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"Das sind die vier Trainerlösungen für den BVB"

  • Florian Wichert
  • Robert Hiersemann
Von Florian Wichert, Robert Hiersemann

Aktualisiert am 25.11.2019Lesedauer: 1 Min.
Lucien Favre steht kurz vor dem Aus als BVB-Trainer.
Lucien Favre steht kurz vor dem Aus als BVB-Trainer. (Quelle: ActionPictures/imago-images-bilder)
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Die Fans sind wütend, die Bosse sauer: Dortmund steckt in der Krise. Doch Trainer Favre bekommt noch eine Galgenfrist. Zu Recht? Der "Zweikampf der Woche" mit Robert Hiersemann und Florian Wichert.

Demütigung in München, Blamage gegen Paderborn. Mit nur 20 Punkten nach 12 Spieltagen in der Bundesliga liegt Borussia Dortmund auf Rang sechs – und rennt den eigenen Meisterambitionen hinterher. Entsprechend turbulent ging es gestern Abend auf der Jahreshauptversammlung zu.


Bundesliga: Ex-BVB-Stars: Das machen Amoroso, Koller und Co. heute

Julio Cesar (1994-1998): Der Brasilianer wurde in Dortmund zum Fan-Liebling. Die BVB- Fans verabschiedeten ihn mit einem Banner, auf dem geschrieben stand: "Du kamst als Fremder und gingst als Freund und als Borusse." Heute engagiert er sich im Rahmen eines Regierungsprogramms in Sao Paulo für bessere Bildung von Kindern und sucht nach neuen Fußballtalenten.
Sebastian Kehl (2002-2015): Heute ist der Ex-Nationalspieler Leiter der Lizenzspielerabteilung beim BVB. 2022 wird Kehl in der Dortmunder Hierarchie weiter aufsteigen und zum Nachfolger von Michael Zorc als Sportdirektor.
+18

"Lieber Lucien, du hast weiter unser Vertrauen", sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke vor den Mitgliedern. Doch sofort kam das große Aber: "Am Ende ist Fußball immer über Ergebnisse definiert. Wir wünschen uns alle, dass es dir und der Mannschaft gelingt, eine Wende herbeizuführen."

Und nun steht auch noch das schwierige Champions-League-Spiel beim FC Barcelona an. Trainer Lucien Favre hat trotz der enttäuschenden Resultate zuletzt eine Galgenfrist bekommen. Er sitzt am Mittwoch auf der Bank – womöglich zum letzten Mal. Was zur Frage führt:

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Ist es richtig, dass Favre das Barcelona-Spiel noch bekommt?

Pro
Florian Wichert
Florian Wichert

Ja, Favre hat noch eine Chance verdient

Nur fünf Siege in zwölf Bundesliga-Spielen – das ist viel zu wenig für die Ansprüche des BVB. Und dennoch wäre es ein fataler Fehler, Favre schon nach dem 3:3 gegen Paderborn zu entlassen. Wenn eine Mannschaft einem Trainer nicht mehr folgt, kommt sie nicht nach einem 0:3-Rückstand so imposant zurück.

Dortmund fehlen weiterhin "nur" fünf Punkte zu Tabellenführer Gladbach – und in Champions League und Pokal liegt der BVB voll auf Kurs. Favre hat nach wie vor einen besseren Punkteschnitt (2,1) als Klopp (1,9) oder Hitzfeld (1,9) und eine weitere Chance verdient. Abgesehen davon hat Dortmund im Gegensatz zum FC Bayern keinen Hansi Flick in der Hinterhand, der mal eben einspringen könnte. Zumal die schweren Spiele in Barcelona und bei Hertha für einen neuen Trainer gleich eine schwere Hypothek bedeuten könnten.

Für den BVB gibt es dank der Galgenfrist für Favre zwei gute Optionen: Entweder er überrascht bei Barça und bekommt mit einem Sieg bei Hertha endgültig die Kurve – oder die Bosse ziehen nächste Woche die Reißleine und haben dann eine Lösung, die sie diese Woche schon vorbereiten können: Wenger, Kovac, Pochettino oder Rangnick. Der wiederum kann dann mit Heimsiegen gegen Düsseldorf und Slavia Prag gleich durchstarten.

Kontra
Robert Hiersemann
Robert Hiersemann

Nein, man muss Angst um diesen BVB haben

Lucien Favre punktete vergangene Saison noch regelmäßig, doch das ist vorbei: Erst ging er mit Dortmund beim FC Bayern unter, dann folgte die peinliche erste Halbzeit gegen Paderborn. Und nun schickt die Vereinsführung das Team unter seiner Leitung in das Kracherspiel in Barcelona. Man muss Angst um diesen BVB haben. Denn wenn man gegen Bayern untergeht und sich gegen Paderborn blamiert, was soll dann erst in Barcelona passieren?

Favre und Dortmund, das passt einfach nicht. Längst hätten die BVB-Bosse die Reißleine ziehen müssen.

Aus den letzten acht Ligapartien holte die Borussia mickrige elf Punkte, 24 wären möglich gewesen. Dabei hat Dortmund einen der stärksten Kader Deutschlands. Doch Favre zwängt die Spieler in sein System, die Freude am Fußball scheint abhandengekommen zu sein. Und jetzt das …

Ein Spiel in Barcelona kann man nicht einfach herschenken. Dafür ist es viel zu wichtig. Zu viel Prestige, zu viele TV-Zuschauer, zu viele Dortmunder Fans, die jedes Spiel gewinnen möchten. "Das hat man doch kommen sehen", wird es am Donnerstag heißen, wenn der BVB am Abend zuvor unter spanischem Flutlicht deutlich verloren hat. Dies hätte man verhindern können. Stattdessen läuft man nun ins offene Messer.

Wer hat Recht?

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Im "Zweikampf der Woche" kommentieren wöchentlich Florian Wichert (Stellvertretender Chefredakteur bei t-online.de) und Robert Hiersemann (Head of Fußball und Sport) aktuelle Fußball-Themen. In dieser Woche geht es um die Zukunft von BVB-Trainer Lucien Favre – auch als Podcast zum Hören und kostenlosen Abonnieren bei Apple, Spotify, Google, Deezer, Podigee und in jeder Podcast-App.

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