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WM 2018: Anekdoten aus Russland – Fake-Journalisten und absurde Kontrollen


WM-Anekdoten aus Russland  

Von Fake-Journalisten und absurden Kontrollen

Aus Russland berichtet Benjamin Zurmühl

13.07.2018, 19:14 Uhr
WM 2018: Anekdoten aus Russland – Fake-Journalisten und absurde Kontrollen. Bei der Arbeit: Journalisten warten bei einer Pressekonferenz auf die Gesprächspartner. (Quelle: imago)

Bei der Arbeit: Journalisten warten bei einer Pressekonferenz auf die Gesprächspartner. (Quelle: imago)

Vier Wochen der WM in Russland sind bereits vorbei, das Finale steht an. Und auch auf den letzten Metern passieren immer noch einige Kuriositäten. Teil vier der WM-Anekdoten aus Russland.

Aus Russland berichtet Benjamin Zurmühl

Hygiene ist das A und O

Rund fünf Wochen lang sind die meisten Journalisten bei einer WM unterwegs. Ein paar Tage vor dem Eröffnungsspiel ist die Anreise und nach dem Finale die Abreise. Echte Verschnaufpausen zwischendurch gibt es eher selten. Es steht immer Arbeit an. Manche Journalisten vergessen dabei die wichtigsten Rituale am Morgen. Nachgeholt wird das dann gerne am Medienzentrum.

So kam es schon vor, dass ich beim Betreten der Herren-Toilette im Moskauer Luschniki-Stadion einen Rasierer hörte, weil sich ein italienischer Kollege den Bart herrichtete. Schließlich sollten an der Mixed Zone die Spieler bei ihm stehen bleiben. In anderen Fällen brachten sich manche Journalisten eine Zahnbürste mitsamt Zahnpasta mit ins Stadion, um das Zähneputzen nachzuholen. Duschen gibt es übrigens keine im Medienzentrum. Leer geblieben wären sie aber offenbar nicht.

Falsche Journalisten im Stadion

Das Viertelfinale zwischen Frankreich und Uruguay war das letzte Spiel in Nischni Nowgorod. Viele Journalisten packten am Tag danach ihre Taschen und machten sich auf in Richtung Moskau oder St. Petersburg. Doch bevor der Zug abends losfuhr war noch Zeit für das Spiel zwischen England und Schweden am Nachmittag. So taten sich im Stadtzentrum von Nischni Nowgorod einige Journalisten zusammen, um nach einem Restaurant zu suchen, das das Spiel zeigte.

Ich schloss mich einer Gruppe argentinischer Kollegen an. Wir waren schnell erfolgreich und wählten eine Lokalität in Fußnähe zum Hauptbahnhof. Themen waren schnell gefunden. Das deutsche und das argentinische Abschneiden bei der WM. Doch allzu lange wollten beide Parteien nicht darüber reden, also wurde es persönlicher. "Arbeitest du hier bei der WM?", fragte einer der Argentinier. Etwas überrascht nickte ich, schließlich trug ich meine Akkreditierung, also praktisch meinen Journalisten-Ausweis für die WM. 

Die Pressetribüne: Hier sitzen eigentlich nur Journalisten. (Quelle: imago)Die Pressetribüne: Hier sitzen eigentlich nur Journalisten. (Quelle: imago)

"Wir nicht", sagte mein Gegenüber mit einem breiten Grinsen. "Wir haben einen Freund beim Fernsehen, der hat uns die Akkreditierung klar gemacht. Dadurch müssen wir für die Spiele nichts zahlen. Super, oder?" Eine Antwort auf die Frage gab es nicht. Nur eine Rückfrage: "Seid ihr damit auch in der Mixed Zone gewesen?" "Nein", lautete die Antwort. "Wir waren aber bei einer Pressekonferenz. Wir wollten unbedingt Antoine Griezmann sehen. Eine Frage haben wir aber natürlich nicht gestellt." Als wäre die Grenze nicht schon längst überschritten worden.

Preiswucher bei der WM

Eine WM ist für jeden Fan ein teures Vergnügen. Durch Anfahrt, Übernachtung und natürlich Tickets geht definitiv ein vierstelliger Betrag flöten. Auch für Journalisten ist es nicht anders. Da kostet eine Nacht in der 1-Zimmer-Wohnung in Nischni Nowgorod viele Kilometer abseits des Stadions auch gerne mal über 150 Euro. 

Wie drastisch der preisliche Unterschied zu einem normalen Reisezeitraum ist, wird erst beim Abschied klar. Mein Vermieter Roman setzte nämlich auf Kundenbindung und sagte vor dem Auf Wiedersehen: "Wenn Sie mal wieder in Nischni Nowgorod sind, melden Sie sich ruhig bei mir. Dann kostet die Wohnung für Sie nur 1500 Rubel die Nacht." Umgerechnet sind das 20 Euro...

Verwirrende Kontrollen am Stadion

Sicherheit bei der WM wird in Russland groß geschrieben. Überall begegnen den Touristen und uns Journalisten zahlreiche Polizisten und Soldaten. Koffer werden vereinzelt sogar an Metro-Stationen durch einen Scanner geschickt. Die Kontrollen am Stadion sind verständlicherweise noch strenger. Besonders bei Journalisten, die meist mit mindestens einem Rucksack ankommen. Doch was okay und was verboten ist, ist ein völliges Rätsel.

Ordner am Luschniki-Stadion in Moskau sind bereit, die Zuschauer zu kontrollieren. Doch wonach suchen sie genau? (Quelle: imago)Ordner am Luschniki-Stadion in Moskau sind bereit, die Zuschauer zu kontrollieren. Doch wonach suchen sie genau? (Quelle: imago)

Mal ist eine Wasserflasche erlaubt, mal muss das Etikett abgerissen werden und ab und zu muss die Flasche sofort entsorgt werden. Auch andere Gegenstände sind eine Wissenschaft für sich. Geldbörsen müssen manchmal geöffnet werden, manchmal sind sie völlig irrelevant. Gleiches gilt für Smartphones und Powerbanks. Laptops hingegen werden fast immer untersucht. Es sei denn, es ist ein Mikrofon mit im Rucksack. Dann ist das Mikrofon interessanter und der Laptop wird vernachlässigt.

So hat jedes Stadion seine eigenen Regeln. Diskussionen machen übrigens keinen Sinn. Mehr als "Da", zu Deutsch Ja, oder "Njet", zu Deutsch Nein, sagen die meisten Kontrolleure häufig nicht.

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