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Presse zur Champions League: "Tuchel hat eine Stinkbombe zusammengebraut"


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"Tuchel hat eine Stinkbombe zusammengebraut"

Von t-online, dpa, sid
Aktualisiert am 30.05.2021Lesedauer: 5 Min.
Sieg in der Königsklasse: Mit nur einem Tor konnte sich der FC Chelsea zum Sieg schießen. (Quelle: t-online)
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Thomas Tuchel gewinnt den größten Titel seiner Karriere. Pep Guardiola hingegen erlebt eine riesige Enttäuschung. Auch die internationale Presse bewertet die beiden Trainer – mit großen Unterschieden.

Während Thomas Tuchel am Samstagabend seine Karriere mit dem Titel in der Champions League gekrönt hat, lief Pep Guardiola mit hängendem Kopf über den Rasen. Der Spanier konnte die Königsklasse wieder nicht gewinnen.

Stattdessen konnten die deutschen Nationalspieler Timo Werner, Kai Havertz und Antonio Rüdiger am Ende den "Henkelpott" in den Händen halten. Von der internationalen Presse gibt es Lob für die "Blues" – und Kritik für Guardiolas Manchester City.

Pep Guardiola (l.) schlägt die Hände über dem Kopf zusammen, Thomas Tuchel applaudiert im Hintergrund: Das Finale der Champions League war eine Achterbahn der Gefühle.
Pep Guardiola (l.) schlägt die Hände über dem Kopf zusammen, Thomas Tuchel applaudiert im Hintergrund: Das Finale der Champions League war eine Achterbahn der Gefühle. (Quelle: Carl Recine/dpa-bilder)

ENGLAND

Guardian: "Als Thomas Tuchel Ende Januar den Job erhielt Chelsea wiederzubeleben, wollte er sie über einen Top-Vier-Platz zurück in die Champions League führen. Die Vorstellung, dass er das Ding tatsächlich erst zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte gewinnen könnte, war lächerlich. Nicht mehr. In einer Nacht voller Ruhm für ihn und sein Team setzte der Manager die letzten Pinselstriche auf sein Meisterwerk der Renaissance ein, manövrierte seinen Freund und Rivalen Pep Guardiola aus und sah zu, wie Kai Havertz kurz vor der Pause das entscheidende Tor erzielte. Chelsea verteidigte wie die Teufel, aber dies war ein perfekt ausbalancierter Triumph, der auf einem strukturierten Angriffsansatz beruhte, die richtigen Momente zum Umschalten auswählte und von der Geschmeidigkeit von Havertz' Technik ausgeleuchtet wurde."

The Times: "Rücksichtslosigkeit wird belohnt: Roman Abramowitschs Politik des Hin und Her funktioniert erneut für Chelsea. Nun da er (Tuchel) Abramowitsch sogar getroffen hat, kann er sich auf solche Genüsse wie ein Transferfenster freuen und vielleicht einen etwas längeren Vertrag. Aber er ist clever genug, um zu wissen, dass er das Hier und Jetzt einfach genießen sollte, solange es geht."

Sunday Telegraph: "Kai Havertz krönt Chelsea zum König Europas und zerstört Man Citys Champions-League-Träume."

The Sun: "Thomas Tuchel schickt eine ausbalancierte Mannschaft aufs Feld und gewinnt verdient die Champions League. Pep Guardiola dagegen übertrat die Schwelle zwischen Genie und Wahnsinn und entschied, dass ein Champions-League-Finale der richtige Moment für eines seiner Verrückter-Professor-Experimente ist. Am Ende braute er eine Stinkbombe zusammen, City wurde ohne defensives Mittelfeld und ohne Stürmer ausgespielt. Heldenhafter Havertz, steinharter Rüdiger."

Antonio Rüdiger: Der Chelsea-Verteidiger spielte ein starkes Finale in der Königsklasse.
Antonio Rüdiger: Der Chelsea-Verteidiger spielte ein starkes Finale in der Königsklasse. (Quelle: Manu Fernandez/Reuters-bilder)

Sky Sports: "Der Guardiola-Weg funktioniert immer noch, seine Überlegungen bringen immer noch den besten Fußball hervor und er hat die Titel, um dies zu beweisen. Aber seit einem Jahrzehnt weigern sich die größten Spiele, sich seinem Willen zu beugen. Der vermeintliche Überdenker hat jetzt einen Sommer, um darauf herumzukauen."

ITALIEN

Corriere dello Sport: "Chelsea Champion in Europa! Havertz bringt City zum Weinen, ein Flop von Guardiola."

Gazzetta dello Sport: "Die Champions League spricht weiter Deutsch: Nach Jürgen Klopp 2019 mit Liverpool und Hansi Flick 2020 mit Bayern München, ist es dieses Mal Thomas Tuchel mit Chelsea. (...) Schon bevor Tuchel den Pokal an diesem Abend in Porto hochhob, hatten die Deutschen ein Zeichen hinterlassen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Champions League haben tatsächlich vier Trainer aus demselben Land das Viertelfinale derselben Saison erreicht: Edin Terzic (Dortmund), Jürgen Klopp (Liverpool), Thomas Tuchel (Chelsea) und Hansi Flick (Bayern München). Tuchel hat Klopp "nachgemacht", indem er seine erste Champions League gewann, ein Jahr nachdem er ein Finale verloren hatte."

La Repubblica: "An der Spitze Europas stehen junge Spieler, die Fußball im Blut und im Kopf haben: Chelsea siegt dank dem freien Geist von Kai Havertz, der für über 100 Millionen Euro aus Leverkusen geholt wurde. Tuchel hat Barrieren errichtet, Mut und Herz verlangt und mit eiskalter Strategie über Guardiola gesiegt. Tuchel zerbröselt die Architektur von Guardiolas konstruiertem Fußball."

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Corriere della Sera: "Tuchel hat Chelsea wiederbelebt, eine Mannschaft, die jetzt Seele, Taktik und eine Stahl-Abwehr hat. Nach elf Jahren Diktatur Guardiolas ist Tuchel der neue Meister des internationalen Fußballs. Nicht umsonst kommt er aus Ulm, der selben Stadt, in der Albert Einstein geboren wurde."

FRANKREICH

France Info: "In sechs Monaten hat der Deutsche eine Mannschaft, der es an Selbstvertrauen fehlte, in eine der stärksten Englands verwandelt, die jetzt über den Kontinent regiert. Tuchel zeigte all das, was man von ihm bei seiner Ernennung im Jahr 2018 zum Trainer des französischen Fußballklubs PSG erwartet hatte: Intensität, hohe Dringlichkeit, die Fähigkeit, trotz der Fehler einiger Spieler schnell zu antizipieren: Das Chelsea von Tuchel sieht aus wie Tuchel. Im Vergleich dazu schien PSG nie zu ihm zu passen."

Ouest France: "Thomas Tuchel ist der Champion von Europa mit Chelsea! Nach einem verlorenen Finale im vergangenen Jahr an der Spitze der PSG hat sich der deutsche Taktiker am Freitag gerächt. Mit den Blues von Chelsea hat der deutsche Trainer erreicht, was er mit PSG nicht geschafft hat: den Henkelpott."

L'Équipe: "Dieses Finale der Champions League war aufregend, spannend, ungewiss – es war alles, wovon wir geträumt haben. Chelsea hat das Finale nicht gestohlen, sondern wegen seines klaren Spielplans, seines hervorragenden Tors und seines kollektiven Gefühls, das die Mannschaft nicht verlassen hat, gewonnen. Thomas Tuchel wurde im Mai Champion, weil PSG ihn im Dezember rausgeschmissen hatte. Es ist eine persönliche Krönung, denn der Deutsche hat Chelsea völlig verwandelt."

France Football: "Kai Havertz war seit seiner Ankunft in London im letzten Sommer nicht immer überzeugend und konnte sich keine bessere Nacht aussuchen, um sich in seinem besten Licht zu zeigen. Der junge Deutsche war schwer fassbar, leicht und fair in allem, was er unternahm, er glänzte und spaltete die Verteidigung von Manchester."

Von der englischen Presse wurde Kai Havertz erst verpönt, jetzt gefeiert.
Von einem Teil der englischen Presse wurde Kai Havertz erst verpönt, jetzt gefeiert. (Quelle: Globallmagens/imago-images-bilder)

SPANIEN

Marca: "Der Himmel ist blue! Havertz beschert Chelsea den Champions-League-Pokal nach einem brillanten Spielzug. Tuchel rächt sich für das verlorene Finale 2020 mit PSG, sein Plan war filmreif. Chelsea war ein Labyrinth, das nicht zu entschlüsseln war. Guardiola weiß nicht mehr, was er tun soll, um Tuchel zu schlagen."

As: "Tuchels Superchelsea, vom Henker zum Meister. Chelsea hatte schon Atletico und Real Madrid ausgeschaltet. Tuchel verwandelt eine unter Lampard deprimierte Mannschaft in wenigen Monaten auf brillante Weise in die beste des Kontinents. Der Deutsche triumphiert über Pep Guardiola, und das ohne Zweifel. Tuchel stellte Werner und Havertz gemeinsam auf, bei Balleroberung waren es überfallartige Sturmläufe. Havertz macht genau das, wofür sie 80 Millionen Euro bezahlt haben."

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen SID, dpa
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