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"Hart aber fair"-Ende: Frank Plasberg zwischen Pranger und Podest


Warum "Hart aber fair" mit Sophia Thomalla für Wirbel sorgte

Von Kai Butterweck

Aktualisiert am 13.11.2022Lesedauer: 3 Min.
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Frank Plasberg: Mehr als 20 Jahre moderierte er "Hart aber fair".
Frank Plasberg: Mehr als 20 Jahre moderierte er "Hart aber fair". (Quelle: imago/Lars Reimann)
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Nach 21 Jahren hört Frank Plasberg bei "Hart aber fair" auf. In dieser Zeit sorgte er immer wieder für Aufreger. Ein paar davon bleiben besonders in Erinnerung.

21 Jahre lang verband man den Namen Frank Plasberg mit polarisierendem Polittalk. Als Moderator von "Hart aber fair" diskutierte sich der mehrfach ausgezeichnete Journalist durch zwei Jahrzehnte und versorgte dabei jeden Montagabend Millionen Interessierte mit teils hitzig geführten Diskussionen um politische Brennpunktthemen.

Frank Plasberg: 2001 stand er zum ersten Mal für "Hart aber fair" vor der Kamera.
2001 stand Frank Plasberg zum ersten Mal für "Hart aber fair" vor der Kamera. (Quelle: imago stock&people)

Nun ist die Reise zu Ende. Die letzte Folge mit ihm steht am 14. November an. Im Januar 2023 übernimmt Plasbergs Nachfolger Louis Klamroth. Was bleibt, sind eine Vielzahl von Auszeichnungen und Trophäen und beinahe genauso viele Schlagzeilen und Erinnerungen. Der Mann, der in Branchenkreisen als der härteste Polittalker gilt, musste sich öfters mit kritischen Kommentaren von Kollegen und aufbrausenden Reaktionen aus den sozialen Netzwerken beschäftigen. Aufreger gab es einige in der "Hart aber fair"-Geschichte.

Fingerspiele von rechtsaußen

So sah sich Plasberg beispielsweise nach einer Sendung im Juli 2019 mit der Kritik konfrontiert, er habe dem AfD-Politiker Uwe Junge zu viel Redezeit eingeräumt. Der nahezu überall getadelte Kuschelkurs mit der ungeliebten Opposition war aber nicht der einzige Aufreger dieser Folge. Im Publikum wurde zudem ein Gast ausfindig gemacht, der mit versteckten Fingerbotschaften Werbung für die menschenverachtende Rassistentruppe "White Power" betrieben haben soll.

Im Juli war AfD-Politiker Uwe Junge zu Gast.
Im Juli war AfD-Politiker Uwe Junge zu Gast. (Quelle: imago images)

Noch im selben Jahr – kurz vor dem Weihnachtsfest – stolperte eine selbst ernannte Feministin ins Kamerabild. Sie wollte mitteilen, "dass die Bundesregierung im Internet gegen Feminismus vorgeht". Während Hundefreund Mark Rütter sich ein spöttisches Lachen nicht verkneifen konnte, mimte Frank Plasberg den Deeskalationsexperten. Ein Jahr zuvor wandte sich der Moderator mit einer Erklärung an die TV-Zuschauer, als ein hartnäckiger "Zwischenrufer" aus dem Studio geführt werden musste, der die Sendung mit lautstarken Einwürfen zum Uno-Flüchtlingspakt störte.

Journalistisches Versagen?

Frank Plasberg stand im Mittelpunkt, wenn es um knifflige und grenzwertige Situationen ging. Was wie im Fall der Reaktion zur polternden Feministin für viel Applaus sorgte, erntete an anderer Stelle Unverständnis und Ohnmacht. In einer Folge über Judenhass in Deutschland äußerte sich eine Zuschauerin via Textnachricht so: "Vielleicht sollte man allmählich das Judenthema etwas zurücknehmen, denn genau das schürt Hass. Wir wissen um unsere Vergangenheit, die Kinder bekommen es eingetrichtert, und gut ist's." Frank Plasberg ließ das Statement unkommentiert. Nicht nur "welt.de"-Ressortleiter Thore Barfuss tadelte das Schweigen des Moderators mit einem kritischen Kommentar ("journalistisches Versagen").

Eine Folge von 2015 mit dem Titel "Nieder mit den Ampelmännchen – Deutschland im Gleichheitswahn?" wurde im Nachgang eine Zeit lang aus den Mediatheken gelöscht. Denn die Zuschauerproteste bezüglich der Gästeauswahl (Wolfgang Kubicki, Anton Hofreiter, Sophia Thomalla, Birgit Kelle, Anne Wizorek) fielen so stark aus, dass sich am Ende der Rundfunkrat mit der Sendung beschäftigte.

Die kritisierte Gastrunde während der Ampelmännchen-Folge.
Die kritisierte Gastrunde während der Ampelmännchen-Folge. (Quelle: dpa)

"Die Auswahl der Gäste und die Gesprächsleitung waren für die Ernsthaftigkeit des Themas nicht ausreichend", sagte die WDR-Rundfunkratsvorsitzende Ruth Hieronymi damals. Der Vorwurf der fehlenden Kompetenz richtete sich besonders auch an Schauspielerin Sophia Thomalla.

Ein halbes Jahr später wurde die Folge wiederholt – mit demselben Thema und denselben Gästen. Die zwischenzeitliche Löschung der Sendung aus der ARD-Mediathek bezeichnete WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn im Nachhinein als "rückblickend nicht richtig".

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"Ich bin gerade heiter und dankbar"

Groß war auch die Empörung, als der einstige Finanzsenator Thilo Sarrazin im Jahr 2010 zu Gast war, der wegen seiner Aussagen über Migranten und Migration in der Kritik stand. Ja, in 21 Jahren war einiges los unter dem "Hart aber fair"-Banner.

Zeit für eine bisschen Wehmut: "Um mich herum wurde in den vergangenen Tagen schon viel geschnieft. Ich bin gerade heiter und dankbar. Aber reden wir lieber in einem Jahr noch mal. Ich glaube, das Fernsehen werde ich nicht vermissen, die Zusammenarbeit mit meiner fantastischen Truppe schon", so Frank Plasberg kurz vor seinem Abschied. Hier finden Sie das Thema und die Gäste seiner letzten "Hart aber fair"-Sendung. Die zeigt die ARD am Montag um 21 Uhr.

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Verwendete Quellen
  • dwdl.de: "Mit dem Image des manchmal arroganten Oberlehrers konnte ich gut leben"
  • welt.de: "Das Versagen von ARD-Moderator Plasberg"
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  • Steven Sowa
Von Steven Sowa
ARDAfDDeutschlandFrank PlasbergSophia Thomalla
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