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Chelsea gegen Barcelona: Das Geheimnis von Ekelpaket Conte

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Chelsea-Trainer vor CL-Topspiel  

Conte ist ein Ekelpaket – aber die Spieler lieben ihn

20.02.2018, 15:53 Uhr | Die Kolumne von Valeria Meta bei t-online.de

Chelsea gegen Barcelona: Das Geheimnis von Ekelpaket Conte. Immer in Rage: Antonio Conte an der Seitenlinie beim FC Chelsea. (Quelle: imago/PA Images)

Immer in Rage: Antonio Conte an der Seitenlinie beim FC Chelsea. (Quelle: PA Images/imago)

Vor dem Duell mit Barcelona soll Chelsea-Trainer Conte schwer angeschlagen sein. Wie es wirklich um seinen Job steht und warum er ein Ekelpaket ist.

„Ich töte dich!“ So wurde Leonardo Bonucci von seinem damaligen Trainer bei Juventus Turin, Antonio Conte, bedroht. Es war in der 86. Minute des Champions-League-Achtelfinalspiels gegen Celtic Glasgow im Februar 2013. Der Grund: Der Verteidiger hatte einen falschen Pass gespielt. Die Lage: Juventus führte 3:0 im Celtic Park.

Vielleicht reicht allein dieser Vorfall, um den Typen zu erklären. Antonio Conte macht nichts, um geliebt zu werden – und trotzdem zählt er zu den Trainern, für die die Spieler alles machen würden. Genau deswegen gilt nun der Chelsea FC als besonders gefährlicher Gegner für den FC Barcelona im Champions-League-Achtelfinale heute Abend (20.45 Uhr im Liveticker bei t-online.de).

Immer in Rage: Antonio Conte an der Seitenlinie beim FC Chelsea. (Quelle: imago/PA Images)Immer in Rage: Antonio Conte an der Seitenlinie beim FC Chelsea. (Quelle: PA Images/imago)

Guardiola bewundert Conte

Nach fünf Titeln mit Juventus und der EM als Trainer der italienischen Nationalmannschaft ist es ihm gelungen, schon in seinem ersten Jahr in England den Premier-League-Titel mit den „Blues“ zu gewinnen. Aber sein Erfolg wäre ohne Feinde undenkbar: Erst die Presse, dann das Bundesgericht des italienischen Fußballverbands (FIGC) und letztlich Chelsea-Investor Roman Abramovich.

Es sieht so aus, als ob Conte nur stark unter Druck am besten arbeiten kann – darum war er Italiens idealer Trainer. Zu seinen Bewunderern zählen sowohl Kollegen wie Pep Guardiola als auch Top-Spieler wie Daniele De Rossi und Gigi Buffon.

Von Lippi erbte er Hochmut

Conte war als Juventus-Mittelfeldmann in den 90er Jahren kein Superstar, verfügte aber über ein außergewöhnliches Charisma: Während Zinédine Zidane und Alessandro Del Piero für die Schönheit verantwortlich waren, galt er als die Lunge der Mannschaft. Von seinem damaligen Trainer Marcello Lippi hat er etwas Hochmut geerbt, aber auch die starke Arbeitsethik.

Die Karriere auf der Bank begann er fern des Rampenlichts beim AC Siena, den er 2011 zum Aufstieg in die Serie A führte. Schon damals fing seine ewige Auseinandersetzung mit den Journalisten an, die ihn nach ein paar schwachen Leistungen kritisiert hatten.

Kritik gab es auch, als ihm im Sommer 2011 der Job bei Juventus angeboten wurde. Conte zerstreute die Zweifel, indem er ein "neues Juventus" erschuf, dessen Geist noch heute zu spüren ist. „Unter ihm waren wir wie Soldaten“, erzählte Leonardo Bonucci, „er hielt uns immer unter Druck, man konnte sich keine Pause leisten“.

Trotz seiner harten Methoden schenken ihm die Spieler fast blindes Vertrauen. Darin besteht auch das Geheimnis seiner erstaunlichen Arbeit bei der EM 2016 mit der Nationalmannschaft: Italien verfügte über gute, aber nicht hervorragende Spieler – trotzdem gewann man den Eindruck, dass sie für den Trainer alles gegeben hätten. „Es ist nicht einfach, unter ihm zu spielen“, gestand Weltmeister Daniele De Rossi im Interview mit der „Gazzetta dello Sport“. „Aber es ist wunderbar. Er spricht immer klar: Wenn du 100 Prozent fit bist, dann spielst du, sonst nominiert er dich gar nicht. Wenn ich irgendwann Trainer sein werde, werde ich mich von Conte und Luis Enrique inspirieren lassen“.

Conte hat immer mindestens einen harten Typen im Team

Alle von Contes Mannschaften sind ihm ähnlich. Schon seit seiner Zeit in der Serie B legte der Trainer einen großen Wert auf körperliche Stärke. Dementsprechend gab es immer mindestens einen harten Typ in Mittelfeld, wie Arturo Vidal bei Juventus und jetzt N‘Golo Kante und Tiémoué Bakayoko bei Chelsea. Normalerweise ist seine Grundformation ein 3-5-2, auch wenn es sich eher um ein 5-3-2 handelt: Auf den Außenbahnen spielen nämlich in der Regel zwei Verteidiger wie Davide Zappacosta und Emerson Palmieri.

Was bei seiner Mannschaft ins Auge springt, ist aber nicht die eher wenig spektakuläre Spielweise, sondern die Intensität: Bis zum Ende gibt keiner auf. Besonders frustrierend für die Gegner ist, dass es nicht reicht, gut zu spielen: Trotz souveräner Leistungen gegen Chelsea blieb Guardiolas Manchester City zweimal unterlegen – was nun Barcelona eine Warnung sein sollte.

„Conte versucht nicht, das Spiel so viel zu verändern, wie er versucht, es zu gewinnen“, lautete kürzlich ein Fazit der englischen Zeitung „Independent“, das die Conte-Philosophie gut zusammenfasst.

Conte hat überall Feinde

Der Trainer fühlte sich immer „eingekreist“ – und reagierte entsprechend. Sein Wutausbruch in einer Pressekonferenz im Herbst 2012 ist in die Geschichte eingegangen. Damals ließ er seine Wut an dem Bundesgericht des italienischen Fußball-Verbands FIGC aus, das ihn für zehn Monate gesperrt hatte. Das Sportgericht sah es als erwiesen an, dass Conte 2011 als Trainer des AC Siena Kenntnisse über Spielmanipulationen hatte und seine Informationen nicht meldete.

Die Sperre wurde später auf vier Monate verringert. Wenige Wochen vor Beginn der EM in Frankreich war er dann im Prozess um seine Verwicklung in den Wettskandal freigesprochen worden. Dabei hatte die Staatsanwaltschaft eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten gefordert. Jetzt scheinen die „Feinde“ sogar die Chelsea-Bosse zu sein: Conte nutzt alle Gelegenheiten, um sich über den kleinen Kader zu beschweren.

Es ist kein Geheimnis, dass er in London eher unzufrieden ist: In Italien wird immer wieder berichtet, dass seine Frau so bald wie möglich nach Turin zurückziehen möchte. Contes Vertrag bei den „Blues“ läuft noch bis zum Juni 2019, aber die Zukunft des Trainers bleibt höchst unsicher. Viele wünschen sich seine Rückkehr zur Nationalmannschaft, in Frankreich nennt ihn dagegen „Le Parisien“ als möglichen Nachfolger von Unai Emery auf der Bank von Paris Saint-Germain. Nicht schlecht für einen so unsympathischen Typen.

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