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Bundesliga: Welche Torhüter stehen bei welchen Klubs im Tor?

Das T-Problem  

Die Hälfte der Bundesliga stellt sich die gleiche Frage

17.07.2020, 18:28 Uhr
Bundesliga: Welche Torhüter stehen bei welchen Klubs im Tor?. Gregor Kobel, Manuel Neuer, Alexander Schwolow: Für viele Bundesliga-Torhüter ist die kommende Saison mit Veränderungen verbunden. (Quelle: t-online.de/Michael Weber, Poolfoto, Thomas Frey, Collage: Benjamin Springstrow)

Gregor Kobel, Manuel Neuer, Alexander Schwolow: Für viele Bundesliga-Torhüter ist die kommende Saison mit Veränderungen verbunden. (Quelle: Michael Weber, Poolfoto, Thomas Frey, Collage: Benjamin Springstrow/t-online.de)

Alexander Nübels Wechsel von Schalke 04 zum FC Bayern hat in der Bundesliga eine Kettenreaktion ausgelöst. Nun muss die halbe Liga auf der Torwartposition umdenken. t-online.de hat für Sie den großen Überblick.

Es ist eben oftmals nur ein Dominostein, der eine gigantische Kettenreaktion in Gang setzt. In der Bundesliga ist Alexander Nübel zu eben diesem Dominostein geworden. Mit seinem ablösefreien Wechsel vom FC Schalke 04, wo der Ex-Juniorennationalspieler bereits im Alter von 23 Jahren zum Kapitän ernannt wurde, zum Branchenprimus Bayern München, ist der Torhüter-Markt in Bewegung gekommen. 

Nachdem Nübels Kronprinz Markus Schubert nicht nachhaltig überzeugen konnte und Ex-Kapitän Ralf Fährmann nach unglücklichen Leihen nach England und Norwegen nicht mehr der Anschluss zugetraut wird, schaut sich Schalke nach einer neuen Nummer eins um. Und scheint auch fündig geworden zu sein – was wiederum einen anderen Klub in Zugzwang bringt.

Doch auch bei anderen Teams entstanden durch Keeper-Abgänge Vakanzen, Baustellen, Nebenkriegsschauplätze. So kommt es, dass die halbe Bundesliga sich fragt: Wer steht in der kommenden Saison bei unserem Klub zwischen den Pfosten?

t-online.de hat für Sie den großen Überblick, welche Bundesliga-Torhüter wo im Gespräch sind, wer welchen Verein verlassen will – und wer das Schauspiel als sicherer Stammspieler aus der Ferne beobachten kann.

Bei diesen Klubs stehen Entscheidungen in der Torwart-Frage an

FC Schalke 04

Nach Informationen von Sky ist die Verpflichtung von Alexander Schwolow beschlossene Sache. Der 28-Jährige kommt vom SC Freiburg und soll die Königsblauen acht Millionen Euro kosten, die in Etappen abgestotttert werden. Schalke plant mittelfristig mit Schwolow als Nummer eins, was auch bedeutet: Vorjahrestransfer Markus Schubert und Ex-Kapitän Ralf Fährmann, die beide Ansprüche auf einen Stammplatz artikuliert hatten, werden sich nach einem neuen Klub umschauen müssen.

Alexander Schwolow: Der 28-jährige Freiburger soll die neue Nummer des FC Schalke 04 werden. (Quelle: imago images/Thomas Frey)Alexander Schwolow: Der 28-jährige Freiburger soll die neue Nummer des FC Schalke 04 werden. (Quelle: Thomas Frey/imago images)

Beim erst 22-jährigen Schubert dürfte es auf eine – möglicherweise mehrjährige – Ausleihe hinauslaufen. Identifikationsfigur und Fanliebling Fährmann hingegen muss entweder den Konkurrenzkampf mit Schwolow annehmen und alle Zweifler überraschen – oder anderswo unterschreiben. Mit geschätzten 3,5 Millionen Euro Jahresgehalt ist der 31-Jährige als Nummer zwei schlichtweg zu teuer.

SC Freiburg

Der anstehende Abgang seines Eigengewächses Schwolow bringt wiederum den Sport-Club in Zugzwang: Setzt man nach zwei Jahren nun endlich auf Mark Flekken als Nummer eins? Oder verkauft man den gefragten Niederländer für gutes Geld und reinvestiert dieses in einen neuen Schlussmann? Im Breisgau scheint diese Frage noch für einige schlaflose Nächte zu sorgen. Mit Hertha BSC und PSV Eindhoven um den deutschen Coach Roger Schmidt haben Berichten zufolge zwei finanzstarke Interessenten ihre Fühler nach Flekken ausgestreckt. Eine Ablöse könnte direkt an den Osterdeich fließen: Freiburg soll einer der Vereine sein, die Werder Bremens bisherige Nummer zwei, Stefanos Kapino, abwerben wollen.

Werder Bremen

Vor der katastrophalen Saison mit Fast-Abstieg war der Plan an der Weser: Eine weitere überzeugende Spielzeit hinlegen, Torwart Jiri Pavlenka ins Schaufenster stellen und am Ende für viel Geld ins Ausland verkaufen. Gerade italienische Teams hatten sich im vergangenen Jahr um den Tschechen bemüht. Nun, da alles anders kam als geplant, wartet eine weitere Überraschung auf den SVW: Ausgerechnet Ersatzmann Stefanos Kapino, vor zwei Jahren aus der zweiten englischen Liga geholt, ist plötzlich gefragter als Pavlenka. In Bremen stellt sich nun die Frage: Wer wirft mehr Ablöse für die Transferkasse ab?

Hertha BSC

Im Sommer 2021 läuft der Vertrag der langjährigen Hertha-Eins, Rune Jarstein, aus. Eine Verlängerung mit dem 35-jährigen Norweger gilt als unwahrscheinlich. Die neureichen Hauptstädter wollen sich für die Zukunft aufstellen. Ein Keeper dafür wäre der 23-jährige Nils Körber, dem nicht wenige Fans nach seinen beiden unterklassigen Leihen zu Preußen Münster und VfL Osnabrück den Durchbruch zutrauen. Realistischer scheint jedoch, dass Hertha Geld in die Hand nehmen wird und eine neue, starke Nummer eins verpflichten wird. Die Liste der potenziellen Kandidaten ist lang: Mark Flekken, Bayerns Sven Ulreich, Basels Jonas Omlin, Leipzigs Yvon Mvogo. Ausgerechnet einer, dessen Transfer schon fast als sicher galt, wird nun wohl doch nicht an die Spree wechseln: Hoffenheims Gregor Kobel soll sich nach einiger Bedenkzeit doch gegen die Alte Dame entschieden haben.

VfB Stuttgart

"Des einen Leid, des anderen Glück", dürften sich im Ländle sagen. Denn dort bahnt sich nun doch die Rückkehr von Aufstiegskeeper Gregor Kobel an. Der "B.Z." zufolge hat sich der Schweizer, der nach seiner Leihe zunächst zu seinem Stammklub TSG Hoffenheim zurückgekehrt war, für eine weitere Zusammenarbeit in Stuttgart und gegen das finanzstarke Angebot von Hertha BSC entschieden. Damit wären die Gedankenspiele um Marvin Schwäbe (Bröndby IF) erst einmal auf Eis gelegt. 

Gregor Kobel: Der Schweizer wird dem VfB Stuttgart wohl noch länger erhalten bleiben. (Quelle: imago images/Michael Weber)Gregor Kobel: Der Schweizer wird dem VfB Stuttgart wohl noch länger erhalten bleiben. (Quelle: Michael Weber/imago images)

FC Augsburg

Der FCA geht mit gleich vier Torhütern mit Bundesliga-Erfahrung in die neue Saison. Zwar gilt Fabian Giefer als außen vor, wenn es um den Kampf um den Platz zwischen den Pfosten geht, doch die verbleibenden drei Keeper dürften sich einen verbissenen Konkurrenzkampf liefern. Aktuell in der Pole Position: Rafal Gikiewicz, der ablösefrei von Union Berlin kommt. Etwas dagegen hat Andreas Luthe, der unter Heiko Herrlich als Stammkeeper auflief. Und da wäre noch 7,5-Millionen-Euro-Mann Tomas Koubek. Der Tscheche, der nach krassen Patzern seine Rolle als Nummer eins verlor, gab sich im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa kämpferisch und kündigte an, neu anzugreifen. 

Mainz 05

An talentierten Torhütern mangelt es den Mainzern nicht. Robin Zentner (25) und Florian Müller (22) teilten sich in der abgelaufenen Saison die Einsätze im Tor. U21-Nationaltorwart Finn Dahmen (22) stand auch bereit. Für die neue Saison hat wohl vorerst Müller die Nase vorn, da Zentner seit März mit einem angerissenen Kreuzband ausfällt. Die sichere Nummer eins ist Müller damit keineswegs, denn in den Leistungen schwankte er noch zu oft. Außerdem war Zentner bis zu seiner Verletzung unter Trainer Beierlorzer gesetzt. Es bleibt spannend im Mainzer Tor.

Das Mainzer Torwart-Duell: Florian Müller (o.) und Robin Zentner im Training. (Quelle: imago images/Martin Hoffmann)Das Mainzer Torwart-Duell: Florian Müller (o.) und Robin Zentner im Training. (Quelle: Martin Hoffmann/imago images)

Union Berlin

Rafal Gikiewiczs ablösefreier Abgang riss eine immense Lücke in den Köpenicker Kader. Wer sie schließen soll – derzeit noch unklar. Zum einen wäre da die frühere Nummer eins Jakob Busk. Der Däne hat seinen Vertrag erst jüngst verlängert und pocht darauf, wieder der Chef im Strafraum zu sein. Zum anderen wäre da der erst 20-jährige Lennart Moser, der in der vergangenen Saion zunächst an Regionalligist Energie Cottbus und dann an Cercle Brügge ausgeliehen war. Mit den Belgiern feierte er als Stammtorwart im Saisonfinale noch den Klassenerhalt.

Diese Keeper sind die unangefochtene Nummer eins

Manuel Neuer (FC Bayern München)

Trotz der Verpflichtung von Alexander Nübel und Gerüchten um zugesicherte Einsätze für den Neuzugang muss sich Neuer keine Sorgen um seine exponierte Stelle beim Rekordmeister machen: Neuer ist und bleibt Kapitän und Stammtorwart des FC Bayern. Das hat nicht zuletzt Cheftrainer Hansi Flick mehrmals deutlich betont – und Neuer ihm mit einer herausragenden Rückrunde gedankt. Bleibt Neuer fit, wird sich Nübel die Zähne am vierfachen Welttorhüter ausbeißen. Einzig offen bleibt die Frage, ob Nübel auch tatsächlich die Nummer zwei in München sein wird. Schließlich gibt es ja auch noch Sven Ulreich.

Manuel Neuer: Der Kapitän des FC Bayern wird auch weiterhin die Nummer eins des Rekordmeisters bleiben. (Quelle: imago images/Poolfoto)Manuel Neuer: Der Kapitän des FC Bayern wird auch weiterhin die Nummer eins des Rekordmeisters bleiben. (Quelle: Poolfoto/imago images)

Roman Bürki (Borussia Dortmund)

Zwar wurde über einen Wechsel zum FC Chelsea gemunkelt, doch schlussendlich verlängerte Bürki seinen Vertrag beim BVB vorzeitig bis 2023 – und setzte sich so selbst noch fester in den Stammplatz-Sattel. Backup Marwin Hitz wird auch in seiner vermutlich letzten Saison beim BVB keine Gefahr für seinen Landsmann. 

Peter Gulacsi (RB Leipzig)

Auch Gulacsi verlängerte seinen Vertrag in der vergangenen Saison vorzeitig bis 2023 mit einer Option auf ein weiteres Jahr. Den Ungar wird so schnell niemand aus dem Leipziger Tor vertreiben können, auch nicht Yvon Mvogo. Daher gilt der Schweizer als Wechselkandidat, mit Hertha BSC soll ein Bundesligist ernsthaftes Interesse an einer Verpflichtung haben.

Lukas Hradecky (Bayer Leverkusen)

Mit Lennart Grill hat die Werkself ein vielversprechendes deutsches Torwarttalent aus Kaiserslautern verpflichtet, Hradecky jedoch nicht in Bedrängnis gebracht. Trotz seines Patzers im DFB-Pokalfinale ist der Finne Leistungsträger und Stimmungsmacher in der Leverkusener Mannschaft. Er dürfte Grill eher als Azubi denn als ernsthafte Bedrohung sehen.

Stefan Ortega (Arminia Bielefeld)

Dass die Arminia in der abgelaufenen Zweitliga-Saison die beste Defensive hatte, lag auch an Torwart Ortega. Der 27-Jährige überzeugte nicht nur mit Paraden und Reflexen, sondern auch mit seinem Passspiel. Immer wieder gingen Aktionen von ihm aus, sogar eine Torvorlage hatte er auf dem Konto. Deshalb ist der Deutsch-Spanier ein gefragter Mann, weshalb es auch Gerüchte aus den Niederlanden gibt, dass die PSV Eindhoven an ihm dran ist. Die Arminia wird ihre Nummer eins aber kaum ziehen lassen, denn er ist eine zentrale Achse in der Defensive.

Bielefelds Stefan Ortega: Kein Torhüter kassierte so wenig Gegentore (30) in der zweiten Liga wie der Arminen-Rückhalt. (Quelle: imago images/pmk)Bielefelds Stefan Ortega: Kein Torhüter kassierte so wenig Gegentore (30) in der zweiten Liga wie der Arminen-Rückhalt. (Quelle: pmk/imago images)

Yann Sommer (Borussia Mönchengladbach)

In Gladbach ist der 1,83 kleine Sommer ein ganz Großer. Das erkennt man bereits daran, wie sich der Klub auf den Plätzen hinter ihm aufgestellt hat: Tobias Sippel und Max Grün sind grundsolide, loyale Keeper, die im fortgeschrittenen Karrierealter voll aufgehen in der Rolle des Motivators und Antreibers. Ernsthafte Konkurrenz für Sommer sähe jedoch definitiv anders aus.

Oliver Baumann (TSG Hoffenheim)

Wie groß das Vertrauen der Hoffenheimer Verantwortlichen in Baumann ist, erkennt man allein daran, dass sie den acht Jahre jüngeren Kobel offenbar ohne größere Widerworte an Liga-Konkurrenten VfB Stuttgart ziehen lassen. Baumanns Platz zwischen den Pfosten der Kraichgauer ist festzementiert. Was ihn in eine exzellente Position bringt, einen neuen Vertrag mit der TSG auszuhandeln. Sein aktuelles Arbeitspapier läuft nämlich im Sommer 2021 aus.

Koen Casteels (VfL Wolfsburg)

Belgiens Rekordspieler in der Bundesliga steht noch bis 2024 bei den Wölfen unter Vertrag, seine Ersatzmänner kaum der Rede wert. Klare Sache: Casteels wird auch in der kommenden Saison Wolfsburgs unangefochtene Nummer eins sein.

Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt)
Frederik Rönnow machte seine Sache gut, als er ihn im Herbst 2019 zwischen den Pfosten vertrat, doch sobald die Verletzung auskuriert war, war Trapp wieder Frankfurts Nummer eins. Bleibt der Nationaltorwart fit, wird das auch in der Saison 2020/2021 so bleiben. Genau deshalb hat die SGE schließlich sieben Millionen Euro für seine Rückkehr an Paris Saint-Germain überwiesen und den Keeper bis 2024 vertraglich an sich gebunden.

Timo Horn (1. FC Köln)

Der Ur-Kölner machte in der vergangenen Saison als 34 Bundesliga-Spiele für den Effzeh – und wird sich auch in der nächsten keine Sorgen um Einsatzzeiten machen müssen. Aber: Horn stagnierte in seinen Auftritten, leistete sich nicht nur beim Debakel in Bremen (1:6) einen Fehler und steht deshalb unter besonderer Beobachtung. Mit Nachwuchskeeper Julian Krahl steht bei den Domstädtern nur noch ein Keeper im Kader. Horn, der mit dem Klub sogar den Gang in die Zweitklassigkeit machte, gehört fast so sehr zu Köln wie das Müngersdorfer Stadion.

Verwendete Quellen:

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