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Meinung
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Im Moment des größten Triumphs wird die Tragik deutlich

Von Nils Kögler

Aktualisiert am 15.05.2022Lesedauer: 3 Min.
"Wir sind bereit zu kämpfen": So reagierte die ukrainische Band auf ihren Sieg beim ESC. (Quelle: t-online)
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Die Ukraine gewinnt den Eurovision Song Contest 2022. Es ist der Höhepunkt eines ESC, der so politisch war wie nie – und das ist genau richtig so. Doch nach dem Jubel erwartet die Ukrainer die harte Realität.

Seit drei Monaten läuft der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Während in den ersten Wochen kaum ein anderes Thema Beachtung fand, droht der Krieg mittlerweile zur Normalität zu werden. Der Eurovision Song Contest war nun die Gelegenheit, um sich gegen diese Entwicklung zu stemmen und dem Leiden in der Ukraine eine Bühne zu geben. Der Sieg des so gebeutelten Landes war somit ein wichtiges Zeichen der Solidarität.


ESC 2022: Das ist die Platzierung

Platz 1 – Ukraine: Kalush Orchestra mit 631 Punkten
Platz 2 – Großbritannien: Sam Ryder mit 466 Punkten
+23

Die Bühne des ESC – sie war perfekt geeignet, um Einigkeit gegen Putin zu demonstrieren. Der Wettbewerb entstand in den Fünfzigerjahren, um die Völker Europas nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zu vereinen. Der Sieg der Ukraine zeigt: Europa ist vereint. Es steht vereint gegen Putin und damit den Aggressor, der den Frieden Europas mit Füßen tritt. Putin waren Veranstaltungen wie der ESC schon immer ein Dorn im Auge. Sie repräsentieren ein liberales Europa, geben queeren Menschen eine Stimme und feiern genau die Werte, die Putin lieber aus der Öffentlichkeit verbannt sehen will.

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EBU drückt Auge zu – gut so

So ist es nur konsequent, dass auch die Europäische Rundfunkunion (EBU) beim Hilferuf der ukrainischen Band ein Auge zugedrückt hat und ein politisches Statement entgegen ihrer Regeln auf der ESC-Bühne zuließ. Sie wertete die Aussagen als "humanitäre Geste und weniger als politisch." Gut so. Eine Disqualifikation der Ukraine wäre ein Skandal gewesen und hätte Putin zufrieden das Chaos beobachten lassen, das er in Europa mit seinem Angriffskrieg ohnehin stiften will.

Der Sieg beim ESC ist auch ein Symbol dafür, dass die Ukraine im Kampf gegen Russland europäische Werte verteidigt. Wie viel die Ukrainer momentan für Europa opfern, wird allein am Schicksal der sieghaften Band Kalush Orchestra deutlich. Während die letztjährigen Sieger Måneskin nach dem ESC zu Weltstars wurden, auf der ganzen Welt Konzerte spielten und mittlerweile sogar in den USA große Hallen füllen, kündigten die Ukrainer bereits an, nächste Woche wieder an der Front zu kämpfen. Auch im Moment des großen Triumphs wird die Tragik der Ukraine deutlich.

Der unpolitische ESC ist ein Mythos

Zumal das Argument des unpolitischen ESC auch deshalb nicht zieht, weil die Veranstaltung dieser Maxime noch nie wirklich gefolgt ist. Speziell bei der Punktevergabe haben Sympathien und Freundschaften zwischen Ländern schon immer eine große Rolle gespielt. So gibt Montenegro traditionell Serbien 12 Punkte, mit dem es bis 2006 noch einen gemeinsamen Staat bildete. Genauso geht die Maximalpunktzahl aus Zypern jedes Jahr nach Griechenland. Dass nun ganz Europa aus Sympathie für die Ukraine abgestimmt hat, treibt dieses Phänomen damit nur auf die Spitze.

Wie viel der Sieg beim ESC den Ukrainern bedeutet, wird auch im Statement des Präsidenten Wolodymyr Selenskyj deutlich. Der nutzte den Rückenwind, um seinem Volk und ganz Europa nochmals Mut zu machen. Er kündigte an, dass der Sieg beim ESC nicht der letzte Triumph der Ukraine sein werde und versprach, den Wettbewerb im nächsten Jahr in der Ukraine auszutragen. Allein dieser Gedanke macht den Sieg der Ukraine so wichtig: Der ESC – ein Fest des liberalen Europas – wird direkt an der russischen Grenze in einer siegreichen und freien Ukraine ausgetragen. Ob es tatsächlich so kommt oder ein frommer Wunsch bleibt? Man wird ja wohl noch hoffen dürfen. Wenn nicht beim ESC, wo dann?

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  • Maria Bode
Von Maria Bode
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