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Nadal vor 21. Grand-Slam-Triumph - Endspiel gegen Medwedew

Von dpa
Aktualisiert am 28.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Rafael Nadal feiert seinen Sieg im Halbfinale ├╝ber den Italiener Matteo Berrettini.
Rafael Nadal feiert seinen Sieg im Halbfinale ├╝ber den Italiener Matteo Berrettini. (Quelle: Andy Brownbill/AP/dpa./dpa)
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Melbourne (dpa) - Jetzt fehlt Rafael Nadal tats├Ąchlich nur noch ein Sieg zum 21. Titel und Grand-Slam-Rekord: Nach Monaten voller Schmerzen und Zweifeln sowie Gespr├Ąchen ├╝ber ein Ende seiner Tennis-Karriere greift der Spanier bei den Australian Open nach dem Triumph.

Am Sonntag (9.30 Uhr deutscher Zeit/Eurosport) kann sich der 35-J├Ąhrige mit einem Finalerfolg gegen den russischen US-Open-Champion Daniil Medwedew zur alleinigen Nummer eins in der extrem prestigetr├Ąchtigen Statistik k├╝ren. Er w├╝rde sich von seinen langj├Ąhrigen Rivalen Roger Federer und Novak Djokovic absetzen.

Djokovic, Nadal und Federer gleich auf

"Ich denke, Novak wird dieses Match in zwei Tagen auch gucken", sagte Medwedew am Freitag grinsend im Siegerinterview. Und wenn Nadal dann triumphiert, w├╝rde f├╝r den anfangs deutlich h├Âher gehandelten Djokovic seine Niederlage vor dem Bundesgericht und die erzwungene Ausreise aus Australien vor Turnierbeginn noch bitterer werden.

"Ich musste leiden, ich musste k├Ąmpfen. Es bedeutet mir viel, hier wieder im Finale zu sein", sagte Nadal gl├╝cklich nach dem 6:3, 6:2, 3:6, 6:3 im Halbfinale von Melbourne gegen den Wimbledon-Finalisten Matteo Berrettini. 13 Jahre ist sein einziger Melbourne-Erfolg her: "Ich h├Ątte nie an eine weitere Chance 2022 gedacht."

Auch angesichts der Fragezeichen, die hinter seiner Teilnahme an den Australian Open standen, zuckte Nadal bei der Frage nach dem Tennis-Meilenstein mit den Schultern. Er nimmt die Statistik nicht so wichtig, wie er glaubhaft versicherte. "Ich bin einfach glücklich, Teil dieser erstaunlichen Tennis-Ära zu sein. Das ist alles", sagte er: "Irgendwie ist es egal, ob einer einen mehr oder einen weniger erreicht. Wir haben alle erstaunliche Dinge geschafft."

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In dem seit langen faszinierenden Rennen um die Grand-Slam-Titel stehen die gro├čen Drei momentan auf einer Stufe: Nadal hat ebenso wie der wegen seiner langwierigen Knieprobleme pausierende Schweizer Federer und der serbische Weltranglisten-Erste Djokovic 20 Troph├Ąen bei den vier wichtigsten Turnieren gesammelt.

Gute Aussichten auf den Triumph

Nadals Aussichten sind gl├Ąnzend, sofern die Fitness f├╝r ein weiteres Match ausreicht. Allerdings muss er daf├╝r den starken Weltranglisten-Zweiten Medwedew schlagen. Das emotionale Halbfinale gegen den griechischen Weltranglisten-Vierten Stefanos Tsitsipas entschied Medwedew mit 7:6 (7:5), 4:6, 6:4, 6:1 f├╝r sich.

Vehement schimpfte der Vorjahresfinalist zwischenzeitlich mit Schiedsrichter Jaume Campistol. Er forderte eine Verwarnung f├╝r unerlaubtes Coaching, weil Tsitsipas' Vater auf der Trib├╝ne permanent rede. "Du bist so schlimm, Mann", beschwerte sich der 25-J├Ąhrige bei 4:5 im zweiten Satz lauthals und nannte den Schiedsrichter eine "kleine Katze". Als er sich mit etwas Abstand vom hitzigen Gefecht l├Ąngst beruhigt hatte, bedauerte er seinen Ausbruch. Er respektiere die Schiedsrichter, beteuerte der russische Profi.

Auch auf dem Platz hatte sich Medwedew nach einer Pause zwischen den S├Ątzen gefangen und sicherte sich sein viertes Grand-Slam-Finale. In der Tennis-Szene unvergessen ist das US-Open-Endspiel von 2019, das Nadal in f├╝nf S├Ątzen f├╝r sich entschied. "Ich bin bereit", k├╝ndigte Medwedew nun an. Erst bei den vergangenen US Open im September hatte er Djokovic dessen 21. Titel verwehrt. "Die Rivalit├Ąt zwischen ihnen ist gro├čartig. Immer wieder h├Âren wir, es ist vorbei, nicht sicher, ob sie zur├╝ckkommen. Nun, schaut auf Rafa", sagte Medwedew.

Nadal: "Es ist ein Geschenk Tennis zu spielen"

Die Statistiken von Nadal sind beeindruckend: Der Routinier erreichte sein 29. Endspiel der bedeutendsten Kategorie. Am Sonntag kann es Nadal als vierter Spieler bei den Herren schaffen, dass er jedes der vier Grand-Slam-Turniere mindestens zweimal gewonnen hat. In Melbourne verbl├╝fft Nadal sich selbst. "Vor eineinhalb Monaten wusste ich nicht, ob ich es schaffe, wieder auf die Tour zur├╝ckzukommen", sagte er: "Hier bin ich, und bin dankbar daf├╝r. Das ist alles. Es ist ein Geschenk, einfach hier zu sein und Tennis zu spielen. Ich nehme die Sachen nun ein bisschen anders. Am Ende des Tages, ich bin ehrlich, ist es f├╝r mich wichtiger, wieder die Chance zu haben, Tennis zu spielen als den 21. zu gewinnen."

Wimbledon hatte der Linksh├Ąnder im vergangenen Jahr ausgelassen, auf die Olympischen Spiele und die US Open verzichtet, seit August gar kein Turnier mehr gespielt. Manchmal habe er nur 20 Minuten, manchmal 45 Minuten Tennis spielen k├Ânnen - und manchmal ├╝berhaupt nicht. Gedanken an ein Grand-Slam-Match waren weit weg. "Ich hatte viele herausfordernde Momente - viele Tage mit harter Arbeit ohne ein Licht zu sehen." Er habe mit dem Team und seiner Familie dar├╝ber geredet, ob es Zeit sei, Abschied zu nehmen, wenn es so schlimm bleibt.

Gegen den italienischen Weltranglisten-Siebten Berrettini spielte Nadal zwei S├Ątze grandios. Im dritten Satz wurde er m├╝der. Doch bevor es zu kompliziert wurde, packte Nadal zu. Die Entscheidung fiel im achten Spiel des vierten Satzes, als Berrettini mit Vorhandfehlern letztlich das Break f├╝r Nadals 500. Hartplatzsieg beg├╝nstigte.

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