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Von Schieberm├╝tze bis Magier: Die elf K├Âpfe der Saison

Von dpa
Aktualisiert am 12.05.2022Lesedauer: 4 Min.
BVB-St├╝rmer Erling Haaland wechselt zu Manchester City.
BVB-St├╝rmer Erling Haaland wechselt zu Manchester City. (Quelle: Bernd Thissen/dpa./dpa)
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297 Spiele sind absolviert. Die Fu├čball-Bundesliga und ihre Protagonisten haben f├╝r die eine oder andere Schlagzeile gesorgt - auf und neben dem Platz. Die etwas andere Elf der Saison 2021/2022:

Erling Haaland:

Lange Zeit galt Real Madrid als Favorit, zwischendurch der FC Barcelona - am Ende wurde es Manchester City. Die Spekulationen ├╝ber die Zukunft von Erling Haaland waren f├╝r Borussia Dortmund ein st├Ârendes Dauerthema. Nicht nur deshalb h├Ąlt sich der Trennungsschmerz in Grenzen. Dar├╝ber hinaus stand der 20 Jahre alte Torgarant in seiner letzten BVB-Saison aufgrund diverser Verletzungen ├╝ber Wochen nicht zur Verf├╝gung.

Felix Magath:

Viele hielten es f├╝r einen Scherz. Doch der Magier meinte es nat├╝rlich ernst. Bei der R├╝ckkehr auf die Bundesliga-B├╝hne im M├Ąrz bei Hertha BSC bewies Felix Magath, dass es keinen Grund gibt, sich im Alter zu ├Ąndern. Der 68-J├Ąhrige kokettierte mit dem Klischee des Schleifers und gab den Berlinern tats├Ąchlich Halt. Ob es zur Rettung reicht, wird sich im Saisonfinale zeigen m├╝ssen.

Max Eberl:

Er war das Gesicht von Borussia M├Ânchengladbach. Macher und Malocher und ├╝berall zur Stelle, wenn es galt, den Club zu vertreten. Nach 23 Jahren als Spieler, Nachwuchschef und Sportdirektor hat den 48-J├Ąhrigen die Kraft verlassen. Er sei ersch├Âpft und m├╝de und k├Ânne den Job nicht mehr so aus├╝ben wie es n├Âtig sei, verk├╝ndeteEberlbei seinemAbschiedam 28. Januar. "Ich beende etwas, was mein Leben war", sagte er mit Tr├Ąnen in den Augen.

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Anthony Modeste:

Mit K├Âpfchen und ein bisschen Show hat sich Anthony Modeste l├Ąngst in die Herzen der K├Âlner Fans gespielt. Sein extravaganter Jubel aber kommt nicht immer gut an. Mal stibitzte er Trainer Baumgart nach einem Tor die Schieberm├╝tze, zuletzt packte er nach einem Treffer eine Kaffeet├╝te aus - sogar der DFB ermittelte. Alles verziehen, denn Tony liefert beim FC 19 Treffer in dieser Saison, davon neun mit dem Kopf. Wird er den K├Âlnern erhalten bleiben? "Wer hat gesagt, dass ich den Verein verlasse? Niemand hat das gesagt", sagte der 34-J├Ąhrige. Sein Vertrag l├Ąuft bis 2023.

Joshua Kimmich:

F├╝r sein Impfzaudern gab es heftige Kritik an dem Nationalspieler des FC Bayern M├╝nchen. Kimmich erkl├Ąrte seine Zur├╝ckhaltung mit "ein paar Bedenken, gerade, was fehlende Langzeitstudien angeht". Er k├╝ndigte nach der emotionalen Debatte und einer Corona-Infektion, nach der er wegen Infiltrationen der Lunge weiter pausieren musste, seine Impfung an.

Nico Schlotterbeck:

Der Verteidiger ist einer der Schl├╝sselspieler in dieser so starken Saison des SC Freiburg, der noch in die Champions League einziehen und den DFB-Pokal gewinnen kann. Der 22-J├Ąhrige ├╝berzeugte nicht nur defensiv, sondern auch mit vier Toren. Im M├Ąrz feierte er sein Deb├╝t in der Nationalmannschaft, im Sommer wechselt er f├╝r rund 20 Millionen Euro zu Borussia Dortmund.

Steffen Baumgart:

Ein Trainer als Kultfigur. Der Fu├čball-Lehrer hat beim 1. FC K├Âlndie Herzen der Fans im Sturm erobert. ├ťber Monate war die M├╝tze, die beim 50-J├Ąhrigen l├Ąngst zum Markenzeichen geworden ist, ein Verkaufsschlager. Unter seiner Regie wurde aus einem vermeintlichen Abstiegskandidaten, der noch im Vorjahr in die Relegation musste, eine der gr├Â├čten positiven ├ťberraschungen der Spielzeit. Dass er dem Club zum zweiten Europapokal-Einzug in den vergangenen 30 Jahren verhalf, sorgte f├╝r noch gr├Â├čere Wertsch├Ątzung.

Felix Zwayer:

Der Berliner Spitzenschiedsrichter wurde nach vielen Jahren von seiner Rolle im Wett- und Manipulationsskandal um Robert Hoyzer eingeholt. Erneut eskaliert war das Ganze nach dem Spitzenspiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern M├╝nchen (2:3) Anfang Dezember. BVB-Mittelfeldspieler Jude Bellingham attackierte den 40-J├Ąhrigen verbal: "Man gibt einem Schiedsrichter, der schon mal ein Spiel verschoben hat, das gr├Â├čte Spiel. Was soll man da erwarten?" Zwayer erhielt sogar Morddrohungen, ├╝berlegte, seine Referee-Karriere zu beenden - machte aber weiter.

Fans von Eintracht Frankfurt:

Durch die schrittweise R├╝ckkehr der Fans im Fr├╝hjahr stieg die Euphorie auf den R├Ąngen ligaweit wieder. F├╝r die Frankfurt-Anh├Ąnger gab es Highlights auch abseits des Alltags. "Im Herzen von Europa", so der Titel der Club-Hymne, schl├Ągt das Fu├čballherz besonders heftig. Die leidenschaftlichen Anh├Ąnger haben der Eintracht mit zum Finaleinzug in der Europa League verholfen. Gesch├Ątzte 30.000 Fans machten aus dem Auftritt beim FC Barcelona ein Heimspiel. Auch bei Choreographien wie zum Tod von Vereinslegende J├╝rgen Grabowski sind die Eintracht-Fans ganz gro├č. Jetzt str├Âmen alle nach Sevilla zum gro├čen Finale.

Bo Svensson:

Der Trainer des FSV Mainz 05 ist in Gespr├Ąchen au├čerhalb des Fu├čballstadions eher zur├╝ckhaltend und bestimmt kein Dampfplauderer. Am Spielfeldrand aber meckert der 42 Jahre alte D├Ąne ziemlich viel rum. Nach vier Gelben Karten wurde er als erster Trainer im Oberhaus f├╝r ein Spiel gesperrt, inzwischen steht er bei sieben Verwarnungen. Abgesehen davon: Als Chefcoach der Rheinhessen leistet er klasse Arbeit, die Mannschaft war nie in den Abstiegskampf verwickelt.

Max Kruse:

Der Wechsel vom 1. FC Union Berlin zum VfL Wolfsburg war der ├ťberraschungstransfer der Winterpause. Unverst├Ąndnis erntete der 34-J├Ąhrige dabei, weil er dem sportlich besser situierten Club den R├╝cken kehrte und wegen eines hoch dotierten Angebots zu den abstiegsbedrohten W├Âlfen wechselte. Kruse verpasste es aber, die Rolle der F├╝hrungsfigur auszuf├╝llen. Trotz Dreierpacks gegen Mainz blieb er oft hinter den Erwartungen zur├╝ck. Daneben kassierte er eine R├╝ge f├╝r Aussagen in Richtung Magath ("Der ist ein Scheucher").

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