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RB Leipzig: Stadt Leipzig ging Coronavirus-Fall gegen Tottenham nicht nach


Kranker aus Thüringen  

Leipzig ging Coronavirus-Fall bei Tottenham-Spiel nicht nach

24.03.2020, 19:06 Uhr
RB Leipzig: Stadt Leipzig ging Coronavirus-Fall gegen Tottenham nicht nach. Rasenballsport Leipzig gegen Tottenham: Im Vorfeld war wegen des Coronavirus umstritten, ob das Spiel noch mit Fans stattfinden soll. Der Fall eines nach dem Spiel positiv getesteten Zuschauers ist bei der Stadt Leipzig offenbar untergegangen. (Quelle: imago images)

Rasenballsport Leipzig gegen Tottenham: Im Vorfeld war wegen des Coronavirus umstritten, ob das Spiel noch mit Fans stattfinden soll. Der Fall eines nach dem Spiel positiv getesteten Zuschauers ist bei der Stadt Leipzig offenbar untergegangen. (Quelle: imago images)

Es war das vorerst letzte Fußballspiel in Deutschland mit Fans: Jetzt ist klar, dass bei Rasenballsport Leipzig gegen Tottenham Hotspurs das Coronavirus im Publikum saß.

Die Stadt Leipzig ist Hinweisen zu einem positiv auf Corona getesteten Besucher beim Spiel Rasenballsport Leipzig gegen Tottenham Hotspurs nicht nachgegangen. Die Begegnung im Achtelfinale der Champions League am 10. März war das letzte Fußballspiel in Deutschland vor großem Publikum.

Die Panne in Leipzig bedeutet nicht, dass sich deshalb andere Menschen angesteckt haben. Sie unterstreicht aber die Zweifel an der Entscheidung, das Spiel mit Fans durchzuführen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte bereits am 8. März empfohlen, auf Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern zu verzichten. "Mit dem Wissen von heute würde man anders entscheiden", sagte Stadtsprecher Matthias Hasberg zu t-online.de.

Positiver Test im Saale-Orla-Kreis

Nach dem Spiel wurde im thüringischen Saale-Orla-Kreis ein Mann positiv getestet. Die Recherchen der dortigen Behörde ergaben, dass er das Spiel besucht hatte. Es war der vierte Fall in dem Landkreis. Das Portal insuedthueringen.de hatte sogar berichtet, er habe sich beim Spiel angesteckt.

Davon geht die Verwaltung im Saale-Orla-Kreis aber nicht aus: "Er hat sich offenbar einige Tage vor dem Spiel bei einem Skirlaub in Südtirol angesteckt", sagte eine Sprecherin zu t-online.de. "Krankheitssymptome traten kurze Zeit nach dem Fußballspiel auf." Bei dem Spiel war der Mann demnach noch ohne Beschwerden, dürfte aber schon ansteckend gewesen sein. 

Nach dem positiven Testergebnis versuchte das Gesundheitsamt in Thüringen, alle Kontakte zu ermitteln, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Begleiter des Mannes wurden ausfindig gemacht, unter ihnen gab es keinen weiteren positiven Fall. Zudem wurde Leipzig eingeschaltet, damit die Stadt "Umgebungspersonen dort ermitteln" kann.

Zwei Mails an die Stadt Leipzig

Die Stadt Leipzig erklärte auf Anfrage, dass sie "keine Meldung über einen Erkrankten bei einem Fußballspiel in Leipzig" hat. Im Kreishaus in Schleiz kann man das nicht verstehen: Fachdienstleiter Dr. Torsten Bossert kam zwar telefonisch nicht zu seinen Kollegen durch. Er schrieb aber gleich zwei E-Mails an das Gesundheitsamt Leipzig: Um 7.22 Uhr am Mittwoch vergangener Woche und, weil keine Antwort kam, erneut um 15.21 Uhr. Auch darauf erhielt er keine Rückmeldung.

Rasenballsport Leipzig war bisher mit einer überzogenen Aktion im Zusammenhang mit dem Coronavirus aufgefallen. Beim Heimspiel am 1. März gegen Bayer Leverkusen hatten Ordner eine Gruppe Japaner aus dem Stadion geworfen. Zur Entschuldigung hieß es: Es habe einen "Fehler" gegeben bei der Umsetzung der Anweisung, Personengruppen aus potenziellen Risikogebieten gemäß den Handlungsempfehlungen des Robert Koch-Instituts verstärkt zu kontrollieren.

Am 10. März wurde trotzdem noch einmal gespielt. Es gab im Internet Hinweise und an den Eingängen Desinfektionsmittelspender, aber keine gesonderten Durchsagen an die 42.146 Zuschauer beim Spiel. Rasenballsport-Chef Oliver Mintzlaff sagte: "Es wird ja auch niemand gezwungen, ins Stadion zu kommen."

Weshalb Spahn-Empfehlung übergangen wurde 

Großbritannien war zu dem Zeitpunkt kein Risikogebiet, und in Leipzig selbst waren lediglich vier positiv Fälle bekannt. Die am Sonntag, 8. März, von Gesundheitsminister Spahn gegebene Empfehlung sei unkonkret gewesen und vom RKI nicht in deren Richtlinien umgesetzt worden, so Stadtsprecher Hasberg.

Deshalb habe man kurzfristig entschieden, am Spiel festzuhalten. Die Stadt hatte die Entscheidung zudem damit verteidigt, dass die Tickets personalisiert seien und eine Nachverfolgbarkeit im Nachhinein gegeben sei.  

Leipzig gewann 3:0. Die Trainer immerhin ließen etwas Vorsicht walten: Nach Spielende geben sich José Mourinho und Julian Nagelsmann die Faust statt der Hand. Clubchef-Mintzlaff sagte am Rande: "Wenn wir dieses Spiel abgesagt hätten, wäre das mehr Panik als eine realistische Einschätzung der Situation."

In Italien gilt unterdessen das Spiel zwischen Atalanta Bergamo und dem FC Valencia als ein möglicher Turbo bei der Ausbreitung der Krankheit. "Die Epidemie ist in Bergamo genau zwei Wochen nach diesem Spiel explodiert", sagte Francesco Le Foche, Leiter der Abteilung für Infektiologie der römischen Poliklinik "Umberto I". Die 44.000 Zuschauer "waren in Bussen, Zügen oder auf Autobahn-Raststätten und Restaurants in engem Kontakt". Das Rückspiel am 10. März in Valencia fand ohne Zuschauer und Journalisten statt.

Verwendete Quellen:

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