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Frankfurt gewinnt die Europa League

Von t-online, dpa, np

Aktualisiert am 19.05.2022Lesedauer: 4 Min.
Frankfurts TorhĂŒter Kevin Trapp hebt den Pokal nach dem Sieg: Es war Eintrachts großer Traum die Europa League zu gewinnen.
Frankfurts TorhĂŒter Kevin Trapp hebt den Pokal nach dem Sieg: Es war Eintrachts großer Traum, die Europa League zu gewinnen. (Quelle: Manu Fernandez/ap-bilder)
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Es war der große Traum der Eintracht, die Europa League zu gewinnen. Und das Finale von Sevilla ging ins Elfmeterschießen. Am Ende setzte sich die Eintracht durch.

Triumph in Sevilla! Die Europa-Spezialisten von Eintracht Frankfurt haben ihre denkwĂŒrdige Saison mit dem ersten internationalen Titel seit 42 Jahren gekrönt und spielen erstmals in der Champions League. In einem elektrisierenden Finale der Europa League gewann das Team von Trainer Oliver Glasner im Nervenspiel Elfmeterschießen mit 5:4 (1:1, 1:1, 0:0) gegen die Glasgow Rangers und sorgte fĂŒr den ersten deutschen Titel in diesem Wettbewerb seit 1997.


Vier Frankfurter Helden mit Bestnote – doch einer kassiert die FĂŒnf

Der Moment, auf den alle gewartet haben: Die Frankfurter recken den Pokal in den spanischen Himmel.
Kevin Trapp: Musste in der 36. Minute nach Lundstrams Kopfball die Kugel erstmals mit den Fingerspitzen ĂŒber die Latte bugsieren, beim Gegentor durch Aribo machtlos. In der 118. mit der Riesentat, als er sich im letzten Moment in Kents Abschluss warf, rettete die Eintracht endgĂŒltig ins Elfmeterschießen, als er in der 120. Minute Taveniers gut geschossenen Freistoß entschĂ€rfte, seine Beinabwehr gegen Aaron Ramsey im Elfmeterschießen sicherte den Frankfurtern den Titel. Note 1
+15

Europa League: Rafael BorrĂ© erzielte den entscheidenden Treffer im Elfmeterschießen gegen Glasgow.
Europa League: Rafael BorrĂ© erzielte den entscheidenden Treffer im Elfmeterschießen gegen Glasgow. (Quelle: Marcelo Del Pozo/Reuters-bilder)

Noch in der regulĂ€ren Spielzeit hatte Rafael BorrĂ© (69.) die Rangers-FĂŒhrung vor 44.000 Zuschauern durch Joe Aribo (57.) ausgeglichen. In der Entscheidung vom Punkt wurden Torwart Kevin Trapp mit dem gehaltenen Versuch von Aaron Ramsey und der wieder treffsichere BorrĂ© zu Helden.

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Am Donnerstag soll beim Empfang am Frankfurter Römer die große Siegesparty in der Heimat steigen. AngefĂŒhrt von KapitĂ€n Sebastian Rode, der nach Kopfverletzung mit blauem Turban spielte, steht das Team nun auf einer Stufe mit den Uefa-Cup-Siegern von 1980 um Karl-Heinz Körbel und den in diesem Jahr gestorbenen JĂŒrgen Grabowski. Unter dem Motto "Mit dem JĂŒrgen, fĂŒr den JĂŒrgen" krönten Frankfurts Fußballer jetzt eine bemerkenswerte Reise mit etlichen Festabenden.

"Es gibt keine Worte. Das ist einfach zu viel. Wenn dir einer sagt, dass du am 10. August gegen Liverpool oder Real Madrid im Super Cup spielst – Wahnsinn", so Eintrachts PrĂ€sident Peter Fischer nach dem Triumph bei RTL. Die SGE hat sich durch den Sieg nicht nur den Platz im Super-Cup-Finale, sondern auch einen in Lostopf 1 der Champions League gesichert.

Ekstase pur: Die Frankfurter jubeln ĂŒber den Sieg in der Europa League.
Ekstase pur: Die Frankfurter jubeln ĂŒber den Sieg in der Europa League. (Quelle: Susana Vera/Reuters-bilder)

So lief das Spiel

Im Estadio RamĂłn SĂĄnchez PizjuĂĄn herrschte von Beginn an eine Wahnsinnsstimmung. Die Eintracht-Fans hatten ihr Team mit einer erneut beeindruckenden Choreografie empfangen, in den Gassen und auf den PlĂ€tzen der andalusischen Metropole verfolgten Tausende AnhĂ€nger beider Klubs das Endspiel ohne Ticket. WĂ€hrend der Partie berichteten spanische Medien von Auseinandersetzungen beider Fangruppen etwa drei Stunden vor dem Anpfiff. In der Arena ĂŒberwog die Euphorie. "Wir werden der Chef im Stadion sein", hatte Eintracht-PrĂ€sident Peter Fischer angekĂŒndigt.

Und die Hessen starteten sehr engagiert in die Partie. Mit viel Risiko und scharfen PĂ€ssen spielte sich die Eintracht immer wieder an den Rangers-Strafraum – musste in der fĂŒnften Minute aber gleich einen Schockmoment ĂŒberstehen. Rode blieb nach einem Foul von John Lundstram am Kopf blutend auf dem Rasen liegen und wurde mehrere Minuten behandelt. Der Brite hatte den Eintracht-Profi mit dem Schuhstollen an der Stirn getroffen.

Die erste Halbchance hatte Daichi Kamada, der nach einem kurzen Solo aber nicht zum Abschluss kam. Den anschließenden Schuss von Djibril Sow fing Glasgows 40 Jahre alter Torwart Allan McGregor ohne MĂŒhe (12.). Beim Versuch von Ansgar Knauff mit dem linken Fuß hatte McGegor schon mehr MĂŒhe (20.). Die Eintracht war zumindest in der ersten halben Stunde deutlich nĂ€her an der FĂŒhrung, beim Konter ĂŒber Filip Kostić schien mehr drin (32.).

Frankfurts Rafael Borré feiert sein 1:1 gegen die Rangers.
Frankfurts Rafael Borré feiert sein 1:1 gegen die Rangers. (Quelle: Arne Dedert/dpa-bilder)

Glasner rief im blauen Polohemd immer wieder Anweisungen auf den Platz. Der Österreicher, der vor der Saison aus Wolfsburg gekommen war, musste auf den verletzten Abwehrchef Martin Hinteregger verzichten, Jesper Lindström war dagegen rechtzeitig fit geworden. Der DĂ€ne, dessen abgefĂ€lschter Schuss zu Beginn der zweiten Halbzeit nur knapp vorbeiging (49.), sorgte im Verbund mit Kamada und BorrĂ© fĂŒr Unruhe in der zunĂ€chst aber standhaften Rangers-Abwehr.

Offensiv kam der schottische Vizemeister zwar erst durch Aribo nahe an das Tor des deutschen Nationalkeepers Kevin Trapp, der Schuss des 25-JĂ€hrigen ging aber nur knapp vorbei (26.). Beim Kopfball von Lundstram musste sich Trapp strecken, um den Ball ĂŒber die Latte zu lenken (36.). Fehler durfte sich die Eintracht nicht erlauben – die Rangers, die zunehmend besser wurden, hatten in den Runden zuvor Borussia Dortmund und RB Leipzig ausgeschaltet.

Das dritte internationale Finale der Eintracht nach 1960 und 1980 wurde zunehmend spannender. In der zweiten Halbzeit spielten beide Teams in Richtung der eigenen Fanblöcke. In Frankfurt zitterten ĂŒber 50.000 AnhĂ€nger beim Public Viewing in der Eintracht-Arena mit. Erst recht, als Aribo nach einer Fehlerkette in der Frankfurter Abwehr von Sow und Tuta frei vor Trapp zum Abschluss kam und traf. Tuta verletzte sich dabei, er wurde durch Makoto Hasebe ersetzt.

Die Schlussphase vor Augen kam erst Kamada zur großen Chance zum Ausgleich, der Heber des Japaners ging aber nicht nur ĂŒber McGregor, sondern auch ĂŒber das Tor (67.). BorrĂ© machte es im Strafraum nach einer scharfen Hereingabe besser – das Spiel war wieder und blieb offen. Der Versuch von Kostić ging knapp vorbei (89.), dann ging es in die kraftraubende VerlĂ€ngerung, in der Trapp kurz vor Schluss mit zwei starken Paraden das Elfmeterschießen sicherte.

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