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Sven Hannawald: Stefan Horngacher wäre die Ideallösung

INTERVIEWNordische Ski-WM  

Hannawald verrät seinen Bundestrainer-Favoriten

Ein Interview von Tobias Ruf

22.02.2019, 06:04 Uhr
Sven Hannawald: Stefan Horngacher wäre die Ideallösung. Sven Hannawald ist seit 2016 als TV-Experte für Eurosport tätig. (Quelle: imago/Eibner)

Sven Hannawald ist seit 2016 als TV-Experte für Eurosport tätig. (Quelle: Eibner/imago)

Sven Hannawald blickt mit Zuversicht auf die Nordische Ski-WM in Seefeld und nennt seinen heißesten deutschen Medaillenkandidaten. Zudem hat er einen klaren Favoriten für die Nachfolge von Bundestrainer Schuster.

Mit der Qualifikation von der Großschanze in Innsbruck wird es für die Skispringer ernst bei der Nordischen Ski-WM im österreichischen Seefeld.

Vierschanzentourneesieger und Olympiasieger Sven Hannawald spricht bei t-online.de über die heißesten Anwärter auf Edelmetall und aus dem Ausland. Zudem hat er einen klaren Favoriten auf die Nachfolge von Bundestrainer Werner Schuster, der nach der Saison sein Amt abgibt.

Herr Hannawald, mit welcher Zielsetzung sollte das deutsche Herren-Team zur WM nach Seefeld reisen?

Sven Hannawald (44): Da halte ich es mit dem ehemaligen Bundestrainer Reinhard Heß. Der hatte immer eine klare Zielsetzung vorgegeben. Eine Mannschafts-Medaille und eine Einzelmedaille muss das Ziel der deutschen Mannschaft sein. Zudem ist die Aussicht auf Edelmetall in dem neu hinzugekommenen Mixed-Wettbewerb groß.

Welchem deutschen Springer trauen Sie in den Einzelwettbewerben am meisten zu?

Markus Eisenbichler ist der stärkste deutsche Springer und gehört zu den heißen Medaillenkandidaten in den Einzelwettbewerben. Bei ihm kommt es primär darauf an, dass er locker bleibt und nicht zu viel will. Darüber hinaus haben wir aber noch weitere Springer in der Hinterhand, die vorne reinspringen können.

Wen haben Sie da auf dem Zettel?

Karl Geiger hat sein kleines Leistungstief überwunden und mit seinem Weltcupsieg in Willingen gezeigt, dass er an einem guten Tag ganz vorne mitspringen kann. Auch Richard Freitag hat in Willingen ein starkes Wochenende hingelegt. Ich bin froh, dass er pünktlich zur WM wieder in Form zu kommen scheint. Auch mit Stephan Leyhe muss man rechnen. Die Generalprobe in Willingen ist ihm zwar nicht geglückt, aber bei seinem Heim-Weltcup war der Trubel vielleicht etwas zu groß für ihn.


Für Olympiasieger Andreas Wellinger scheint, auch im Hinblick auf den Teamwettbewerb, derzeit nur eine Nebenrolle reserviert …

So wie die Saison bisher verlaufen ist, droht Andi Wellinger tatsächlich die Reservistenrolle. Aber das kann sich schnell ändern. Der Bundestrainer wird die Trainings- und Qualifikationssprünge abwarten und dann die beste Mischung finden. Bei Olympia beispielsweise wurde Markus Eisenbichler kurzfristig durch Stephan Leyhe ersetzt. Weil Stephan damals mit der Schanze und den Bedingungen besser zurechtkam.

Apropos Bedingungen: Welche Rolle werden diese bei der WM spielen?

Eine sehr große. Vor allem in Innsbruck, wo die Wettbewerbe auf der Großschanze ausgetragen werden, kann der Wind ein entscheidender Faktor sein. Wir müssen abwarten, wie sich das Wetter in den kommenden Tagen entwickelt.  

Blicken wir auf die internationale Konkurrenz. Wer sind die Top-Favoriten auf den WM-Titel im Einzel?

Da ist in erster Linie Ryoyu Kobayashi zu nennen. Wenn er sein volles Potenzial ausschöpft, ist er nicht zu schlagen. Er reist als Top-Favorit nach Österreich. Hinter Kobayashi gibt es einen großen Topf an Anwärtern. Dazu gehören neben den Deutschen auch Kamil Stoch, Stefan Kraft, Dawid Kubacki und Piotr Zyla. Bei den Norwegern müsste wirklich alles zusammenpassen, wenn es ganz nach vorne gehen soll. Da bin ich aber anhand der überschaubaren Saisonergebnisse eher skeptisch.

Wer sind die Favoriten im Mannschaftswettbewerb?

Es wird einen Fünfkampf um die Medaillen geben. Auf dem Papier sind die Polen der Favorit auf den Titel, aber das deutsche Team muss sich vor Polen nicht verstecken. Zudem rechne ich mit den Lokalmatadoren aus Österreich, den Japanern und den Slowenen. Aber auch hier muss man abwarten, wie sich die Bedingungen entwickeln und wie die Springer mit der Schanze und dem Wetter zurechtkommen.

Bundestrainer Werner Schuster beendet nach der Saison sein Engagement beim deutschen Skiverband (DSV). Mit welcher Nachfolgeregelung rechnen Sie?

Es deutet alles auf Stefan Horngacher hin, dessen Vertrag in Polen ausläuft. Stefan war fast fünf Jahre als Co-Trainer von Werner Schuster tätig, kennt also die Strukturen im Verband bestens. Zudem spricht er Deutsch und hat als Cheftrainer von Polen gezeigt, dass er ein sehr guter Bundestrainer wäre. Er bringt die kommunikativen und koordinativen Fähigkeiten mit, die ein Bundestrainer haben muss. Stefan wäre die Ideallösung für den DSV.

Sven Hannawald (links) im Gespräch mit dem polnischen Cheftrainer Stefan Horngacher. (Quelle: imago/Newspix)Sven Hannawald (links) im Gespräch mit dem polnischen Cheftrainer Stefan Horngacher. (Quelle: Newspix/imago)

Immer wieder werden Springer wegen ihrer Anzüge disqualifiziert. Wie ist es möglich, dass das in diesem professionellen Umfeld passiert?

Das ist ein komplexes Thema, das wir in unseren TV-Übertragungen bei Eurosport auch immer wieder erklären. Die Anzüge bestehen zu Teilen aus Schaumstoff, also aus dehnbarem Material. Geht ein Springer beispielsweise in die Hocke oder macht eine unkontrollierte Bewegung, dehnt sich sein Anzug aus. Das kann dann dazu führen, dass der Anzug nicht mehr der vorgegebenen Norm entspricht und bei der Kontrolle durchfällt.

Wie laufen diese Kontrollen ab?

Jeder Springer wird vor seinem Sprung oben auf der Schanze kontrolliert. Dort wird das Schrittmaß gemessen. Ist dieses nicht regelkonform, wird er bereits vor dem Sprung disqualifiziert. Ist der Anzug auffällig, aber noch im legalen Bereich, wird das zu den Kontrolleuren nach unten in die Auslaufzone gemeldet. Dort wird dann erneut geprüft. Zudem können im unteren Bereich auch Athleten überprüft werden, die in der Vergangenheit bereits auffällig waren. Das erfolgt aber, im Gegensatz zum oberen Bereich, nicht nach einem festgelegten System.

Wäre ein größerer Spielraum seitens des Weltverbandes ein sinnvoller Ansatz, um Disqualifikationen zu vermeiden?

Es gab diesen Spielraum bereits, doch der wurde von den Springern gnadenlos ausgenutzt. Der Weltverband muss in diesem Bereich streng vorgehen, sonst entsteht ein Teufelskreis, in dem die Karenz immer weiter ausgedehnt wird. Die Athleten selber müssen darauf achten, dass ihr Material der Norm entspricht. Sie sind dafür zuständig, sich den nötigen Spielraum zu verschaffen. Das machen die Athleten in der Regel auch.

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