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Coronavirus — Kampagne für Flüchtlinge: "Lasst niemanden zurück"

Menschen auf der Flucht  

Künstler fordern in der Corona-Krise: "Lasst niemanden zurück"

Von Sarah Thust

18.03.2020, 17:23 Uhr
Coronavirus — Kampagne für Flüchtlinge: "Lasst niemanden zurück". Mädchen im Flüchtlingslager Moria: Auf der griechischen Insel Lesbos leben die Menschen unter schwierigen Bedingungen. Sie vor dem Coronavirus zu schützen, ist kaum möglich.  (Quelle: imago images/ANE Edition)

Mädchen im Flüchtlingslager Moria: Auf der griechischen Insel Lesbos leben die Menschen unter schwierigen Bedingungen. Sie vor dem Coronavirus zu schützen, ist kaum möglich. (Quelle: ANE Edition/imago images)

Die Coronavirus-Krise beraubt Menschen weltweit ihrer Existenz. Doch es gibt auch solche, die weitaus mehr verlieren: ihre Würde. Deutsche Künstler und Politiker reagieren mit einer mitfühlenden Geste. 

Inmitten der Coronavirus-Krise fordern deutsche Promis und Politiker, mehr Flüchtlinge aus den überfüllten Lagern auf den griechischen Inseln zu holen. "Jeder von uns hat in der aktuellen Situation Angst: um die Gesundheit, die Existenz und um Familie und Freunde", schrieb Joko Winterscheidt t-online.de. "Ganz in unserer Nähe gibt es Menschen, bei denen das seit Jahren Alltag ist, weil sie auf der Flucht vor dem Krieg sind."

Seniorin sammelt Flaschen: Wer in Obdachlosigkeit und Armut lebt, ist in der Corona-Krise besonders gefährdet. (Symbolbild) (Quelle: imago images/Schöning)Seniorin sammelt Flaschen: Wer in Obdachlosigkeit und Armut lebt, ist in der Corona-Krise besonders gefährdet. (Symbolbild) (Quelle: Schöning/imago images)

Winterscheidt hat sich der Social Media-Kampagne #LeaveNoOneBehind zum Schutz von Menschen auf der Flucht angeschlossen. Gegenüber t-online.de erklärte er: "Das Coronavirus macht keinen Halt vor diesen Menschen auf der Flucht. Es ist unsere Aufgabe, ihnen die gleiche Hilfe zuzusprechen, die wir auch für uns beanspruchen."

Eine Online-Petition soll helfen

Der 41-Jährige ist einer von vielen Moderatoren, Künstlern und Regisseuren, die die Online-Kampagne unterstützen. Die begann mit einer Petition auf der Plattform Change.org: "Jetzt die Corona-Katastrophe verhindern – auch an den Außengrenzen!" Zu den Organisatoren gehören unter anderem mehrere Grünen-Politiker wie Erik Marquardt.

Wer die Petition unterschreibt, soll Teil eines Netzwerkes werden. "Wir sollten uns jetzt um alle kümmern, die in dieser Situation nicht bedacht werden", sagte Marquardt auf Twitter. Damit meint er nicht nur Geflüchtete, sondern auch Obdachlose und sozial schwache Menschen.

Auch die Schauspieler Lars Eidinger, Regisseur Volker Schlöndorff und Autorin Sibylle Berg unterstützen diese Petition. Die Unterzeichner fordern die Europäische Union und die einzelnen EU-Staaten auf, überfüllte Lager zu evakuieren, notwendige Schutz- und Quarantänemaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus auch in den Lagern umzusetzen, betroffenen Gebieten vor allem in Griechenland mehr zu helfen und den Menschen Zugang zu Asylverfahren zu geben.


Mit dabei sind auch der Comedian Shahak Shapira und die Schauspielerin Emilia Schüle. Sie sagte in ihrer Instagram-Story am Mittwoch: "Spread the Hashtag "leaveNoOneBehind" und lasst uns einfach ein Zeichen setzen und laut sein."

"Überlegt mal, wie viel schlechter es woanders ist"

Die Petition wird von vielen Politikern der Grünen mitgetragen, darunter Bundestagsfraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. Auch der frühere CDU-Politiker Ruprecht Polenz und der EU-Abgeordnete Nico Semsrott von der Satirepartei "Die Partei".

"Alleine im Camp Moria auf Lesbos leben derzeit über 20.000 Menschen, obwohl nur Platz für 3.000 ist", heißt es in der Petition auf der Plattform Change.org. "Quarantäne, Hände-Waschen oder Social-Distancing sind wichtig, aber nicht möglich, wenn man in Moria leben muss." Breche die Epidemie in so einem Lager aus, sei es fast unmöglich, Ansteckungsketten zu unterbrechen.

"Die Corona-Krise lässt das Leid von Schutzsuchenden, die Gewalt und die humanitäre Katastrophe in den Hintergrund treten", schreiben die Initiatoren mahnend und appellieren an den Zusammenhalt der Menschen: "Die Zivilgesellschaft wird zeigen, dass wir aus dieser Krise gestärkt hervorgehen, wenn wir niemanden zurücklassen."

Verwendete Quellen:

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