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Museen als Brückenbauer: Museumschef hofft auf Entspannung mit Iran

Museen als Brückenbauer  

Museumschef hofft auf Entspannung mit Iran

11.01.2020, 10:52 Uhr | dpa

Museen als Brückenbauer: Museumschef hofft auf Entspannung mit Iran. Eckart Köhne ist Direktor des Badischen Landesmuseums, das im Oktober eine große Schau über die persischen Großkönige plant.

Eckart Köhne ist Direktor des Badischen Landesmuseums, das im Oktober eine große Schau über die persischen Großkönige plant. Foto: Uli Deck/dpa. (Quelle: dpa)

Karlsruhe (dpa) - Der Deutsche Museumsbund hofft im Konflikt zwischen dem Iran und den USA auf eine Deeskalation und wirbt für eine weitere Zusammenarbeit mit den Kulturinstitutionen im Land.

"Wir sehen Museen als Botschafter ihrer Länder, die im Austausch miteinander kulturelle Werte als Grundlage jeder Zivilisation und friedlichen menschlichen Miteinanders über alle Grenzen hinweg vermitteln", betonte der Präsident des Deutschen Museumsbundes, Eckart Köhne, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Karlsruhe.

Als Direktor des Badischen Landesmuseums in Karlsruhe hat Köhne doppelten Grund, an die Vernunft zu appellieren: Sein Museum plant im Oktober eine große Schau über die persischen Großkönige. "Es ist nicht einfach nur eine Ausstellung. Es ist der erste direkte Austausch eines deutschen Museums mit einem iranischen."

Die Karlsruher verleihen für eine Ausstellung in Teheran dabei eigene Antiken aus dem Mittelmeerraum. Das Badische Landesmuseum bekommt im Gegenzug rund 200 kostbare Leihgaben aus iranischen Museen aus dem 6. bis 4. Jahrhundert vor Christus, darunter Gold- und Silbergefäße sowie zahlreiche Keramiken. "Das erlebt man nicht so oft." Einen solchen Austausch mit dem Iran gab es Köhne zufolge bislang nur mit wenigen europäischen Museen. Vorgemacht hätten es etwa der Louvre in Paris sowie das Victoria and Albert Museum in London.

Bislang sieht Köhne das Karlsruher Projekt nicht in Gefahr. "Die iranischen Kollegen arbeiten sehr professionell. Wir kennen uns gut und vertrauen uns. Auch dort gibt es die Hoffnung, dass wir auf Kulturebene den Austausch fortsetzen können." Schließlich gebe Kultur die Möglichkeit, Brücken zu bauen. "Wir werden versuchen, so lange es geht, an dem Projekt festzuhalten. Wenn wir keinen Dialog mehr auf Kulturebene haben, ist auch sonst nichts mehr möglich." Köhne selbst will im März wieder in den Iran reisen.

Die Ausstellung "Die Perser – Am Hof der Großkönige" soll vom 10. Oktober 2020 bis zum 11. April 2021 im Karlsruher Schloss zu sehen sein. Die persischen Großkönige herrschten über ein Weltreich, das ein Gebiet vom Indus und den Wüsten Zentralasiens im Osten bis zum Bosporus im Westen und nach Ägypten im Süden umfasste. Die Schau will die kulturelle Blütezeit des Perserreiches und seine Rolle als frühem Global Player zwischen den Kulturen veranschaulichen.

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