem verpatzten Saisonstart als Wackelkandidat. Peu à peu implementierte er seinen Spielstil, den er schon bei seinem Vorgängerklub Young Boys Bern pflegte: Enormer Druck gegen den Ball durch die Offensivspieler sowie schnelles Umschalten bei eigenem Ballgewinn.

Hat allen Grund zu klatschen: Eintracht-Coach Adi Hütter. (Quelle: imago images/Thomas Frey)Hat allen Grund zu klatschen: Eintracht-Coach Adi Hütter. (Quelle: Thomas Frey/imago images)

Ein großer Trumpf für Hütter: die von Manager Fredi Bobic ausgewählten Spieler passen perfekt, um Hütters Idee umzusetzen. Frankfurt will den Ball halten und kann dank "Brecher" Haller auch lange Bälle festmachen. Trainer Hütter ist zwar etwas weniger emotional an der Seitenlinie, sein zurückhaltendes Auftreten lässt ihn aber bei Fans und Umfeld sehr gut ankommen. Hütter und Frankfurt, das passt – Stand jetzt.

Die Führungsebene: 

Mit Peter Fischer ein Präsident, der vor unbequemen politischen Statements nicht zurückschreckt. Mit Bruno Hübner ein Sportdirektor, der die Fäden im Hintergrund zieht und sich angenehm zurückhält, sowie mit Fredi Bobic ein Sportvorstand, der klar in der Kommunikation ist, die richtigen Transfers getätigt hat und den Finger in die Wunde legt.

Die Macher der Eintracht: Sportdirektor Bruno Hübner (li.) und Sportvorstand Fredi Bobic. (Quelle: imago images/Hartenfelser)Die Macher der Eintracht: Sportdirektor Bruno Hübner (li.) und Sportvorstand Fredi Bobic. (Quelle: Hartenfelser/imago images)

Das Gespann macht der Bundesliga derzeit vor, wie gute Kommunikation innerhalb der Führungsebene sowie in der Außendarstellung geht. Und auch zur emotionalen Fanszene waren Bobic und Co. in den vergangenen Wochen immer wieder gefordert Stellung zu beziehen – und meisterten diese Aufgabe mit Bravour. Auf Schalke dürften sie neidisch nach Frankfurt blicken. 

Die Fans:

Weit über 13.500 Frankfurter haben sich bereits für die Auswärtsfahrt nach Mailand angemeldet. Doch nicht nur bei den Gastspielen in Charkiw, Nikosia oder Rom war auf die Fanbase der Eintracht verlass: Insbesondere die Choreografien in den Heimspielen der Europa League faszinierten Fans in ganz Deutschland.

Die Eintracht-Fans machten das Auswärtsspiel in Nikosia mit 10.000 mitgereisten Fans zum Heimspiel.  (Quelle: imago images/Jan Huebner)Die Eintracht-Fans machten das Auswärtsspiel in Nikosia mit 10.000 mitgereisten Fans zum Heimspiel. (Quelle: Jan Huebner/imago images)

Im Gegensatz zu den Leipzigern und Leverkusenern zelebrierte das Publikum jedes Heimspiel. Auch wenn als Gegner nur das kleine Apoel Nikosia aus Zypern kam: die Partien waren Wochen im Voraus ausverkauft, die Stimmung wäre auch der Champions League würdig gewesen. 


Verein und Fans verkörpern eine außergewöhnliche Lust auf die oft als Last empfundene Europa League. Nach den Vorkommnissen gegen Donezk, bei denen ein Fanbanner von der Frankfurter Polizei entfernt wurde, wird gegen Inter Mailand wieder eine überwältigende Choreografie erwartet, die selbst neutrale Fans fasziniert.

Verwendete Quellen:

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