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Jens Lehmann über das Revierderby S04 gegen BVB: "Spiel auf Augenhöhe"

Schalke gegen Dortmund  

Jens Lehmann vor dem 95. Revierderby: "Es wird ein Spiel auf Augenhöhe"

26.10.2019, 09:10 Uhr
Vorfreude auf den Revier-Klassiker: Schalke 04 erwartet Borussia Dortmund

Am Samstag begegnen sich die Rivalen Borussia Dortmund und Schalke 04 in Gelsenkirchen. Beide Teams liegen derzeit nur einen Punkt auseinander - Dortmund auf Platz 4 und Schalke auf Platz 7. (Quelle: Reuters)

Revier-Klassiker in der Bundesliga: Was das Spiel zwischen Schalke 04 und Borussia Dortmund so spannend macht. (Quelle: Reuters)


Am Samstag steigt das wohl emotionalste Duell der Bundesliga: Schalke 04 gegen Borussia Dortmund. Viele Beobachter erwarten eine spannende Partie in Gelsenkirchen. So auch Jens Lehmann, der für beide Teams aktiv war. 

Was für die Schotten das "Old Firm", die Spanier das "El Clasico", Buenos Aires das "Superclasico" ist, das ist für Fußball-Deutschland das Revierderby. Schalke 04 gegen Borussia Dortmund. Königsblau gegen Schwarz-Gelb. Die Mutter aller Rivalitäten.

Am Samstag steigt in der Gelsenkirchener Veltins-Arena das Aufeinandertreffen der Ruhrgebiet-Schwergewichte zum 95. Mal in der Bundesliga. Einer, der das Derby wie kaum ein anderer kennt, ist Jens Lehmann. Der frühere Nationaltorhüter startete seine Weltkarriere 1988 auf Schalke, gewann mit den Knappen 1997 den Uefa-Cup. Nach einem kurzen Intermezzo beim AC Mailand zog es den gebürtigen Essener im Januar 1999 ausgerechnet zum Erzrivalen seines Ex-Klubs: zum BVB. 

Schalke-Fans 1999: Der Anhang der Gelsenkirchener nahm Jens Lehmann den Wechsel zum BVB sehr übel. (Quelle: imago images/Team 2)Schalke-Fans 1999: Der Anhang der Gelsenkirchener nahm Jens Lehmann den Wechsel zum BVB sehr übel. (Quelle: Team 2/imago images)

Mit den Dortmundern errang Lehmann 2002 die Deutsche Meisterschaft. Seitdem holte Schwarz-Gelb weitere zwei Mal die Schale an den Borsigplatz, während man auf dem Berger Feld immer noch sehnsüchtig auf den ersten Meistertitel seit 1958 wartet. Wichtiger als die Historie wird im emotional aufgeladenen Derby jedoch die aktuelle Form der beiden Mannschaften sein.

Lehmann erwartet ausgeglichenes Derby zwischen S04 und BVB

Erstmals seit langer Zeit dürfen sich Fans beider Lager auf ein ausgesprochen ausgeglichenes Duell freuen. Da ist sich auch Jens Lehmann sicher. Im Gespräch mit t-online.de sagt er: "Ich erwarte ein Spiel auf Augenhöhe. Auch und vor allem, weil Schalke aktuell wieder der Bundesliga-Spitzengruppe angehört."

Dass Schalke mit der 0:2-Niederlage gegen Hoffenheim einen Nackenschlag in der Woche vor dem Derby hinnehmen musste, hatte Lehmann so auch erwartet: "Mannschaften, die einen Lauf haben, profitieren von den Länderspielpausen nur selten. Zwei Wochen ohne Vereinsfußball machen eine Menge aus."

S04: Trainer Wagner gibt Spielern Lust am Fußball zurück

Bereits vor den Reisen mit den Nationalmannschaften gab es für die Schalker Kicker nur ein ernüchterndes 1:1 gegen Aufsteiger Köln und die dadurch verpasste Tabellenführung – eine Chance, die sie mit der Niederlage gegen die TSG erneut aus den Händen gaben. Die Stimmungslage vor dem Revierduell wird auch durch den Ausfall des Mittelfeldscharniers Weston McKennie gedämpft. 

Nichtsdestotrotz spricht man auf Schalke nach 14 Punkten aus den ersten acht Partien von einem geglückten Saisonstart. Besonders dann, wenn man bedenkt, wie verunsichert sich die Mannschaft über weite Strecken der vergangenen Saison präsentierte. Es ist der erste wichtige Erfolg von Trainer David Wagner, dass er dem kaum veränderten Kader wieder Mut zusprach und ihm die Lust und die Leidenschaft am Fußball zurückgab.

David Wagner: Schalkes Mittelfeld-Regisseur Amine Harit bejubelt seinen Treffer mit dem Chef-Trainer des S04. (Quelle: imago images/Nordphoto)David Wagner: Schalkes Mittelfeld-Regisseur Amine Harit bejubelt seinen Treffer mit dem Chef-Trainer des S04. (Quelle: Nordphoto/imago images)

Unter Wagner blühen gerade die im Vorjahr überforderten Suat Serdar, Amine Harit und Omar Mascarell auf. Zudem schleift er bedächtig, aber sichtbar, Außenstürmer Rabbi Matondo zu einem unschätzbaren Juwel des wiederbelebten Schalker Offensivspiels. Beim Sieg in Leipzig (3:1) ließ er sein Talent mehrfach aufblitzen. So wird Schalke, gerade auch mit den eigenen Fans im Rücken, voller Selbstbewusstsein ins Derby gehen.

BVB: Grübler Lucien Favre wird zum Unruhestifter

Deutlich verzwickter gestaltet sich da die aktuelle Gemengelage rund um den Dortmunder Signal-Iduna-Park. Zwar steht der BVB nach dem 1:0-Heimsieg gegen Tabellenführer Borussia Mönchengladbach nun einen Punkt vor dem S04 und nur einen Punkt hinter Platz eins, dennoch kommt der Verein nicht zur Ruhe: Jadon Sancho wurde für die Gladbach-Partie suspendiert, Kapitän Marco Reus mit Grippe aufgestellt und Trainer Lucien Favre von Presse und Fans wegen seiner grüblerischen Art angezählt. 

Gerade die Situation um Favre könnte für den BVB zu einem gefährlichen Fallstrick werden. Nicht zuletzt das spektakuläre Gerücht, José Mourinho könne seinen Platz an der schwarz-gelben Seitenlinie übernehmen, erschwert momentan die Fokussierung auf den sportlichen Alltag in Dortmund. Auch der destruktive Auftritt des Teams in der Champions League gegen Inter Mailand am Mittwoch lässt die Kritik am Schweizer Fußballlehrer lauter werden.

Hinzu kommt, dass die so hoch gelobten Neuzugänge der Dortmunder noch nicht entscheidend gezündet haben. Im Sommer gab es viel Lob für die Transferpolitik des BVB. Jedoch bleiben gerade diese vermeintlichen Verstärkungen für den Titelkampf mit dem FC Bayern auf dem Spielfeld hinter den Erwartungen zurück.

Lucien Favre: Ist der Schweizer Trainer beim BVB mit seinem Latein am Ende? (Quelle: imago images/DeFodi)Lucien Favre: Ist der Schweizer Trainer beim BVB mit seinem Latein am Ende? (Quelle: DeFodi/imago images)

Nico Schulz ist als offensiv denkender Außenverteidiger zu unkonkret im Spiel gegen den Ball. Thorgan Hazard bemüht sich zwar redlich, läuft sich aber noch zu oft fest. Julian Brandt findet einfach noch nicht seinen Platz zwischen Flügel und Zentrum. Und über all dem schwebt: Lucien Favre. Wie er da so die Spielsysteme, taktischen Ausrichtungen und Pressingketten umstellt und dennoch nicht den Fußball sieht, den er sehen will, wirkt der 61-Jährige wie ein zwar genialer, aber ebenso unschlüssiger Wissenschaftler.

Lehmann vor Revierderby: "Ich habe Schalke alles zu verdanken"

Jens Lehmann sagt, er erwarte, dass der schwächelnde BVB von der Länderspiel-Verschnaufspause fürs Derby profitieren werde. Ausgerechnet das Revierderby gegen Schalke wird nach der guten Leistung gegen Gladbach und der enttäuschenden Leistung gegen Inter nun zum Scheideweg für die kurzfristige Zukunft des BVB. Verlieren sie den Ruhrpott-Kracher und überholt sie der königsblaue Erzrivale wieder in der Tabelle, werden die Spekulationen um Trainer Favre und die Unsicherheit des Teams weiter zunehmen.
   

   
Mit einer Aussage zu welcher Mannschaft er am Samstag halten werde, hält sich Jens Lehmann ebenso zurück wie mit einem Ergebnistipp. Er hoffe vor allem, "dass es ein sehr unterhaltsames Spiel für die Zuschauer wird", sagt jedoch auch: "Ich habe elf Jahre bei Schalke gespielt, es ist klar, dass ich diesem Verein alles zu verdanken habe."

Verwendete Quellen:
  • Interview mit Jens Lehmann
  • Eigene Recherche

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