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BVB-Profi Roman Bürki: Dortmunds Keeper schlägt Regel-Revolution vor


BVB-Profi spricht sich für Regeländerung aus

  • Robert Hiersemann
Von Robert Hiersemann

Aktualisiert am 06.08.2019Lesedauer: 5 Min.
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Hatte im Interview viele spannende Gedanken: BVB-Torwart Roman Bürki.
Hatte im Interview viele spannende Gedanken: BVB-Torwart Roman Bürki. (Quelle: Kirchner-Media/imago-images-bilder)
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Gewinnt Dortmund die Meisterschaft? Diese Frage stellen sich aktuell viele Fußballfans. Den BVB-Torwart Roman Bürki interessieren allerdings noch weitere Themen, welche die Bundesliga betreffen.

Das erste Duell der Saison mit dem FC Bayern München am vergangenen Samstag im Supercup musste Borussia Dortmund noch ohne den verletzten Torwart Roman Bürki spielen. Am Ende hieß es trotzdem 2:0 für die Dortmunder.


Transfermarkt: Neu-Nationalspieler Luca Waldschmidt besitzt Ausstiegsklausel

Freiburg-Profi Luca Waldschmidt stand schon in diesem Sommer bei einigen größeren Klubs hoch im Kurs: Laut "Sport Bild" sollen unter anderem Benfica Lissabon und Gladbach an einer Verpflichtung interessiert gewesen sein. Doch der Offensivspieler blieb beim SC. Das könnte sich im kommenden Sommer allerdings ändern: Denn wie die "Sport Bild" schreibt, greift dann eine Ausstiegsklausel, die im Vertrag des 23-Jährigen verankert ist. Die angeblich festgeschriebene Ablöse: 23 Millionen Euro.
Zweitligist Hannover 96 hat den ehemaligen deutschen Nationalspieler Dennis Aogo ablösefrei verpflichtet. Der 32-Jährige spielte zuletzt beim VfB Stuttgart, dort war sein Vertrag im Sommer ausgelaufen. Insgesamt absolvierte Aogo zwölf Länderspiele für die DFB-Auswahl. Hannover liegt mit fünf Punkten aus fünf Spielen nur im Mittelfeld der Tabelle.
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Bis zu den wichtigen Liga-Partien gegen den deutschen Rekordmeister wird der 28-Jährige aber wieder fit sein.

169 Mal im Dortmunder Tor

Seit dem Jahr 2015 steht Bürki beim BVB unter Vertrag – 169 Mal hütete der Schweizer bisher das Tor des Bundesliga-Topklubs. Was hat er in der kommenden Saison mit seinem Verein vor? Hat sich die Borussia ausreichend verstärkt und wie geht man als Profi mit dem Hype um?

Vor dem Saisonstart sprach er mit t-online.de über die Veränderungen im Profifußball und das Meisterschafts-Duell mit dem FC Bayern.

t-online.de: Herr Bürki, der Hype um Profifußballer ist heutzutage riesig, vor allem, wenn man wie Sie für einen Topverein wie Borussia Dortmund spielt. Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären vor 30 Jahren Bundesligaspieler gewesen. Was hätte Ihnen daran wohl am besten gefallen?

Roman Bürki (28): Dass man nicht immer erreichbar sein musste, dass man auch mal seine Ruhe hatte. Heute fühlt man sich doch automatisch verpflichtet, zu antworten, wenn eine Nachricht auf dem Smartphone eingeht – so zumindest mein Gefühl. Und wenn man sich nicht innerhalb von 24 Stunden zurückmeldet, glaubt der andere gleich, du hast was gegen ihn.

Und bezogen auf den Fußball?

Da müssen wir nicht so weit zurückblicken. Mit den neuen Techniken ist das Fußballspiel heutzutage zwar fairer geworden, ob es allerdings auch besser geworden ist, weiß ich nicht.

Was genau meinen Sie?

Der Fußball hat von der Euphorie gelebt. Wenn früher jemand ein Tor geschossen hat, haben die Fans gejubelt. Heute jubelst du und wirst dann wieder enttäuscht, weil entschieden wird, dass das Tor per Videobeweis noch mal überprüft werden muss. Mein Eindruck ist: Der Jubel heute ist nicht mehr der gleiche wie vorher – früher hattest du diesen Wow-Effekt.

Dortmunds Rückhalt: Torwart Roman Bürki.
Dortmunds Rückhalt: Torwart Roman Bürki. (Quelle: Revierfoto/imago-images-bilder)



Haben Sie noch ein konkreteres Beispiel dafür?

Ein Spieler schießt heute ein wunderschönes Tor, und du bist anschließend aus dem Häuschen. Doch dann wirst du geschockt, weil das Tor noch mal überprüft werden muss. Das ist seltsam. Die Freude ist nicht mehr die gleiche, die Leute haben sich angewöhnt, besser erst mal noch abzuwarten.

Sie haben die Probleme, die der Videobeweis mit sich bringt, angesprochen. Mal davon abgesehen: Wenn Sie eine Regel im Fußball ändern dürften, welche wäre das?

Ich würde es gut finden, wenn wir jeden Spieler aus unserem Kader auch in einem Spiel einsetzen dürften. Dass jede Mannschaft so oft wechseln darf, wie sie will – und nicht nach drei Einwechslungen Schluss ist.

Weshalb würden Sie das gut finden?

Weil es hier beim BVB jeder verdient hat, zu spielen. Und es ist manchmal sehr hart zu sehen, wenn ein Spieler zwei Mal hintereinander dabei war, aber keine Einsatzzeit bekommen hat. Das wäre gut für die Moral.

Nicht nur die Regeln ändern sich. Die Summen auf dem europäischen Transfermarkt sind explodiert. Wie nehmen Sie diesen finanziellen Quantensprung wahr?

Mit dem Transfermarkt verhält es sich doch genauso wie mit einer erfolgreichen App. Der Preis der App steigt, und man kann unendlich viel Geld damit verdienen. Ich weiß nur nicht, ob der Fußball das richtige Geschäft ist, um dort mit solchen Summen herumzuspielen. Es ist schon verrückt, was für Beträge für Spieler ausgegeben werden, bei denen man nicht mal hundertprozentig weiß, ob sie überhaupt einschlagen.

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Nicht nur die Transfersummen steigen stetig, sondern auch die Spielergehälter. Wie wichtig ist Ihnen persönlich Geld?

Ich habe schon für einige Klubs gespielt, doch ich habe noch nie bei einem Verein wegen des Geldes unterschrieben. Und das wird auch nie so sein. Ich will gewinnen und mit dem Klub Ambitionen haben. Ich will mit dem BVB Titel gewinnen. Das ist mein Ansporn und nicht das Geld.

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Worauf würden Sie sich als BVB-Fan mit Blick auf die kommende Saison besonders freuen?

Als BVB-Fan würde ich mich auf die vielen guten und neuen Spieler freuen, die wir im Sommer dazubekommen haben. Es sind wirklich interessante neue Charaktere dabei.

Unter anderem wurde mit Mats Hummels ein erfahrener Verteidiger verpflichtet. Kann der BVB-Rückkehrer Sie als Torwart entlasten?
Ich würde nicht alles an Mats festmachen. Natürlich ist er ein Spieler mit tollen Qualitäten und einer riesigen Erfahrung, doch in der Defensive haben wir mit Nico Schulz auch noch einen weiteren sehr guten Mann dazubekommen. Nico spielt sehr körperbetont, sehr bissig – auch einer wie er hat uns in der vergangenen Saison in gewissen Situationen womöglich gefehlt.

Reporter Robert Hiersemann (l.) traf Roman Bürki im Dortmunder Trainingslager in Bad Ragaz (Schweiz).
Reporter Robert Hiersemann (l.) traf Roman Bürki im Dortmunder Trainingslager in Bad Ragaz (Schweiz). (Quelle: t-online.de)

Neuzugang Julian Brandt soll auch bei anderen Vereinen hoch im Kurs gestanden haben – wie beispielsweise beim FC Bayern. Was sagt es über den BVB aus, wenn man solche Topspieler vom Klub überzeugen kann?

Verpflichtungen wie die von Brandt zeigen, dass die Verantwortlichen von Borussia Dortmund gute Arbeit leisten. Spieler von anderen Vereinen wissen, wozu wir in der Lage sind. Und aufgrund der weiteren Verpflichtungen konnten sich diese Spieler auch vorstellen, was aus uns werden könnte. Und das klar abgesteckte Ziel hat dann vielleicht den finalen Ausschlag für einen Wechsel gegeben.

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Sie meinen die Meisterschaft. Dortmund hat in diesem Sommer sehr schnell viele gute Spieler dazubekommen. Ist es ein Vorteil, wenn man so früh fast den kompletten Kader zusammen hat?

Ja. Auf jeden Fall. Durch die Reisen in der Vorbereitung unternimmt man viel zusammen. Man lernt die anderen Spieler persönlich kennen, weiß dadurch auch, wie sie privat sind. Seinen Kader früh zusammen zu haben, ist ganz sicher kein Nachteil.

Die deutschen Fußballfans sind vor allem gespannt auf den Kampf um den Titel zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund. Wer wird noch ganz oben mitmischen?

Ich glaube, Frankfurt ist nach wie vor ein Kandidat, der vorne mitspielen kann. Es ist für mich allerdings schwierig zu beurteilen, weil ich die anderen Teams noch nicht spielen gesehen habe.

Wurde in diesem Sommer von der Eintracht fest verpflichtet: Verteidiger Martin Hinteregger.
Wurde in diesem Sommer von der Eintracht fest verpflichtet: Verteidiger Martin Hinteregger. (Quelle: Jan Huebner/imago-images-bilder)



Frankfurt? Und das, obwohl die Eintracht Topspieler wie Luka Jovic im Sommer abgegeben hat.

Die Frankfurter kommen sehr stark über die Mentalität und die Fans. Die Eintracht hat – genau wie wir – auch richtig tolle Anhänger.


Was sagt der Ausgang des Supercups über den Titelkampf in der Bundesliga aus?

Ganz ehrlich: Überhaupt nichts! Beide Teams stehen noch mitten in der Vorbereitung. Zwar ist der Supercup hierzulande eine richtige Prestige-Angelegenheit, die auch weltweit große Beachtung erfährt. Trotzdem ist der Ausgang des Spiels nicht mehr als ein kleiner Fingerzeig für beide Mannschaften, um zu wissen, woran sie in den zwei Wochen bis zum Start der Bundesliga noch arbeiten müssen.

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Von Nils Kögler
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