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ARD-"Tatort"-Planung wirft Fragen auf: Schon wieder dieses Thema?


"Tatort"-Planung im Ersten wirft Fragen auf


Aktualisiert am 12.02.2024Lesedauer: 3 Min.
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"Tatort: Geisterfahrt": Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Anaïs Schmitz (Florence Kasumba) ermitteln ein letztes Mal gemeinsam.Vergrößern des Bildes
"Tatort: Geisterfahrt": Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Anaïs Schmitz (Florence Kasumba) ermitteln ein letztes Mal gemeinsam. (Quelle: NDR/Christine Schröder)

Der "Tatort" ist meist mehr als die Suche nach einem Mörder. Auch ein zentrales Thema wird in den Fällen verhandelt. Doch was ist, wenn es zu Überschneidungen kommt?

"Tatort"-Fans dürften sich an diesem Sonntag verwundert die Augen reiben. Ist denn schon wieder Weihnachten oder warum läuft im Ersten erneut ein Sonntagskrimi, bei dem die Paketbranche im Fokus steht? Vor zwei Monaten waren es die Kölner Ermittler Ballauf und Schenk, die in "Tatort: Des Anderen Last" einen Fall aufklären mussten, der um die Knochenjobs der Zusteller kreiste. Jetzt ist es der "Tatort: Geisterfahrt", bei dem ein völlig überarbeiteter Kurier die Ermittlungen von Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Anaïs Schmitz (Florence Kasumba) auslöst.

Wie kann das sein? Warum zeigt die ARD zwei so ähnliche Fälle so nah beieinander? Der WDR-Krimi wurde am 3. Dezember des Vorjahres ausgestrahlt, am 11. Februar folgt nun der NDR-Film. Dazwischen liefen sieben "Tatort"-Ausgaben, unter anderem aus Münster, Hamburg und München und ein "Polizeiruf 110" aus Rostock.

Wo liegt der Unterschied? "Tatort"-Pakete aus Köln und Göttingen

Beide Geschichten eint der Schwerpunkt auf eine Branche, die immer wieder wegen ihrer schlechten Arbeitsbedingungen und des enormen Zeitdrucks in der Kritik steht. Die gestressten Lieferboten verleihen sowohl dem Fall aus Köln als auch dem Krimi aus Göttingen eine gesellschaftliche Relevanz. Dennoch erscheint es aufgrund des speziellen Themas ungewöhnlich, dass sich gleich zwei verschiedene "Tatort"-Teams in so kurzer Zeit einer solch ähnlichen Erzählung widmen. t-online hat beim NDR und dem zuständigen ARD-Programmbereich "Koordination Fiktion" nachgefragt.

NDR sieht kein Problem in der "Tatort"-Parallele

Der NDR sagt: "Die Geschichten der beiden 'Tatorte' entwickeln sich doch sehr unterschiedlich: Ausgangspunkt im 'Tatort: Geisterfahrt' ist die Todesfahrt eines Kurierfahrers. Der Fall verlagert seinen Schwerpunkt hin zu einer Geschichte über Erpressung und Korruption in einer Polizeibehörde und deren tragischen Folgen." Demnach gehe es nicht nur um den "Druck innerhalb eines Paketdienstunternehmens", vielmehr erzähle der Film auch von "gesellschaftlichen Folgen von Druck und Überforderung, die hier in häusliche Gewalt münden".


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Ähnliche Themen oder ähnliche Mordfälle sollten nicht direkt hintereinanderlaufen, darauf wird geachtet.


ARD-Sendersprecherin


Doch selbst wenn sich die Geschichten unterschiedlich entwickeln, wirft die Programmierung der ARD Fragen auf. Wer entscheidet denn für Das Erste, welcher Film wann läuft – und warum muss sich der NDR bei den "Tatort"-Paketen eigentlich hinten anstellen? Schließlich wurde der "Tatort: Geisterfahrt" aus Göttingen nur wenige Tage nach dem Kölner Krimi fertig gedreht, aber zwei Monate später ausgestrahlt und wirkt nun mit seinem Thema weniger originell als sein Vorgänger aus dem Rheinland. Maria Furtwänglers Fall entstand zwischen dem 15. November 2022 und dem 14. Dezember 2022, Klaus Behrendt und Dietmar Bär standen zwischen dem 8. November 2022 und dem 8. Dezember 2022 vor der Kamera.

"'Tatort'-Filme werden bei der ARD Koordination Fiktion mit Vorlauf von etwa einem Jahr angemeldet – auch davor gibt es bereits inhaltliche Absprachen", gewährt die ARD auf Anfrage Einblicke in die TV-Planung. Es gebe "einen kontinuierlichen Austausch zwischen der ARD Koordination Fiktion, der Programmplanung für Das Erste und den Landesrundfunkanstalten".

Dabei tausche man sich auf verschiedenen Ebenen aus, mit allen Kolleginnen und Kollegen, die mit dem "Tatort" befasst seien, so eine Sprecherin der ARD weiter. "Bei der Planung spielt eine Vielzahl von Aspekten eine Rolle – etwa der Wechsel zwischen den Städten und Regionen, aber auch Abwechslung bei den Darstellerkonstellationen, Einreichungen bei Filmfesten, Jahrestage oder auch jahreszeitlich gebundene Themen."

Abschied von Florence Kasumba überstrahlt Thema

Und was ist mit thematischen Überschneidungen, wie jetzt zwischen WDR und NDR in Sachen Paketbranche? Die ARD sagt: "Ähnliche Themen oder ähnliche Mordfälle sollten nicht direkt hintereinanderlaufen, darauf wird geachtet." Womöglich reicht der Abstand von zwei Monaten also aus Sicht der Programmplaner. Was dem "Tatort" aus Göttingen dabei sicherlich zugutekommen dürfte, ist der Umstand, dass es der letzte seiner Art sein wird – und dementsprechend in der Berichterstattung um den Fall "Geisterfahrt" viel Fokus auf dem Abschied von Florence Kasumba und der Versetzung Furtwänglers nach Hannover lag.

Die ARD ist sich sicher: "Die Stärke der Sonntagskrimis liegt darin, dass sie gesellschaftliche Entwicklungen und Phänomene aufgreifen und dadurch auch gesellschaftlich relevant sind. Die gelungene Mischung macht's." Dementsprechend scheinen die Bedingungen in der Paketbranche aus Sicht des öffentlich-rechtlichen Senders derzeit besonders relevant zu sein.

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Verwendete Quellen
  • ARD: "Tatort: Geisterfahrt" vom 11. Februar 2024
  • Anfrage beim NDR
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